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30.09.2013 - 21:47 Uhr


Mit Telepathie und Buvac zur Revanche

Der Schattenmann tritt ins Licht: Co-Trainer Zeljko Buvac steht in Abwesenheit von Chefcoach Jürgen Klopp gegen Marseille im Mittelpunkt (© Imago)

Der BVB-Coach muss eine Sperre aus dem Neapel-Spiel absitzen. Auf der Pressekonferenz zum Spiel antwortete dennoch Klopp (l., mit Henrikh Mkhitaryan) auf die Fragen der Journalisten

Buvac hatte abgelehnt, diese zu führen. "Das Gehirn" überlässt die Pressearbeit ganz Medienprofi Klopp (r.), der natürlich auch das Abschlusstraining leitete

Mit Marseille hat der BVB noch "eine Rechnung offen", wie Klopp sagt. 2011 zog Dortmund gegen die Franzosen trotz Überlegenheit zweimal den Kürzeren. Hier trifft Andrew Ayew (M.) gegen die Borussia

Die Generalprobe gegen Freiburg ist Dortmund jedenfalls geglückt. 5:0 hieß es am Ende gegen Freiburg, hier trifft Marco Reus (r.) zum 2:0

Dortmund - Jürgen Klopp auf der Tribüne, "Schattenmann" Zeljko Buvac im Rampenlicht: Erstmals in 231 Spielen seit seinem Amtsantritt 2008 wird der wegen seines Wutausbruches in Neapel gesperrte Trainer von Borussia Dortmund nicht an der Seitenlinie stehen. "Kein Problem", sagt Klopp und verweist auf seinen Assistenten: "Zeljko und ich arbeiten fast telepathisch zusammen." Ohnehin sei schon vor dem Anpfiff des zweiten Gruppenspiels der Champions League gegen Olympique Marseille am Dienstag (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) alles besprochen und geregelt.
Wo er sitzen werde, wollte Klopp am Montagabend nicht verraten. "Ich will nicht der Situation ausgesetzt sein, dass Ihr Euch morgen alle dort aufbaut, um dort mein dann entspanntes Gesicht zu filmen", sagte er den Journalisten: "Wir haben alles geregelt, der einzige, der zurecht etwas leiden wird, bin ich. Aber ich werde gut sehen, das habe ich geregelt." Er habe die ganze Woche bei der Mannschaft sein können, "und dort werden die Grundlagen gelegt. Ich empfinde es als Strafe, aber für die Mannschaft ist es unproblematisch."

"Das Gehirn" scheut die Pressekonferenz



Und sollte das Spiel des Bundesliga-Tabellenführers anders laufen als geplant, wird Buvac eingreifen. Den Bosnier kennt Klopp schon seit mehr als 20 Jahren. Sie spielten zusammen beim FSV Mainz 05 und arbeiten bereits seit 2001 als Trainerteam. "Zeljko ist Fleisch gewordener Fußball-Sachverstand und Meister aller Trainingsformen", sagte Klopp über seinen Co-Trainer. Dieser liebe den Fußball, "aber ohne das Klimbim drumherum. Dafür schickt er dann mich." Deshalb habe er auch abgelehnt, als Klopp ihn gefragt habe, für ihn auch die Pressekonferenz am Montag zu übernehmen.

Buvac ist ein ruhiger Vertreter seiner Zunft, der Analytiker mit dem Beinamen "Das Gehirn". Auf der anderen Seite steht Klopp, der sich auf der Bühne der Unterhaltungsbranche Fußball brillant zu bewegen weiß. Beide ergänzen sich ideal. Fest steht: Der 52 Jahre alte Buvac genießt volles Vertrauen und volle Akzeptenz bei der Mannschaft. "Chuckys Wort ist Gesetz", erklärt Nuri Sahin im Interview.

Durm vor CL-Debüt



Für Torjäger Robert Lewandowski ist das Fehlen von Klopp kein Handicap: "Wir werden spielen wie immer und wissen, was zu tun ist. Ich achte ohnehin nicht so sehr darauf, was am Spielfeldrand abgeht. " Und Landsmann Jakub Blaszczykowski ergänzt: "Wir haben schließlich nicht nur einen Trainer."

Klopp wird Buvac eine Mannschaft ohne Fünf übergeben. Denn auch Stammtorhüter Roman Weidenfeller muss wegen seiner Roten Karte beim 1:2 zum Auftakt beim SSC Neapel auf der Tribüne mitfiebern. Außerdem fehlen die verletzten Sebastian Kehl, Ilkay Gündogan, dessen Rückenbeschwerden nicht abklingen wollen, Marcel Schmelzer und Rekonvaleszent Lukasz Piszczek. Der 21 Jahre alte Erik Durm wird somit auf der linken Abwehrseite sein Debüt in der Königsklasse feiern.

Mit Marseille "eine Rechnung offen"



Durm spürt schon im Vorfeld die besondere Atmosphäre eines Auftritts im Europapokal - und besonders des Duells gegen Marseille. "Mit denen haben wir noch eine Rechnung offen", sagte Klopp schon bei der Auslosung in Erinnerung an die beiden Gruppenspiele 2011. In Marseille verlor der BVB 0:3, im Heimspiel 2: 3 und schied sang- und klanglos aus.

"Und wir waren zweimal die bessere Mannschaft, so grotesk sich das auch anhören mag. Aber dieses Spiel wollen wir unabhängig von etwaigen Revanchegedanken gewinnen", sagte Mats Hummels in einem Interview im Kicker. Der Fehlstart in Neapel vermag beim Champions-League-Finalisten derzeit niemanden zu beunruhigen. "In Neapel gab es nicht viel zu analysieren, außer, dass wir schlecht gespielt haben", resümiert Klopp. Soll wohl heißen: Das passiert nicht noch einmal.

Reus in Überform - OL auf Rang 3



In der Bundesliga schossen sich die Borussen mit einem 5:0 gegen den SC Freiburg für das Duell mit dem französischen Vize-Meister ein. "Jetzt wollen wir die ersten drei Punkte. Ich freue mich auf ein schönes Spiel", meint Nationalspieler Marco Reus, der sich derzeit in exzellenter Form präsentiert.

Olympique gewann in der Ligue 1 sein Auswärtsspiel am Wochenende beim FC Lorient mit 2:0 und belegt derzeit einen Punkt hinter Spitzenreiter Paris St. Germain Tabellenplatz 3. Das erste Gruppenspiel verlor "OM" im eigenen Stadion mit 1:2 gegen den FC Arsenal und hat ebenfalls einiges gutzumachen.

Die Aufstellungen:

Dortmund: Langerak - Großkreutz, Subotic, Hummels, Durm - Bender, Sahin - Aubameyang, Mkhitaryan, Reus - Lewandowski. - Trainer: Klopp

Marseille: Mandanda - Fanni, Nkoulou, Lucas Mendes, Mendy - Romao, Imbula - Payet, Valbuena, A. Ayew - Khalifa. - Trainer: Baup

Schiedsrichter: David Fernandez Borbalan (Spanien)
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