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02.10.2013 - 10:32 Uhr


Durm: "Wie im Märchen"

BVB-Youngster Erik Durm feierte gegen Olympique Marseille sein Debüt in der Champions League (© Imago)

"Wenn vor dem Spiel die Hymne gespielt wird, das ist ein absoluter Gänsehautfaktor", sagt der 21-Jährige (M.)

Durm (r.) bereitete das 1:0 für die Schwarz-Gelben durch Robert Lewandowski vor

Dortmund - Stell dir vor, du spielst plötzlich Champions League - und gleich in deinem ersten Spiel machst du nicht nur ganz cool deinen Job, sondern glänzt auch noch mit einer Torvorlage. Youngster Erik Durm gelang der nahezu perfekte Einstand beim 3:0-Sieg des BVB über Olympique Marseille.
Nach seinem erfolgreichen Debüt in Europas Königsklasse als Vertreter des verletzten Marcel Schmelzer erzählte der 21-Jährige mit glänzenden Augen von seinen Gefühlen auf dem Platz, sprach über eine Schrecksekunde und schilderte den Moment seiner perfekten Vorlage.

Frage: Erik Durm, verraten Sie uns doch bitte mal, wie es nach ihrem Europapokal-Debüt in Ihnen aussieht.

Erik Durm: Im Moment ist für mich alles ein bisschen wie im Märchen. Die letzten beiden Wochen waren sehr aufregend für mich. Ich durfte ja schon am Wochenende vor 80.000 Zuschauern Bundesliga-Atmosphäre schnuppern. Die Champions League war aber natürlich noch einmal etwas ganz Besonderes. Wenn man das so zum ersten Mal unten auf dem Rasen erlebt, wenn vor dem Spiel die Hymne gespielt wird, das ist ein absoluter Gänsehautfaktor.

Frage: War diese Partie der Höhepunkt Ihrer noch jungen Karriere?

Durm: Das war in meiner Karriere bislang das größte Erlebnis. Definitiv! Letztes Jahr habe ich bei den Champions-League-Spielen des BVB immer auf der Tribüne mitgefiebert und da schon jedes Mal Gänsehaut bekommen bei der Hymne. Jetzt selbst dabei zu sein und sich vor dem Spiel für das gemeinsame Mannschaftsfoto aufzustellen, das ist ein tolles Gefühl. Besser geht es nicht!

Frage: Hatten Sie denn in der Nacht vor dem Spiel vor Aufregung überhaupt schlafen können?

Durm: Ehrlich gesagt hat es schon etwas länger gedauert, bis ich in der letzten Nacht eingeschlafen bin. Aber nach diesem Spiel werde ich bestimmt umso besser schlafen können. Wohl auch nicht sofort, aber auf jeden Fall viel entspannter.

Frage: So wie es zurzeit für Sie läuft, können Sie auch ganz entspannt sein.

Durm: Ich habe in den letzten zwei Wochen vier Spiele von Beginn an gemacht. Dabei ist bis auf das Unentschieden in Nürnberg auch noch alles optimal gelaufen und wir haben gewonnen. So kann es gerne weitergehen. Es läuft wirklich sehr gut, und das gilt im Moment für die Mannschaft und für mich gleichermaßen.

Frage: Und dann haben Sie in Ihrem ersten Spiel in der Champions League auch gleich noch eine Torvorlage verbuchen können. Wie haben Sie diese Szene erlebt?

Durm: Ich habe den Ball von Micki bekommen, der quer gepasst hatte. Dann habe ich aus dem Augenwinkel auf der rechten Seite irgendetwas Gelbes gesehen und habe den Ball dann instinktiv herübergelegt. Lewi hat ihn Gott sei Dank reingemacht. Das war natürlich ein besonderer Moment für mich: erstes Spiel, dann gleich der erste Assist. Dazu saßen mein Papa und mein bester Kumpel genau auf der Tribüne, vor der das Tor gefallen ist. Das war einfach ein geiles Gefühl! Ein richtig geiler Tag!

Frage: Eine Schrecksekunde gab es aber auch, als ein Olympique-Spieler nach einem Kontakt mit Ihnen im Strafraum zu Fall kam. Was war da los?

Durm: Die Franzosen haben den Ball gut durchgesteckt und mein Gegenspieler ist dann gut gelaufen, hat den Körper gut reingestellt. Ich habe ihn von hinten ein bisschen geschubst. Aber ich denke, das war noch legal. Ich hätte da keinen Elfmeter gegeben. Der Schiedsrichter hat es zum Glück auch so gesehen und nicht gepfiffen.

Frage: Wie war es denn eigentlich ohne Jürgen Klopp, der die Mannschaft nach seiner Sperre nicht coachen durfte?

Durm: Es war schon etwas anders, weil der Trainer ja auch nicht mit in der Kabine war vor dem Spiel und während der Halbzeitpause. Aber Zeljko Buvac macht auch einen super Job. Für die Mannschaft war es keine große Veränderung. Wir haben unser Spiel durchgezogen, wie wir es immer versuchen. Und was außen an der Linie passiert, bekommt man während des Spiels ohnehin eher weniger mit.

Frage: Wurde der Sieg in der Kabine noch ein bisschen gefeiert? Immerhin stand der BVB vor dem Spiel doch schon etwas unter Druck.

Durm: Wir waren schon alle sehr erleichtert. Nach einem Sieg darf man dann auch ein bisschen ausgelassen sein. Wir haben es gegen Marseille von der ersten Minute an gut gemacht und während der gesamten 90 Minuten nicht viel zugelassen. Vorne haben wir unsere Chancen gehabt und hätten sogar ein, zwei Tore mehr machen können. Ich hätte selbst sogar noch ein Tor schießen können, wenn ich vorne ein bisschen konsequenter gewesen wäre. Aber insgesamt können wir nach dieser Partie alle hochzufrieden sein.

Frage: Jetzt stehen in der Gruppenphase für den BVB die beiden Duelle gegen Arsenal London an, zunächst auswärts. Muss man dort auch punkten, um sich am Ende durchzusetzen?

Durm: In der Champions League ist jedes Spiel wichtig, egal ob zuhause oder auswärts. Wir gehen auch jedes Spiel an, als wäre es das letzte, und versuchen, jedes Mal alles mitzunehmen. Das werden wir natürlich auch in London tun. Ich gehe fest davon aus, dass wir da auch etwas holen können.

Aus Dortmund berichtet Dietmar Nolte


Spielbericht: Dortmund - Marseille 3:0
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