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Champions League

08.04.2014 - 22:35 Uhr


BVB verpasst das Fußball-Wunder gegen Real

Borussia Dortmund schlägt Real Madrid mit 2:0 und scheidet nach großem Kampf aufgrund der 0:3-Niederlage im Hinspiel dennoch aus der Champions League aus

Beim BVB stehen überraschend Oliver Kirch (r.), Milos Jojic (l.) und Manuel Friedrich (nicht im Bild) in der Startelf

Kevin Großkreutz (l.) und Co. legen sofort den Vorwärtsgang ein, leisten sich aber auch einige Nachlässigkeiten

Das rächt sich, als der Schiedsrichter nach einem angeblichen Handspiel von Lukasz Piszczek auf Strafstoß entscheidet - doch Schlussmann Roman Weidenfeller (2.v.l.) entschärft den Schuss von Angel di Maria (2.v.r.)

Diese Aktion wird für die Hausherren zur Initialzündung. Nach einem Fehlpass der Königlichen umkurvt Marco Reus (r.) den spanischen Keeper Iker Casillas und schiebt zum 1:0 ein (24.)!

In der 37. Minute ist es erneut Reus, der nach einem Pfostenschuss von Robert Lewandowski zum 2:0-Pausenstand abstaubt!

Die Schwarz-Gelben brauchen damit nur noch ein einziges Tor - doch die Spanier um Gareth Bale (r.) kommen mit neuem Schwung aus der Kabine und erspielen sich die ersten Möglichkeiten

Dann fangen sich die Westfalen wieder und drücken aufs Tempo. Aber der Ball will nicht mehr über die Linie. Allein Henrikh Mkhitaryan (r.) scheitert zwei Mal - erst am Pfosten und dann an Casillas (M.)

Dortmund - Borussia Dortmund hat trotz einer leidenschaftlichen Aufholjagd das erhoffte Fußball-Wunder knapp verpasst. Ein Tor fehlte dem  Vizemeister zur Verlängerung, zwei für den historischen Coup und den zweiten Einzug ins Halbfinale der Champions League in Folge. Nach dem hochverdienten 2:0 (2:0) gegen Real Madrid, das im Hinspiel ein 3:0 vorgelegt hatte, verabschiedete sich der BVB jedoch erhobenen Hauptes und unter den Ovationen der Fans für diese Saison aus der Königsklasse.

Das ohne Weltfußballer Cristiano Ronaldo angetretene Real zog hingegen dank seines überragenden Nationaltorhüters Iker Casillas zum vierten Mal in Folge in die Runde der letzten Vier ein, in der es im vergangenen Jahr nicht zuletzt wegen einer 1:4-Niederlage an gleicher Stelle an den Westfalen gescheitert war.

Reus schnürt Doppelpack

Nachdem Nationaltorhüter Roman Weidenfeller einen unberechtigten Handelfmeter (17.) von Angel di Maria gehalten hatte, traf Marco Reus per Doppelpack (24. und 37.) und ließ die 65.829 Zuschauer im ausverkauften Signal Iduna Park von einem Wunder träumen. (XL-Galerie: Bilder des Spiels)

"Neven Subotic hat mir gesagt, er ist unheimlich stolz, Teil dieser Mannschaft zu sein. Das sagt alles", sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp und schob nach: "Dieses Spiel musst du konservieren, ein Video draus machen und allen Mannschaften, die das Hinspiel 0:3 verloren haben, zu zeigen, um zu sagen, da geht noch was. Es war unfassbar. Weil das Spiel heute so gut war, gibt es keinen Vorwurf an irgendwen." 

"Fantastisches Spiel"

"Das war ein fantastisches Spiel. Trotzdem sind wir enttäuscht", sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke bei "Sky": "Wir waren ganz nah dran. Beim dritten Tor wäre Real Madrid tot gewesen. Und wir hätten es zwei oder drei Mal machen können."

Auch der überraschend eingesetzte Oliver Kirch hatte gemischte Gefühle. "Das ist richtig komisch. Wir haben ein richtig geiles Spiel abgeliefert. Mehr kann man nicht machen. Und trotzdem sind wir raus", sagte der Mittelfeldspieler: "Aber was hier abging, ist Wahnsinn. Wir haben dran geglaubt, wir hätten schon in der ersten Halbzeit vier oder fünf Tore schießen können." 

Klopp rotiert - mit Erfolg

Klopp hatte mit seiner Rotation vor dem Abpfiff für Aufsehen gesorgt. Statt Sokratis begann Manuel Friedrich in der Innenverteidigung, Milos Jojic sowie Kirch spielten im Mittelfeld. Bei Real blieb der angeschlagene Ronaldo, der einen letzten Versuch beim Abschlusstraining am Montag wegen Knieproblemen abbrechen musste, 90 Minuten auf der Bank.

Die Dortmunder Rumpfmannschaft strafte alle Zweifler schon in den Anfangsminuten Lügen, denn sie versuchte mit aggressivem Zweikampfverhalten und zahlreichen Ballgewinnen im Mittelfeld ein frühes Zeichen zu setzen. Die Marschroute der Königlichen war offensichtlich: Aus einer kompakten Abwehr sollte per Konter der sicherlich vorentscheidende Auswärtstreffer gelingen.

Weidenfeller hält Elfmeter

Doch von dem war die Mannschaft von Trainer Carlo Ancelotti in der ersten Halbzeit weit entfernt, bis Schiedsrichter Damir Skomania aus Slowenien nach einem angeblichen Handspiel von Lukasz Piszczek plötzlich auf den Elfmeterpunkt zeigte. Doch Weidenfeller gewann das Duell mit di Maria. (XL-Galerie: BVB-Stars in der Einzelkritik) Fast im Gegenstoß vergab Henrikh Mkhitaryan aus nur acht Metern freistehend die Riesenchance zum Führungstreffer.

Der gelang schließlich Reus, der eine missglückte Kopfball-Abwehr von Pepe nach einem langen Pass von Friedrich zum 1:0 nutzte. Pech hatte Mats Hummels, der Real-Keeper Iker Casillas mit einem Kopfball zu einer Glanzparade zwang. Schließlich staubte Reus nach einem Pfostenschuss von Robert Lewandowski zum 2:0 ab und verwandelte die Dortmunder Arena in ein Tollhaus.

BVB dreht auf

Dortmund dominierte Ball und Gegner mit einer imponierenden Vorstellung. Das Starensemble von Real mit der stärksten Offensive des laufenden Wettbewerbs vermochte sich bis zur Pause nicht eine Chance zu erspielen und stand in der Defensive mit dem Rücken zur Wand.

Nach dem Wechsel präsentierte sich Real offensiver und sorgte sporadisch für Gefahr, doch der BVB drängte auf den dritten Treffer, den Mkhitaryan gleich zwei Mal auf dem Fuß hatte. Nachdem der Armenier Casillas umspielt hatte, landete der Ball nur am Pfosten. Anschließend parierte der 32-Jährige in Weltklassemanier erneut gegen Mkhitaryan sowie Kevin Großkreutz und hielt seine Mannschaft im Spiel.  

Aufstellungen und Statistiken zum Spiel im Ticker nachlesen...

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