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12.12.2013 - 10:50 Uhr


Erleichterung nach Pokal-Abend in BVB-Manier

"Ich habe endlich mal wieder getroffen, dann ist es auch noch so ein wichtiges Tor", war Matchwinner Kevin Großkreutz überglücklich

Nuri Sahin (l.) war rechtzeitig fit und durfte mit seinem Coach Jürgen Klopp über den Einzug ins Achtelfinale jubeln

Besonders angetan war Klopp vom jungen Marian Sarr (r.), der in der Innenverteidigung sein Debüt für Schwarz-Gelb gab

Marseille - Alle waren sie auf dem Rasen, um sich in die Arme zu nehmen und den vor wenigen Wochen fast schon nicht mehr für möglich gehaltenen Einzug ins Achtelfinale zu genießen. Der Tross von Borussia Dortmund feierte das  2:1 bei Olympique Marseille und den damit verbundenen Gruppensieg überschwänglich. Der Mann des Tages, Kevin Großkreutz, jubelte als erster am Zaun mit den Fans, Trainer Jürgen Klopp feuerte gleich ein Dutzend geschwungener Siegerfäuste in den französischen Nachthimmel.

"Wir haben aber immer an den Sieg geglaubt und waren alle 30 Sekunden im Strafraum. Da musste dann irgendein Schuss mal im Tor landen. Die Jungs haben alles versucht, waren konzentriert bis in die Haarspitzen. Die Mannschaft hat alles rausgehauen, auch wenn man uns nach der Führung von Neapel den Druck angemerkt hat", analysierte der Coach auf der Pressekonferenz den Erfolg im Stade Velodrome.

"Das ist ein unglaubliches Gefühl"

Siegtorschütze Großkreutz konnte das Erlebte auch gut eine Stunde nach dem Abpfiff kaum greifen und auch nur schwer in Worte fassen: "Das ist ein geniales Gefühl: Ich habe endlich mal wieder getroffen, dann ist es auch noch so ein wichtiges Tor. Ich bin überglücklich. Mit unseren Fans nach dem Spiel zu feiern ist eine der besten Belohnungen für so einen Sieg. Unsere Fans sind positiv bekloppt, ich genieße das immer wieder. Das ist ein unglaubliches Gefühl."

Dabei sah es lange Zeit gar nicht nach einem Happy End aus. Denn viel zu fahrlässig gingen die Dortmunder mit ihren Chancen um. Robert Lewandowski schob den Ball am leeren Tor vorbei. Marco Reus gelang selbiges Kunststück, in dem er eine passgenaue Hereingabe vom eingewechselten Jonas Hoffmann aus sieben Metern über die Latte bugsierte. Wenig später traf er auch noch den Pfosten.

"Am Ende haben wir eigentlich alles richtig gemacht, aber doch so viel falsch, dass wir sehr viele klare Chancen gegen einen leidenschaftlichen und tief stehenden Gegner nicht genutzt haben. Es geht dann so ein 'gewürgter’ Ball von Kevin rein, obwohl wir vorher die viel eindeutigeren Möglichkeiten hatten", haderte Klopp ein wenig mit der Chancenverwertung.

Sieger in der "Hammer-Gruppe"

Doch an diesem Abend überwog die Freude über das Erreichte. Nach der Heimpleite gegen Arsenal am 4. Spieltag der Gruppenphase war das Achtelfinale in weite Ferne gerückt. Mit dem Sieg gegen Neapel und dem Dreier zum Abschluss in Marseille wurde das fast Unmöglich noch möglich gemacht.

"Die Mannschaft hat eine fantastische Reaktion gezeigt. In diesem Halbjahr ist so vieles gegen uns gelaufen. Darauf immer wieder zu reagieren, das gelingt uns zwar nicht immer, aber schon sehr häufig. Und das nehmen wir mit", freute sich Klopp.

Ein Lob kam auch von Hans-Joachim Watzke. "Viel haben uns schon am Scheideweg gesehen. Von daher ist es sehr schön, dass wir als Gruppensieger hervorgehen. Zumal erstmals ein Team mit zwölf Punkten ausgeschieden ist. Das zeigt, welche Qualität diese Gruppe hatte", erklärte der BVB-Geschäftsführer.

"Höhepunkt für deutschen Fußball"

Er vergaß dabei auch nicht, über den Tellerrand seines Vereins zu schauen. "Vier deutsche Mannschaften im Achtelfinale: Das ist schon ein toller Erfolg und ein weiterer Höhepunkt für den deutschen Fußball. Ich habe mich tags zuvor schon sehr über das Weiterkommen von Leverkusen gefreut. Und nun geht auch ein Glückwunsch nach Gelsenkirchen", sagte er zu bundesliga.de.

Einen Glückwunsch hätte auch die medizinische Abteilung des BVB verdient, die Nuri Sahin nur vier Tage nach seinem Außenbandteilriss am rechten Sprunggelenk soweit fit bekam, dass er spielen konnte.

"Nach 70 Minuten hat es mir hinten rein gestochen. Und dann sehe ich noch, dass Neapel in Führung gegangen ist. Von da ab war es ein Europapokal-Abend, wie ihn wohl nur Borussia Dortmund spielen kann. Es wäre traurig, wenn wir das Spiel nicht gewonnen hätten“, meinte der türkische Nationalspieler.

Top-Debüt für Sarr

Still blieb dagegen Marian Sarr, der an einem für ihn unvergesslichen Abend an den Journalisten vorbei direkt in den Mannschaftsbus geführt wurde. Dabei lieferte der 18-Jährige als Partner von Sokratis in der Innenverteidigung eine Top-Leistung ab. Und das bei seinem Profi-Debüt für die Borussia.

"Marian Sarr hat unglaubliche Ruhe ausgestrahlt. Er hat auf dem Platz alles umgesetzt, sogar mehr, als ich mir von ihm erträumt habe", freute sich Klopp über den Auftritt des Youngsters.

Für den BVB bleibt nun nur wenig Zeit zum Jubeln. Schon am Samstag geht es in Hoffenheim wieder um Punkte in der Liga. Und Hans-Joachim Watzke erklärte schon einmal, was er sich von diesem Spiel und auch dem Hinrundenabschluss gegen Hertha BSC erwartet. "Wir haben jetzt schon einen Zähler mehr geholt, als nach der Hinrunde in der vergangenen Saison. Aber ein paar mehr Punkte dürften es am Ende des Jahres dann schon noch sein."

Aus Marseille berichtet Michael Reis

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