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Champions League

18.09.2013 - 12:49 Uhr


FCB-Auftakt: Von außen gut, innen mit Mut

Zufrieden nach seiner Rückkehr: Bastian Schweinsteiger (M.) freut sich mit Manuel Neuer über den Sieg

Dirigent an der Seitenlinie: Pep Guardiolas Ensemble harmoniert immer besser

Eiskalt vor dem russischen Keeper Igor Akinfeev: Arjen Robben (M.) bei seinem Treffer zum 3:0

München - Bastian Schweinsteigers Einschätzung war am Ende besonders gefragt. Schließlich hatte der Vizekapitän den mühelosen Auftaktsieg gegen CSKA Moskau in der Champions League aus zwei verschiedenen Perspektiven beobachtet: 70 Minuten von der Bank mit bestem Blick von außen, 20 Minuten lang mittendrin im Geschehen. "Es sah schon sehr gut aus heute", befand der genesene Mittelfeldspieler. So viel zur Außenansicht nach dem Traumstart in die Mission Titelverteidigung.
Und wie stand es um die Einstellung der Stars? Daran hatte ja Sportvorstand Matthias Sammer beim Hannover-Spiel kräftig gekrittelt. Schweinsteigers Analyse: "Wir waren komplett da, von der Emotionalität, der Mentalität."

"Man muss es auch nicht übertreiben"



Ob das eine Folge von Sammers Wutrede war, darauf wollte weder Schweinsteiger noch einer seine Kollegen konkret eingehen. Dass die harschen Worte der Mannschaft nicht behagt haben, war jedoch unüberhörbar. "Man muss es auch nicht übertreiben", meinte Arjen Robben. "Wir sind in einem Prozess", erklärte der Torschütze zum 3:0 (68.), "wir müssen auch die positiven Dinge herausnehmen."

Davon gab es gegen die harmlosen Russen genügend. 68 Prozent Ballbesitz, 13:5 Torschüsse und schließlich 3:0 Tore. Souveräner kann man kaum in die Vorrunde starten. So sah es auch Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge: "Die Mannschaft hat weiter gemacht, wo sie in London gegen Dortmund aufgehört hat: mit einem klasse Spiel."

Das Lob von oben erleichterte auch Pep Guardiola. Sein Experiment mit Philipp Lahm als defensivem Mittelfeldspieler vor der Viererkette funktionierte bereits viel besser als am Wochenende. 110 Mal war der Kapitän gegen CSKA am Ball, lediglich Franck Ribery bewegte das Spielgerät noch häufiger.

Lahm als Diplomat und Organisator



Selbst bei Lahm klang anschließend leise Kritik an der Kritik durch: "Wenn man 60 Spiele pro Saison macht, ist es leider nicht immer möglich, zu 100 Prozent auf dem Platz zu stehen", sagte er, "gerade nach einer Länderspielpause. Aber heute haben wir das wieder geschafft."

Schwer fiel das gegen biedere Moskauer ehrlicherweise nicht. Denen hatte der stark aufgelegte David Alaba mit seinem Zauberfreistoß früh die Verve geraubt (4.). Letzte Zweifel zerstreute dann Mario Mandzukic kurz vor dem Seitenwechsel (41.).

Die Defensive ließ mit Lahm als cleverem Organisator so wenig zu, dass man sich zwischenzeitlich Sorgen um Manuel Neuer machen musste. Der Torhüter musste bei kühl-herbstlichen Temperaturen lange Phasen überbrücken, in denen der Ball nicht in seine Nähe kam.

Guardiola "sehr, sehr zufrieden"



"Sehr, sehr zufrieden", äußerte sich Trainer Guardiola angesichts solcher Dominanz. Pünktlich zu den Mammut-Wochen mit sieben Spielen binnen 22 Tagen hat sein Team Balance und Rhythmus gefunden. Den Erfolgen gegen 96 und CSKA sollen nun fünf weitere folgen, mit dem Topspiel auf Schalke steht am Samstag bereits die nächste difizile Aufgabe an.

Umso höher stufte Guardiola die souveräne Darbietung ein. "Das erste Spiel nach einem Champions-League-Triumph ist nie einfach", sagte der Spanier, "alle glauben, es ist einfach. Es ist aber nie einfach auf diesem Niveau."

Hängen blieb am Ende zumindest eines an diesem Abend: Es nörgelte niemand - nicht einmal die kritischsten Beobachter.

Aus München berichtet Andreas Messmer
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