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01.04.2014 - 18:04 Uhr


Real ausschalten?
"Das wäre ein Riesending!"

Marcel Schmelzer (l.) traf in der Vorsaison im Gruppenspiel gegen Real zum 2:1

Dieses Mal kann "Schmelle" verletzungsbedingt nicht dabei sein

Robert Lewandowski, der im Halbfinale gegen Real vier Mal traf, ist im Hinspiel gelbgesperrt.

Dortmund - Real Madrid wird am Mittwoch in der Champions League gegen Borussia Dortmund auch mit einer Menge Wut im Bauch auflaufen. Davon zeigt sich Marcel Schmelzer im Exklusiv-Interview mit bundesliga.de überzeugt.

Schmelzer weiß nur zu gut, wie man das Star-Ensemble um Cristiano Ronaldo schlagen kann. Bei den Duellen im Vorjahr gelang ihm sogar ein Treffer, dieses Mal muss er allerdings verletzt passen. Im ersten Teil des Exklusiv-Interviews (Hier geht's zu Teil 2...) spricht Dortmunds Außenverteidiger über den erwarteten Sturmlauf der Madrilen und den Mythos Bernabeu, über die richtige Taktik und einen schwarz-gelben Hoffnungsträger.

bundesliga.de: Marcel Schmelzer, Ihr Mannschaftskollege Mats Hummels hat vor den Spielen gegen Madrid von einer "geilen Aufgabe" gesprochen. Würden Sie das so unterschreiben?

Marcel Schmelzer: Vollkommen! Jeder weiß, dass wir große Verletzungssorgen haben. Und jeder weiß, dass es sehr, sehr schwere Spiele werden. Wenn wir unter diesen Bedingungen trotzdem Real Madrid ausschalten könnten, das wäre ein Riesending!

bundesliga.de: Sie selbst haben sich im Spiel gegen Zenit St. Petersburg verletzt, zwei Tage später fand die Auslosung statt. War der Frust in diesem Moment noch einmal besonders groß, weil dem BVB ausgerechnet Real zugelost wurde und Sie zuschauen müssen?

Schmelzer: Es war eigentlich egal, welches Los da gezogen wurde. Es ist einfach generell richtig doof, dass ich die beiden Viertelfinalspiele verpasse. Und es ist schade für die Mannschaft, weil wir bereits so viele Verletzte haben. Dass es nun gegen Real geht, hat die Wut aber nicht noch größer gemacht.

bundesliga.de: Wir dachten, auf Real hätten Sie sich besonders gefreut. Immerhin haben Sie in der vergangenen Saison gegen Madrid sogar einiges Ihrer nicht ganz so häufigen Tore erzielt. Das sind doch schöne Erinnerungen?

Schmelzer: Das stimmt, das war damals ein wahnsinnig geiler Moment! Aber man kann die jetzige Situation eigentlich in keiner Weise mit den Spielen von damals vergleichen. Wir haben unheimlich viele Verletzte, Real hat noch einmal mächtig aufgerüstet. Sie werden dieses Mal voller Wut im Bauch gegen uns spielen, weil sie in der vergangenen Saison im Halbfinale gegen uns ausgeschieden sind und das Endspiel verpasst haben.

bundesliga.de: Glauben Sie, dass der Revanchegedanke so eine große Rolle spielen wird?

Schmelzer: Wenn man einmal im Halbfinale gegen eine Mannschaft rausgeflogen ist und trifft dann nur ein Jahr später auf den gleichen Gegner, ist das natürlich präsent. Das ist etwas, was man unbedingt wieder gutmachen will. Das wird bei Real nicht anders sein. Daher wird eine Menge Wut dabei sein.

bundesliga.de: Im Halbfinale war es in der letzten Saison eine enge Sache. Fast wäre der BVB im Rückspiel im legendären Bernabeu-Stadion doch noch gescheitert. Spürt man in solchen Momenten den oft zitierten "Mythos Bernabeu"? Muss sich die Mannschaft am Mittwoch auch auf eine ganz spezielle Atmosphäre einstellen?

