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23.10.2013 - 09:39 Uhr


"Das 0:2 muss ich mir ankreiden"

Für Max Meyer (r., neben Frank Lampard) und die Schalker gab es gegen Chelsea nichts zu holen

Schalkes Jungstar zahlte vor allem vor dem Gegentreffer zum 0:2 Lehrgeld (© imago)

Fernando Torres war der Profiteur, umkurvte Timo Hildebrand und versenkte den Ball in die Maschen

Gelsenkirchen - Nach der 0:3-Niederlage gegen den FC Chelsea herrscht auf Schalke Ernüchterung. Die Knappen, die in den ersten beiden Gruppenspielen der Champions League sechs Punkte holten, hatten dem Team von Trainer Jose Mourinho nur wenig entgegenzusetzen. Nach dem Abpfiff stand Schalkes Jungstar Max Meyer Rede und Antwort und nahm die Schuld bei einem Gegentreffer auf sich.
Frage: Max Meyer, Ihr Torhüter Timo Hildebrand hat von einem lehrreichen Spiel gesprochen. Was kann und muss Schalke aus der Partie lernen?

Max Meyer: Wir haben ein Beispiel für Cleverness bekommen. Chelsea war einfach cleverer als wir. Sie hatten nicht viele Chancen, aber sie haben sie konsequent genutzt. Wir hatten auch einige gute Möglichkeiten, aber wir haben daraus kein Tor gemacht. Und wenn man das zusammen nimmt, dann verliert man so deutlich wie wir.

Frage: Also ist das Ergebnis aus Ihrer Sicht zu hoch ausgefallen?

Meyer: Die 0:3-Niederlage klingt sehr deutlich, aber so klar fand ich es nicht. Nach meiner Einschätzung waren wir sogar über weite Strecken des Spiels besser als Chelsea. Sie haben uns auch spielen lassen, dann aber in den entscheidenden Momenten eiskalt zugeschlagen. Sie waren konsequenter und abgeklärter.

Frage: Also muss Schalke vor allem an der Chancenverwertung arbeiten, um in zwei Wochen bei Chelsea bestehen zu können?

Meyer: Spielerisch war unsere Leistung sicher nicht schlecht, damit müssen wir uns nicht verstecken. Aber wir müssen unsere Chancen dann besser nutzen. Wir hatten auch jetzt einige gute Möglichkeiten, hatten aber auch Pech im Abschluss. Außerdem hat Chelsea mit Petr Cech einen überragenden Torhüter, der in einigen Situationen großartig reagiert hat. Wenn wir im Abschluss konsequenter sind, dazu hinten gut stehen und keine Fehler machen, dann kann man auch auswärts in London etwas holen.

Frage: War die Partie für Sie als junger Spieler trotz der Niederlage ein Erlebnis?

Meyer: Champions League ist natürlich immer ein schönes Erlebnis. Auch gegen Chelsea zu spielen, ist etwas Besonderes, auf das man sich richtig freut. Davon träumt jedes Kind, gegen solche Mannschaften zu spielen. Mit der Niederlage ist die Freude jetzt nach der Partie natürlich nicht mehr ganz so groß.

Frage: Ist eine solche Partie gegen Chelsea für Sie auch noch einmal eine besondere Herausforderung?

Meyer: Man kriegt vor allem in der Mitte deutlich mehr Druck als teilweise in der Bundesliga. Der Gegner ist direkt dran und es bleibt nur sehr wenig Zeit, nach der Ballannahme zu reagieren. Man muss schnell den Kopf hoch haben und schnell Entscheidungen treffen.

Frage: Ihnen ist ein Fehlpass unterlaufen, der zum Konter für Chelsea und zum Gegentor zum 0:2 geführt hat. War dieser Moment so etwas wie ein kleiner Albtraum?

Meyer: Irgendwie schon! Es war ein Absprachefehler mit Julian Draxler. Ich hatte auf den Doppelpass spekuliert, aber dann ist er durchgelaufen. Das Gegentor muss ich mir natürlich mit ankreiden. Die Jungs haben mich in der Situation aber direkt aufgebaut und gesagt, dass noch genug Zeit ist, das Spiel zu drehen. Leider hat es nicht mehr geklappt.

Frage: War die Niederlage gegen Chelsea auch eine Stimmungsbremse für das Derby gegen Borussia Dortmund am Samstag?

Meyer: Wir müssen dieses Spiel so schnell wie möglich abhaken und uns wieder komplett auf den Samstag konzentrieren. Da stehen wir in der Pflicht, eine gute Leistung abzuliefern. Wenn wir dann unsere Chancen konsequenter nutzen, kann es am Samstag schon wieder ganz anders aussehen.

Frage: Ist es eher hilfreich oder eher problematisch, dass mit dem Derby jetzt gleich der nächste Kracher wartet?

Meyer: Wir nehmen jedes Spiel, wie es kommt. Jetzt ist es halt Dortmund und da wollen wir unbedingt wieder punkten. Wir müssen und werden auf jeden Fall wieder voll da sein am Samstag!

Aus Gelsenkirchen berichtet Dietmar Nolte
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