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11.12.2013 - 08:12 Uhr


Müller: "Der beste Worst Case"

Thomas Müller war ganz und gar nicht froh über die erste Saisonniederlage seit dem Supercup in Dortmund

Müller (M.) hatte zwar früh getroffen, doch sein Team verspielte dann eine 2:0-Führung leichtfertig

Trotzdem ist Bayern Gruppensieger. Auch Mario Götze (2.v.r.) holte sich mit einem Treffer weiteres Selbstbewusstsein

München - Verloren und doch gewonnen. Die 2:3-Niederlage gegen Manchester City ist für den FC Bayern genauso ungewohnt wie folgenlos. Die Münchner kassieren nach dem 2:4 im Supercup gegen den BVB mal wieder eine Niederlage, schließen die Gruppe D in der Königsklasse aber trotzdem als Sieger ab.

"Wir haben zu leichtfertig gespielt", konstatierte Thomas Müller nach der Partie. Und das völlig zu Recht, denn der Titelverteidiger agierte nach der schnellen 2:0-Führung ungewohnt lässig und selbstgefällig. Im Interview spricht der 24-Jährige über geplatzte Rekorde, seinen Marsch zur Eckfahne - und verrät, was ihn an seinen Mitspielern verwunderte. 

Frage: Herr Müller, in den ersten 20 Minuten hat der FC Bayern wie im Hinspiel überragend gespielt. Was ist danach passiert?

Thomas Müller: Die Menschen sind in uns durchgekommen. Wir haben zu leichtfertig gespielt, jeder hat nach der Führung einen Schritt zu wenig gemacht. Wir haben zwar nicht eine Chance nach der anderen zugelassen, aber bei beiden Gegentoren haben wir nicht gut ausgesehen. Das haben wir uns nach der starken Anfangsphase anders vorgestellt.

Frage: In den letzten Wochen waren viele Spiele Selbstläufer. Hat die Mannschaft es sich zu leicht gemacht, nachdem die Partie schon wieder so gut losging?

Müller: Ja. Wir haben viel Selbstvertrauen im Moment. Nach dem 2:0 konnte man sich schon denken: "Was soll da noch schief gehen?" Jetzt haben wir 2:3 verloren, es ist der beste Worst Case geworden.

Frage: War allen Spielern überhaupt bewusst, dass Manchester bei einem weiteren Gegentor Gruppensieger gewesen wäre? Manuel Neuer hat angedeutet, dass das bei dem ein oder anderen nicht der Fall war…

Müller: Also mir schon. Deswegen bin ich auch in der 87. Minute Richtung Eckfahne marschiert, um den Ball zu halten. Zwei Minuten später habe ich mich aber schon gewundert, dass die ganze Belegschaft von uns bei unserer Ecke im Sechzehner von Manchester war. Deshalb weiß ich nicht, ob es jedem bewusst war.

Frage: Wahrscheinlich hat man sich vor dem Spiel gar keine Gedanken darüber gemacht, dass ein solches Ergebnis überhaupt zustande kommen könnte, oder?

Müller: Wir gehen nie in ein Spiel und rechnen damit, 2:3 zu verlieren. Vor allem zuhause nicht. Klar, dass Manchester immer für ein Tor gut ist, ist kein Geheimnis. City hat eine super Mannschaft. Aber wir haben es nach dem guten Beginn einfach schleifen lassen. Da hat der absolute Siegeswille gefehlt.

Frage: Nach dem 1:3 in der Vorsaison gegen Arsenal haben Sie nun die nächste Heimniederlage gegen eine englische Mannschaft kassiert. Eine Phobie?

Müller: Nein. Letztlich haben wir uns gegen beide durchgesetzt.

Frage: Wie fällt Ihr Fazit nach der Gruppenphase aus?

Müller: Wir haben das souverän gemacht. Wenn man die ersten fünf Spiele gewinnt, hat man nicht viel verkehrt gemacht. Gut, das letzte haben wir verloren. Die Rekorde sind jetzt futsch, aber ansonsten ist nicht viel passiert.

 

Aus München berichtet David Schmidt 

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