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18.09.2013 - 08:42 Uhr


David Alaba: Traumstart mit Augenmaß

David Alaba (l., mit Dante und Jerome Boateng) zündet in der 4. Minute den ersten Kracher gegen Moskau

Da hilft auch keine Mauer - der Ball schlägt rechts unten im Toreck ein - Igor Akinfeev (h.) kommt nicht ran

Immer nach oben geht der Weg: Alaba (l.) freut sich gemeinsam mit Jerome Boateng über den Führungstreffer

München - David Alaba hat es wieder versucht, doch davongekommen ist er diesmal nicht. Gewöhnlich setzt der junge Österreicher nach Spielen mit dem FC Bayern seinen Unschuldsblick auf und schlurft rasch vorbei an den Journalisten zum Mannschaftsbus. Spricht ihn einer an, zuckt er meist entschuldigend mit den Schultern. Am Dienstagabend entkam er nicht wortlos, das ließ schon sein Auftritt zuvor nicht zu: Der 21-Jährige überragte beim 3:0-Auftaktsieg der Münchner in der Champions League gegen CSKA Moskau.
Das Spiel mit den Medien ist nicht sein Ding, vor Mikrofonen wirkt er scheu, antwortet kurz angebunden in seinem Wiener Dialekt. Auf dem Rasen ist von dieser Schüchternheit nichts zu spüren, da ist Alaba ganz bei sich. So wie in der 4. Minute gegen Moskau. Den Unschuldsknaben nahm ihm Moskaus Torwart Igor Akinfeev spätestens zu diesem Zeitpunkt nicht mehr ab.

Alaba: "Noja, Ich probier's halt ..."



Per Freistoß sorgte Alaba für den Traumstart des Titelverteidigers - und ließ den Starkeeper dabei ganz alt aussehen. Mit Schnitt zirkelte der Außenverteidiger den Ball über die Mauer ins rechte untere Toreck. Alabas lapidarer Kommentar zu seinem Kunstschuss: "Noja, Ich probier's halt, Gott sei Dank ist er rein gegangen."

Allein dem Schöpfer oder dem Zufall geschuldet ist seine Torgefährlichkeit nicht. In der Länderspielwoche hat er kürzlich für Österreich gegen Irland getroffen und damit den WM-Traum der Alpenrepublik am Leben gehalten. Nun war er gegen Moskau erneut der entscheidende Mann, die UEFA kürte ihn zum Spieler der Partie.

Früh in der Saison hat der gebürtige Wiener seine Topform gefunden. Für Trainer Pep Guardiola ist er auf der linken Seite so unverzichtbar wie er es bereits unter Jupp Heynckes war. Keine Selbstverständlichkeit in Zeiten, in denen mit Philipp Lahm einer der weltbesten Außenverteidiger den Sechser vor der Abwehr gibt.

Traumvorlage vom Linksverteidiger



Das inzwischen blind funktionierende Zusammenspiel mit seinem Kumpel Franck Ribery ermöglicht es Alaba, offensiv noch mehr Verantwortung zu übernehmen, in manchen Szenen noch mehr zu riskieren.

So wie in der 68. Minute, da setzte er mit einer Traumvorlage einen drauf: Alaba chippte den Ball mit viel Übersicht auf Arjen Robben, der frei vor dem Torwart nur noch einschieben musste. "Ich habe in Davids Augen gesehen, dass der Ball kommt", beschrieb Robben später die Szene.

Weniger pathetisch schilderte es der Vorbereiter selbst: "Das war spontan. Da bin ich halt gestanden und das war eine der wenigen Lösungen." Noch Fragen?

Die besten Antworten gibt es von David Alaba nur auf dem Platz.


Aus München berichtet Andreas Messmer
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