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Champions League

09.12.2013 - 18:30 Uhr


Bayer mit breiter Brust

Kapitän Simon Rolfes (r.) glaubt an Bayers Qualifikation fürs Achtelfinale der Champions League

Im Hinspiel rettete Jens Hegelers später Treffer den Leverkusenern drei Punkte gegen San Sebastian

Kommt der Werkself wieder Heung Min Sons (M.) starke Form zugute? In Dortmund erzielte der Südkoreaner am Samstag das Siegor

San Sebastian -  Das Bild von "Leverkusener Angsthasen" soll endlich Geschichte sein. Nach der bestandenen Reifeprüfung bei Borussia Dortmund ist Bayer 04 Leverkusen mit breiter Brust und mächtigem Selbstvertrauen zum entscheidenden Champions-League-Spiel bei Real Sociedad San Sebastian ins Baskenland gereist (Dienstag, ab 20:30 Uhr im Live-Ticker).

Das 0:5-Debakel gegen Manchester United am vergangenen Spieltag ist zwar nur zwölf Tage her, scheint nach dem 1:0 in Dortmund vom Samstag aber Lichtjahre entfernt. Die Losung scheint eindeutig bei der Werkself: Wer beim der Borussia verdient gewinnt, der kann auch in San Sebastian siegen.

Internationale Wiedergutmachung

Zudem soll nach der nationalen Wiedergutmachung in Dortmund nun auch die auf internationaler Bühne gelingen. "Obwohl Dortmund durchaus als internationale Wiedergutmachung durchgeht", wie Sportchef Rudi Völler schmunzelnd erklärte: "Schließlich waren sie Champions-League-Finalist."

Trainer Sami Hyypiä sieht sein Team schon "zurück in der Normalität. 0:5 war happig, aber so etwas passiert. Wir müssen nichts gutmachen und brauchen auch keinen zusätzlichen Druck." 

Die Botschaft vor dem Einstieg in die Chartermaschine LG7891 am Montagmorgen in Köln war jedenfalls eindeutig: Die Werkself, die vor der Partie in Dortmund bei den Härtetests in dieser Saison eher mäßig abgeschnitten hat - zwei Mal gegen Manchester United, gegen Bayern München und beim FC Schalke 04 - will sich dieses Mal nicht den Schneid abkaufen lassen.

Son optimistisch

"Wenn man vor 80.000 Zuschauern in Dortmund so selbstbewusst auftritt, gibt es keinen Grund, das nicht auch in Spanien zu tun", sagte Völler. "Wenn wir so spielen wie in Dortmund, gewinnen wir dort auch", ergänzte Heung Min Son, der seine anfänglichen Anpassungsschwierigkeiten ans Bayer-System offenbar überwunden hat und zuletzt fast nach Lust und Laune traf. Und Innenverteidiger Philipp Wollscheid stellte klar: "Uns war schon vor dem Dortmund-Spiel bewusst, dass wir an einem guten Tag jeden schlagen können."

Simon Rolfes meint, "dass es nicht leichter wird als in Dortmund. Aber wir wollen das nächste Ausrufezeichen in dieser knackigen Woche setzen." Und obwohl der Bundesliga-2. das Erreichen des Achtelfinals nicht in eigener Hand hat, ist die Konstellation in den Augen des Kapitäns "nicht ungünstig". Holen die Rheinländer bei den bereits ausgeschiedenen Basken mehr Punkte als Rivale Schakhtar Donezk bei Manchester United, das noch mindestens ein Unentschieden zum Gruppensieg braucht, hätten sie bei der achten Teilnahme an der Königsklasse zum siebten Mal die Gruppenphase überstanden.

Kießling: "Wir müssen gewinnen"

Die Standleitung nach Manchester wird deshalb eine wichtige Rolle einnehmen. "Vielleicht nehme ich mein Handy mit auf die Bank und versuche, es im Internet zu verfolgen", berichtete Hyypiä mit einem Schmunzeln: "Natürlich ist es wichtig, zu wissen, wie es in Manchester steht. Ob ein Punkt reicht oder ob wir in der Schlussphase alles riskieren müssen." Hyypiä glaubt, dass das kriselnde Manchester "unbedingt Gruppenerster werden will, um nicht gegen Barcelona oder Paris spielen zu müssen". 

Stefan Kießling will sich nicht auf irgendwelche Rechenspiele einlassen. "Es gibt keine zwei Meinungen: Wir müssen gewinnen", betonte der Bundesliga-Torschützenkönig, der in der Champions League erst in zwei von 13 Spielen traf (drei Tore). Auch Innenverteidiger Ömer Toprak will sich nur auf das eigene Spiel konzentrieren: "Wir wollen in der Champions League überwintern. Dafür haben wir eine Aufgabe zu erledigen." Rolfes glaubt derweil: "Wenn wir unsere Hausaufgabe erledigen, kommen wir auch weiter."

Rolfes: "Manchester war eher die Ausnahme"

Leverkusen hat in Spanien außer Stefan Reinartz und Sidney Sam alle Leistungsträger dabei. "Wir haben einige angeschlagene Spieler aus dem Dortmund-Spiel mitgenommen", schränkte Völler ein: "Aber wenn man gewonnen hat, tut es nicht ganz so weh."

Die Blamage gegen Manchester hat für Rolfes jedenfalls keine Relevanz mehr. "Das ist längst abgehakt. Wir haben vorher alles gewonnen und wir haben nachher alles gewonnen", betonte der Mittelfeldspieler: "Wir haben vor zwei Jahren gegen Chelsea gewonnen, die in dem Jahr Champions-League-Sieger wurden. Und wir waren die letzte Mannschaft, die in der Bundesliga gegen Bayern gewonnen hat. So gesehen war Manchester eher die Ausnahme als die Regel."

Voraussichtliche Aufstellungen:

San Sebastian: Bravo - Carlos Martinez, Mikel Gonzalez, Ansotegi, Jose Angel - Bergara, Javi Ros - Vela, Xabi Prieto, Griezmann - Seferovic

Leverkusen: Leno - Donati, Toprak, Spahic, Can - Bender, Rolfes, Castro - Son, Kießling, Hegeler

Schiedsrichter: Tom Harald Hagen (Norwegen) 

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