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Champions League

20.02.2014 - 10:02 Uhr


Ballmaschine mit Torgarantie

Toni Kroos sorgte mit seinem Treffer in den Winkel für die Führung der Bayern. Javi Martinez (l.) und Dante jubeln mit

Philipp Lahm wechselte zur Pause von der rechten Abwehrseite ins Mittelfeld

Manuel Neuer hielt in der Anfangsphase einen Elfmeter von Mesut Özil

London - Wenn es überhaupt noch einen Beweis für Bayerns Dominanz gebraucht hätte, dann wurde man an diesem milden Februarabend im Emirates Stadium fündig. Zehn Minuten hatte sich der FC Arsenal im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen die Münchner austoben dürfen, inklusive eines von Mesut Özil getretenen Foulelfmeters. Als Manuel Neuer jedoch die nicht sonderlich platzierte Kugel mit dem rechten Arm abwehrte, war dies gleichzeitig das Signal zur Trendwende.

"Nach zehn Minuten haben wir das Spiel auch schon mit elf gegen elf übernommen und waren die spielbestimmende Mannschaft", sagte Toni Kroos, der sich zum Ballverteiler im FCB-Mittelfeld aufschwang und von der UEFA zum "Man of the Match" gewählt wurde. Atemberaubend anmutende 142 Pässe spielte Kroos während der 90 Minuten - und damit nur 33 weniger als die gesamte Mannschaft des Gastgebers. 

"Kroos hat auf sehr hohem Niveau gespielt"

Betrachtet man die zweite Hälfte, sind die nackten Zahlen fast schon aberwitzig: Während Bayerns Regisseur 84 Bälle an den Mann brachte, spielten Özil und Co. insgesamt nur noch 37 Pässe - also weniger als die Hälfte von Kroos. "Die Bayern haben vor allem dank Toni Kroos' Passsicherheit die zweite Hälfte bestimmt", staunte etwa "Gunners"-Stürmer Alex Oxlade-Chamberlain über den bajuwarischen Edeltechniker, der mit seinem Gala-Auftritt Werbung in eigener Sache betrieb. Sonderlob bekam Kroos, dessen Vetragsverhandlungen mit dem Rekordmeister zurzeit auf Eis liegen, auch von seinem Trainer: "Er ist immer ein wichtiger Spieler", sagte Pep Guardiola: "Aber heute hat er auf sehr hohem Niveau gespielt."

Doch nicht nur als Taktgeber, sondern auch als Torschütze glänze Kroos, der sein Team mit einem herrlichen Schlenzer in den rechten Winkel in der 54. Minute auf die Siegerstraße brachte. Als Ballmaschine mit Torgarantie erwies sich Kroos - und er setzte in der Nachspielzeit mit einem Flachschuss an den rechten Pfosten beinahe noch einen drauf. "Ich freue mich, dass es gut geklappt hat und ich der Mannschaft gut helfen konnte, weil so ein Auswärtstor immer wichtig ist. Aber genauso wichtig war das zweite Tor", sagte Kroos. Thomas Müller war es in der 88. Minute vorbehalten, für eine noch bessere Ausgangslage für die Bayern zu sorgen.

Sonderlob für Manuel Neuer

Angesichts der Dominanz seiner Schützlinge zeigte sich der spanischen Coach mit der gesamten Mannschaftsleistung sehr zufrieden. "Es ist eine Sache der Persönlichkeit, immer den Ball haben zu wollen. Wir haben nicht die Physis, um dagegenzuhalten, deshalb müssen wir immer spielen." Für Guardiola bedeutet das nichts anderes, als den Gegner nicht an den Ball kommen zu lassen. 838 Pässe spielten die Münchner, und damit so viele wie noch nie in der aktuellen Champions-League-Saison. Zugute kam den Gästen dabei die Rote Karte von Keeper Wojciech Szczesny, der nach einem Foul an Arjen Robben vorzeitig den Platz verlassen musste.  

"Ein großes Ergebnis auf einem schwierigen Feld, gegen einen schwierigen Gegner", sei der 2:0-Sieg gewesen, sagt Guardiola, der bei seinen Ausführungen auch nicht Manuel Neuer vergaß (Interview mit Neuer). "Wir waren glücklich, weil der beste Torwart der Welt seine Qualitäten gezeigt hat." Mit dem Wissen um die eigene Stärke sollte der Viertelfinal-Einzug für die Münchner in zwei Wochen keine große Hürde mehr darstellen. Auch wenn Toni Kroos und Co. den Gästen dann den Ball ein bisschen öfter überlassen sollten.

Johannes Fischer

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