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09.12.2013 - 08:30 Uhr


Fink: "Schalke hat Vorteile"

Ex-HSV-Trainer Thorsten Fink hält Schalke gegen Basel für leicht favorisiert

"Schalke verfügt über eine Top-Mannschaft", sagt der 46-Jährige

Fink (M.) trainierte den FC Basel von Sommer 2009 bis Oktober 2011

München - Dem FC Schalke steht nach der 1:2-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach das nächste richtungsweisende Spiel bevor: Der FC  Basel kommt Mittwoch zum "Endspiel" ums Weiterkommen in der Champions League in die VELTINS-Arena. Im Interview mit bundesliga.de spricht der ehemalige Trainer der Baseler, Thorsten Fink, über den Status des Clubs als Schweizer FC Bayern und die Stärken und Schwächen des Teams.

bundesliga.de: Herr Fink, als Trainer des FC Basel haben Sie mit dem Club zweimal den Meistertitel geholt. Hat Basel mit dem FC Bayern mehr gemein als das Kürzel FCB und ist tatsächlich so eine Art Bayern München der Super League?

Thorsten Fink: Das kann man so sagen. Wie der FC Bayern auch ist der FC Basel ein Verein, der es gewohnt ist, überall auf Sieg zu spielen. Diese Mannschaft hat das Sieger-Gen, und mit einem Unentschieden mag sich dort niemand zufrieden geben. So hat man in der jüngeren Vergangenheit etwa bei Manchester United immerhin 3:3 gespielt oder beim AS Rom 3:1 gewonnen. Und aktuell konnte man den FC Chelsea gleich zweimal schlagen. Diese Erfolge kommen nicht von ungefähr. Mit Präsident Bernhard Heusler und mit Sportdirektor Georg Heitz arbeiten dort gute Leute, die den Club hervorragend führen und auch im Nachwuchsbereich auf Kontinuität setzen.

bundesliga.de: Wo liegen die Stärken dieser Mannschaft?

Fink: Basel verfügt über ein eingespieltes Team. In der Mannschaft stehen noch immer sechs, sieben Spieler, die schon zu meiner Zeit dabei waren. Zudem zeigt die Tatsache, dass die Spieler des FC Basel gerade auch in der Bundesliga sehr begehrt sind, welche Klasse der Club verkörpert. Xherdan Shaqiri spielt beim FC Bayern eine sehr gute Rolle, Granit Xhaka bei Borussia Mönchengladbach. Und aktuell sind viele europäische Top-Klubs an den beiden offensiven Außen der Baseler, an Valentin Stocker und an Mohamed Salah, interessiert.

bundesliga.de: In dieser Saison konnte man sich in der Schweizer Super League allerdings noch nicht entscheidend absetzen...

Fink: Das stimmt. Aktuell hat man nur drei Punkte Vorsprung auf den Zweitplatzierten, die Youngs Boys aus Bern. Das war in der Vergangenheit aber kaum anders und liegt sicherlich nicht zuletzt an der Dreifachbelastung, die der FC Basel aushalten muss.

bundesliga.de: Innerhalb von nur vier Tagen bekommen es die Schalker gleich zweimal mit der Familie Xhaka zu tun, erst mit Granit bei Mönchengladbach, dann mit Taulant bei Basel. Was für ein Spielertyp ist der Baseler?

Fink: Taulant ist ein Spieler mit großem Herz. Ein Fighter, der defensiv auf vielen Positionen spielen kann, ob nun als Rechtsverteidiger, Linksverteidiger oder im defensiven Mittelfeld. Zudem verfügt er über eine gute Technik und über großes Selbstvertrauen. Das scheint wohl in der Familie Xhaka zu liegen.

bundesliga.de: Wo liegen die Schwächen dieser Mannschaft?

Fink: Ich möchte es anders formulieren: Der FC Schalke braucht sich ganz sicher nicht zu verstecken vor Basel. Denn Schalke verfügt meiner Meinung nach trotz der aktuellen Situation über eine Top-Mannschaft, die auch Basel schlagen kann. Gerade in Sachen Robustheit sollten die Königsblauen ein paar Vorteile haben. Und wenn Schalke den Gegner mit Ballbesitz viel beschäftigt, könnten die Schweizer in arge Probleme geraten. Dennoch wäre es fatal, Basel nur deshalb zu unterschätzen, weil man das Hinspiel in der Schweiz mit 1:0 gewinnen konnte.

bundesliga.de: Wie lautet Ihr Tipp für die Partie?

Fink: Als Deutscher wünsche ich mir natürlich, dass Schalke gewinnt und weiterhin Champions League spielen kann. Aber ich habe nach wie vor auch ein Herz für den FC Basel und für meine ehemaligen Spieler, so dass mir ein Tipp nicht ganz leicht fällt. Letztlich glaube ich aber an ein 2:1 für Schalke.

Das Gespräch führte Andreas Kötter

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