Schmelzer: Es ist ohne Frage ein ganz besonderes Stadion. Obwohl wir das Hinspiel damals 4:1 gewonnen hatten, war uns allen klar, dass es in Madrid in diesem Stadion trotzdem noch eine enge Sache werden kann. Die ersten 20 Minuten war es richtig schwierig, überhaupt aus der eigenen Hälfte zu kommen. Wir hatten zwar auch unsere Chancen und haben einige Möglichkeiten liegen lassen. Hätten wir ein Tor geschossen, wäre es sicher ruhiger abgelaufen. So wurde es am Ende ganz eng. Wenn eine Mannschaft mit acht Offensivspielern stürmt, und die alle auf Weltklasseniveau, dann ist das einfach ganz schwer zu verteidigen.

bundesliga.de: Erwarten Sie, dass Real das Hinspiel am Mittwoch mit einem ähnlichen Sturmlauf angehen wird?

Schmelzer: Ich gehe davon aus, dass Real ein ähnlich gutes Ergebnis holen möchte, wie es uns vor einem Jahr zuhause im Halbfinale gelungen ist. Sie wissen auch, dass sie in unserem Stadion zwei Mal verdient verloren haben. Sie wissen jetzt, wie schwer es ist, in Dortmund zu gewinnen. Daher werden sie alles geben, um schon im Hinspiel die Grundlage für die nächste Runde zu legen.

bundesliga.de: Kann man Real selbst mit einer offensiven Gangart begegnen?

Schmelzer: Es wäre falsch, sich in Madrid nur hinten reinzustellen. Dafür ist die Qualität Reals zu groß, um zu verhindern, dass nicht auch mal ein Ball vors Tor kommt. Ich denke, wir sollten an unserem Stil generell nicht viel verändern. Wir werden versuchen, kompakt in unserer Zone zu stehen und gut zu verteidigen. Ganz wichtig wird es sein, gegen die beiden Weltklasse-Außenstürmer Ronaldo und Bale gut zu verschieben. Und was bei uns nach vorne möglich ist, hat man zuletzt in Stuttgart gesehen. Wenn Marco Reus oder Henrikh Mkhitaryan über ihre Schnelligkeit zum Abschluss kommen, ist das wichtig. So können wir Nadelstiche setzen.

bundesliga.de: Marco Reus hat gerade mit seinen drei Treffern gegen Stuttgart gezeigt, wie wertvoll er für die Mannschaft ist.

Schmelzer: Es ist ganz wichtig, Marco dabei zu haben, weil er ein Spiel alleine entscheiden kann. Es ist aber auch einfach schön, dass wenigstens er aus dem Kreis der verletzten Spieler wieder fit geworden ist. Am Wochenende gegen Stuttgart hat man gesehen, dass Marco Verantwortung übernommen hat. Auch im Derby liefen alle gefährlichen Angriffe über ihn. Es ist wichtig für uns, dass er nach seiner Verletzungspause gleich wieder so einen guten Lauf hat.

bundesliga.de: Teilen Sie die Einschätzung, dass auch die aktuelle Mannschaft von Real trotz aller hochkarätigen Offensivspieler defensiv verwundbar ist?

Schmelzer: Jede Mannschaft hat Schwächen. Aber Real hat auch daran gearbeitet. Carvajal ist zum Beispiel neu hinzugekommen. Zwar fällt Marcelo jetzt verletzt aus, aber ich glaube trotzdem, dass Real defensiv eher stabiler geworden ist.

Das Gespräch führte Dietmar Nolte

Im zweiten Teil des Interviews spricht Marcel Schmelzer über Superstar Ronaldo und die Mega-Offensive der Königlichen, eine Mammutaufgabe für die BVB-Defensive - aber auch Reals Angst vor Robert Lewandowski.

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