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29.08.2013 - 17:38 Uhr


"Das ist ein anderer Planet"

Jose Mourinho trainierte den FC Chelsea bereits von 2004 bis 2007 - diese Saison soll er die "Blues" zurück zu alter Stärke führen

"The Special One" (l.) und der neue Bayern-Coach Pep Guardiola (r.) kennen sich bestens - die beiden Star-Trainer trafen mit ihren Ex-Clubs Real Madrid und FC Barcelona mehr als nur einmal aufeinander

Revanche beim Supercup: In der Neuauflage des Champions-League-Finales von 2012, trifft Pep Guardiolas FC Bayern auf Jose Mourinhos FC Chelsea

Prag - Jose Mourinho wirkte wie immer ausgeglichen und entspannt. Gelassen saß er im Stadion Eden in Prag am Rednerpult auf der Pressekonferenz vor dem UEFA Super Cup zwischen seinem Chelsea FC und dem FC Bayern (Fr., ab 20:30 Uhr im Live-Ticker). Aber dieser Gemütszustand hielt nicht lange an. Gleich mit der ersten Frage war klar, dass der selbsternannte "Special One" jederzeit zum Angriff übergehen kann.
Den Portugiesen störte es gewaltig, dass seine persönliche Statistik gegen Pep Guardiola sofort zu Beginn der Fragerunde aufs Tablett kam - denn die fällt mit lediglich drei Siegen und vier Remis in 15 Duellen recht mäßig aus.

"Es wird unheimlich schwierig"



"Ihre Statistik ist falsch. Sehr falsch sogar. Ich erinnere mich an das Weiterkommen mit Inter im Champions-League-Halbfinale 2009/10 sowie die Siege im spanischen Super Cup und Pokal 2011", erklärte Mourinho und kehrte dabei das reine Zahlenwerk unter den Tisch.

Als ein Journalist im Anschluss auch noch in Erfahrung bringen wollte, was es denn so schwierig und besonders mache, gegen Guardiola zu spielen, reichte es Mourinho. "Es geht hier nicht um Pep und Jose sondern um Bayern und Chelsea. Wenn sie weitere Fragen zu Pep Guardiola haben, müssen sie ihm diese später selbst stellen", meinte er und zupfte das Chelsea-Emblem seines T-Shirts nach vorne. Man merkte dem 50-Jährigen deutlich an, dass er es vermeiden wollte, das zur Privatfehde hochstilisierte Duell der beiden Top-Trainer weiter anzuheizen.

Vielmehr wollte sich Mourinho darauf konzentrieren, die Partie in Prag zu einem richtungsweisenden Spiel für seine Kicker zu befördern. "Spielern wie Franck Ribery, Robben, Schweinsteiger oder Mandzukic sind gerade im besten Fußballer-Alter. Es wird unheimlich schwierig. Wir haben in der vergangenen Saison die Europa League gewonnen. Aber wenn meine Spieler denken, dass sie mit dem Niveau auch in der Champions League bestehen können, täuschen sie sich. Das ist ein anderer Planet", so Mourinho.

"Schon immer ein starkes Team"



Dabei glaubt er nicht, dass die Bayern in dieser Saison noch schwieriger zu schlagen sind, als in der vergangenen Saison - aber auch nicht leichter. "Der FC Bayern war schon immer ein starkes Team, schon 2004, als ich das erste mal als Trainer gegen sie gespielt habe. Mit welcher Taktik oder mit welchem System sie auftreten, ist völlig egal. Sie bleiben stark", meinte Mourinho.

Eine Vorhersage darüber, ob Chelsea nach dem 1:4-Debakel im vergangenen Super-Cup-Finale gegen Atletico Madrid dieses Mal siegreich vom Platz gehen wird, wollte er nicht treffen. Aber: "Im Fußball wird manchmal jeder Matchplan über den Haufen geworfen. Für die Bayern spricht die Stabilität, die Erfahrung. Aber ich glaube, dass wir uns Auge-in-Auge messen. Und das bedeutet auch immer, dass wir gewinnen können."

Aus Prag berichtet Michael Reis
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