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25.02.2014 - 09:02 Uhr


BVB mit Sorgen gegen russische Minimalisten

"Wir rechnen auf jeden Fall mit einer fußballerisch sehr starken Zenit-Mannschaft", sagt BVB-Coach Jürgen Klopp

Mats Hummels (2.v.r.) war beim Abschlusstraining dabei, sein Einsatz ist aber noch nicht sicher

Robert Lewandowski hat seine Erkältung auskuriert und steht zur Verfügung

St. Petersburg - Ein Stadtbummel durch St. Petersburg ist schon ein Augenschmaus. Ein Prachtbau reiht sich an den nächsten. In der Zarenstadt zeigt sich anschaulich, wie prunkvoll zur Zeit Peters des Großen gelebt wurde.

Ähnlich ausschweifend konstruieren die Macher des heimischen Vorzeigeclubs Zenit St. Petersburg das Fundament ihrer Ambitionen. Seit Jahren wird versucht, mit viel Geld einen Platz unter den besten Mannschaften Europas zu sichern. Das Ergebnis, vor allem in der Champions League, fällt aber eher bescheiden aus. In dieser Saison reichte es mit einem minimalistischen Rekord von gerade einmal sechs Zählern für den Einzug ins Achtelfinale. Und das mit lediglich fünf geschossenen Toren, so selten hat sonst keines der anderen 15 qualifizierten Teams getroffen.

Zorc: "Chancen stehen 50:50"

Doch im Lager von Borussia Dortmund möchte man dennoch nicht von einer leichten Aufgabe gegen die Russen sprechen. Im Gegenteil. "Wir wissen, dass es im Achtelfinale der Champions League keine leichten Spiele mehr gibt. Zenit hat zudem in der Winterpause auf dem Transfermarkt noch einmal nachgelegt. Ich denke, dass die Chancen 50:50 stehen", erklärte BVB-Sportdirektor Michael Zorc im exklusiven Interview mit bundesliga.de.

Torhüter Roman Weidenfeller pflichtete Zorc bei. "Zenit St. Petersburg mag vom Klang her eine andere Bedeutung haben als Barcelona, Manchester City oder etwa Paris Saint-Germain. Jeder, der sich aber ein wenig näher mit der Materie beschäftigt, weiß, dass Zenit durchaus eine Menge zu bieten hat. Sie werden uns alles abverlangen", sagte er zu bundesliga.de. (zum Interview)

Wenige Stunden vor dem Anpfiff des Achtelfinal-Hinspiels im Petrovskiy Stadion (ab 17:45 Uhr im Live-Ticker) finden Sie hier alle wichtigen Informationen und Zahlen kompakt zusammengefasst.

Personal 

Borussia Dortmund scheint nicht nur wegen der 0:3-Pleite in Hamburg angeschlagen. Ist das Lazarett mit Spielern wie Ilkay Gündogan (Aufbautraining), Neven Subotic (Kreuz- und Innenbandriss) oder Jakub Blaszczykowski (Kreuzbandriss) eh schon hochkarätig gefüllt, gesellte sich nach dem Auftritt in der Hansestadt auch noch Sven Bender mit einer Schambeinentzündung dazu. "Manni" fällt damit voraussichtlich für den Rest der Saison aus.

Nur gut, dass Stürmerstar Robert Lewandowski eine Erkältung rechtzeitig abschütteln konnte. Ein Fragezeichen steht hinter dem Einsatz von Abwehrchef Mats Hummels (Stauchung und Bandzerrung am Fußwurzelgelenk). Er hat das Abschlusstraining absolviert, ob er auflaufen kann, wird sich aber wohl erst kurz vor dem Spiel entscheiden.

Bei Zenit plagt sich Alexandr Kerzhakov mit Rückenproblemen herum, er wird aber wohl genauso wie Stürmer-Neuzugang Jose Rondon spielen können. Anders verhält es sich bei Danny, der sich beim 0:0 im letzten Testspiel gegen BATE Borisov verletzt hat und nicht zur Verfügung steht.

Schlagzeilen gibt es um Roman Shirokov. Der Techniker sollte erst mit einer Fußverletzung ausfallen, wurde dann aber fit gemeldet. Angeblich soll es im Trainingslager in Israel zum Streit mit Trainer Luciano Spalletti gekommen sein, weshalb er aus disziplinarischen Gründen nicht im Kader stehen könnte. 

Zahlen

Die Bilanz des BVB im Europapokal gegen russische Teams ist positiv. In vier Spielen gelangen drei Siege, bei einem Remis. Gegen Zenit tritt die Borussia aber erstmals an.

Zenit hat gegen deutsche Clubs auf europäischen Parkett zwar eine negative Ausbeute (vier Siege, drei Remis, fünf Niederlagen), die vergangenen drei Partien konnten die Russen aber gewinnen. Zuletzt gelang im Halbfinale der Europa League 2007/08 gar ein 4:0 gegen den FC Bayern.

Von den vergangenen zehn Spielen in der Champions League blieb der BVB nur ein Mal ohne Gegentor - beim 3:0 am 2. Spieltag der Gruppenphase gegen Olympique Marseille.

Stimmen

Jürgen Klopp: "Wir hatten eine sehr schwere Gruppe, aber die von Zenit war auch nicht einfach. Gerade im Heimspiel gegen Atletico Madrid hat das Team sehr gut gespielt. Und Atletico gilt ja weiter als Geheimfavorit auf den Titelgewinn. Wir rechnen auf jeden Fall mit einer fußballerisch sehr starken Zenit-Mannschaft."

Sebastian Kehl: "Wir haben viele Spiele von Zenit in der Videoanalyse gesehen. Sie werden ein sehr unangenehmer Gegner sein. Aber wir wollen eine Runde weiterkommen und ich glaube, dass wir das auch schaffen können."

Roman Weidenfeller: "Hulk, Witsel oder Arshavin, das sind allesamt Spieler mit Top-Qualität, die uns alles abverlangen werden."

Luciano Spalletti: "Ich habe den Spielern gesagt, dass wir ein neues Kapitel in den Geschichtsbüchern von Zenit schreiben können, wenn wir erstmals das Viertelfinale der Champions League erreichen können."

Anatoliy Tymoshchuk: "Wir haben ein technisch gutes Team mit schnellen Leuten. Wir sind heimstark und werden gegen Dortmund mit viel Herzblut auftreten. Aber wenn wir in die nächste Runde einziehen wollen, dann müssen wir unsere Chancen konsequent nutzen."

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Zenit St. Petersburg: Lodygin - Ansaldi, Lombaerts, Hubocan, Criscito - Fayzulin, Witsel - Hulk, Shatov, Arshavin - Rondon

Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Friedrich, Sokratis, Schmelzer - Sahin, Kehl - Reus, Mkhitaryan, Großkreutz - Lewandowski

Schiedsrichter: William Collum (Schottland)

Aus St. Petersburg berichtet Michael Reis

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