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11.12.2013 - 10:30 Uhr


Abedi Pele: "Marseille hat nichts zu verlieren"

Seine Söhne spielen bei Marseille, er selbst wurde CL-Sieger mit OM und ließ seine Karriere einst in Deutschland ausklingen: Der ehemalige Weltstar Abedi Pele

1993 feierte Pele (3.v.r.) gemeinsam mit Rudi Völler (verdeckt, ganz l.) den Finalsieg im ersten Champions-League-Finale über den AC Mailand

Der ehemalige Münchner Löwe Pele ist mittlerweile bei verschienden FIFA-Komitees tätig und trainiert den FC Nania Accra in seiner Heimat Ghana

München - Er war 1993 einer der ersten Champions-League-Sieger: Abedi Pele. Afrikas dreimaliger "Fußballer des Jahres" gewann den Titel an der Seite von Rudi Völler mit Olympique Marseille gleich in dem Jahr, nachdem die Champions League den Europapokal der Landesmeister abgelöst hatte. Pele, der seine Karriere in der Bundesliga beim TSV 1860 München ausklingen ließ, spricht mit bundesliga.de über das anstehende Duell zwischen seinem Ex-Verein Marseille und Borussia Dortmund. Den Franzosen ist er immer noch verbunden: Gleich zwei seiner Söhne spielen aktuell für Olympique.

bundesliga.de: Herr Pele, Marseille kann gegen Dortmund am letzten Spieltag der Gruppenphase in der Champions League seine ersten Punkte holen und somit verhindern, dass der BVB ins Achtelfinale einzieht.

Abedi Pele: Es ist klar, dass Dortmund als Favorit in dieses Spiel geht. Der BVB ist amtierender Champions-League-Finalist, und nach dem Heimsieg gegen Neapel (3:1, d. Red.), der sehr beeindruckend war, spricht vieles für die Schwarz-Gelben.

bundesliga.de: Beide Teams werden nicht in Bestbesetzung antreten können.

Pele: Ja, bei Marseille sind viele wichtige Spieler verletzt. Mein älterer Sohn Andre Ayew (sein jüngerer Jordan sitzt meistens auf der Bank, d. Red.) ist vor einigen Wochen am Meniskus operiert worden und er fällt noch bis zur Winterpause aus. Mathieu Valbuena hat sich gerade die Schulter ausgekugelt, er steht ebenfalls ein paar Wochen nicht zur Verfügung. Also wäre es eine Überraschung, wenn OM in diesem Spiel bestehen würde. Aber auch Dortmund hat ein paar Personalprobleme, vor allem in der Abwehr.

bundesliga.de: Olympique will die Gruppenphase sichern nicht punktlos beenden. Hat OM das Zeug für eine Trotzreaktion?

Pele: Ich glaube schon, aber dafür müsste so gut wie alles passen. Marseille hat in diesem Spiel nichts zu verlieren und vielleicht gelingt der Mannschaft eine Überraschung. Es wird aber schwer.

bundesliga.de: Was halten Sie von der Entwicklung der Bundesliga in den letzten Jahren?

Pele: Diese Liga hört nicht auf sich stetig zu verbessern. Seit der Weltmeisterschaft 2006 ist die Bundesliga attraktiver, konkurrenzfähiger und stärker geworden. Dass das letzte Champions-League-Finale ein rein deutsches Duell war, war für viele Leute eine dicke Überraschung, aber nicht für mich. Der FC Bayern ist nicht durch reinen Zufall drei Mal in vier Jahren im Finale gewesen. Und Dortmund hatte es verdient, ins Finale zu kommen, nachdem es Gruppensieger der "Todesgruppe" mit Real Madrid, Manchester City und Ajax Amsterdam wurde - und dann im Halbfinal-Hinspiel Real sogar auseinander genommen hat.

bundesliga.de: Ist die Bundesliga in Ihren Augen die Nummer eins der Welt?

Pele: Die Premier League bleibt weiterhin sehr stark, auch wenn die englischen Teams zuletzt in der Champions League nachgelassen haben. Auch die spanischen Vereine haben leicht abgebaut, aber ich glaube, dass der kommende Frühling es zeigen wird: Entweder bestätigten die deutschen Teams ihre Dominanz oder es bleibt dabei, dass England und Spanien knapp vor Deutschland stehen.

bundesliga.de: Wer kommt ins Champions-League-Finale 2014?

Pele: Die Bayern sind seit Anfang dieser Saison bärenstark, mit ihnen ist sicherlich zu rechnen. Auch Paris Saint Germain wird immer besser. Ich bin auch sehr gespannt auf den FC Barcelona. Es wird spannend sein, zu sehen, ob Barca wieder die Nummer eins werden kann oder seine Zeit endgültig abgelaufen ist.

Das Gespräch führte Alexis Menuge

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