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20.02.2013 - 14:34 Uhr


Wundenlecken im Hexenkessel

Schalkes Mannschaft beim Abschlusstraining in der Istanbuler Türk Telekom Arena

Will in Istanbul nach seiner Verletzungspause wieder voll angreifen: Top-Torjäger Klaas-Jan Huntelaar

Blicken dem Hinspiel trotz der Bundesliga-Sorgen zuversichtlich entgegen: Trainer Jens Keller (l.) und Torwart Timo Hildebrand auf der Pressekonferenz

Wird er nach dem "Finale dahoam" 2012 gegen den FC Bayern erneut zum Schreck einer deutschen Mannschaft? Didier Drogba wechselte vor wenigen Wochen aus China an den Bosporus

Istanbul - Die türkischen Fußball-Fans gelten als äußerst fanatisch, wenn es darum geht, ihren Verein zu unterstützen. Bei Galatasaray ist das nicht anders. Das hat sich noch einmal verschärft, seit der Traditionsclub im Januar 2011 vom alten Ali-Sami-Yen-Stadion in die neue Türk Telekom Arena umgezogen ist. Denn nun brüllen nicht mehr nur rund 23.000 "Löwen" ihre Mannschaft nach vorne, sondern über 50.000.
"Unsere Fans sind einfach weltklasse. Sie feuern uns an und peitschen uns nach vorne. Die Atmosphäre im Stadion ist einzigartig. Und ich glaube, dass die Schalker von dieser Stimmung auch erst einmal beeindruckt sein werden", sagte der Ex-Bremer und heutige Co-Trainer von Galatasaray, Ümit Davala, im bundesliga.de-Interview.

Die Schalker zeigten sich im Vorfeld der Partie am Bosporus (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) jedoch wenig beeindruckt. Im Gegenteil. Für Torwart Timo Hildebrand ist das eher noch Ansporn. "Ich liebe es, wenn möglichst viele Zuschauer gegen einen sind. Denn das motiviert mich enorm", meinte er.

"Hunter" wieder fit



Dass die Stimmung in der 5-Sterne-Arena möglichst schnell verstummt, dafür soll der wiedergenesene Klaas-Jan Huntelaar sorgen, in dem er seinen bisherigen vier Champions-League-Treffern weitere hinzufügt.

Ein Sieg oder zumindest ein Unentschieden wäre für Schalke und vor allem auch für Trainer Jens Keller Balsam auf die Seele. Denn die "Knappen" stehen nach der zuletzt mageren Punktausbeute in der Bundesliga unter Druck.

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Aktuelle Form:

Bis Mitte November lief für Schalke 04 in der Bundesliga eigentlich noch alles nach Plan. Doch dann folgte der Absturz. In den folgenden elf Partien konnten die "Königsblauen" gerade einmal ein Spiel gewinnen und holten insgesamt lediglich sieben Punkte. Platz 9 ist der "Lohn".

Das 2:2 vom vergangenen Spieltag in Mainz sollte Aufwind bringen, auch wenn der Auftritt spielerisch immer noch nicht für große Hoffnungen gesorgt hat. Wichtig wäre es, die Defensive zu stabilisieren. Denn in der Bundesliga haben derzeit nur vier Teams mehr Gegentreffer kassiert als Schalke (37).

Für die Hausherren könnte es derzeit besser nicht laufen. Beim 2:1 am vergangenen Freitag bei Akhisar Belediyespor feierte Neuzugang Didier Drogba einen Einstand nach Maß. Ein Tor bereitete er vor, eines erzielte er selbst. Als dann einen Tag später Erzrivale Besiktas nur unentschieden gespielt hat, da war der Jubel groß. Denn nun führt Galatasaray die Tabelle mit sechs Punkten Vorsprung an. Der 19. Meistertitel ist zum Greifen nahe.


Personal:

Schalke-Coach Keller ist nicht zu beneiden. Denn das Krankenlazarett ist gut gefüllt. Atsuto Uchida, Ibrahim Afellay, Kyriakos Papadopoulos, Ciprian Marica, Christoph Moritz und Lars Unnerstall fehlen in Istanbul. Dazu gesellt sich Winterneuzugang Raffael, der in der Champions League nicht spielberechtigt ist.

Nur gut, dass sich mit Klaas-Jan Huntelaar der Top-Torjäger der Schalker wieder fit gemeldet hat. Der Niederländer traf in der Gruppenphase gleich vier Mal. Wegen eines Blutgerinnsels im Auge war der "Hunter" in der Bundesliga zwei Wochen außer Gefecht gesetzt.


Statistik:

- Bislang traten deutsche Clubs in der Champions League sechs Mal in der Türkei an. Eine Niederlage gab es bei vier Siegen und zwei Remis noch nie.

- Premiere für "Gala": Die Türken erreichten zum ersten Mal das Achtelfinale der Champions League. Für Schalke ist es nach 2008 und 2011 der dritte Auftritt in der Runde der letzten 16 - beide Male kamen die "Knappen" weiter.

- Schalke tritt zum ersten Mal auf Galatasaray. In der Vergangenheit spielte S04 aber schon gegen Trabzonspor und Fenerbahce und hat in der Statistik mit zwei Siegen und zwei Remis klar die Oberhand.


Stimmen:

Jens Keller: "Wir haben Galatasaray mehrmals beobachtet und eine Chance erkannt, wie wir sie knacken können. Wir wollen ins Viertelfinale, das ist doch ganz klar."

Marco Höger: "Wir werden unser Bestes geben. Ein 2:2 wie zuletzt in Mainz wäre nicht so schlecht. Noch besser wäre es natürlich, wenn wir gewinnen."

Timo Hildebrand: "Galatasaray ist in der Türkei Tabellenführer und hat noch zwei starke Neuzugänge verpflichtet, aber das Team besteht nicht nur aus Sneijder und Drogba. Wir müssen den Kampf annehmen und dagegenhalten, damit wir am Bosporus bestehen können."

Klaas-Jan Huntelaar: "Ich freue mich, nach der Pause gleich wieder in der Champions League einsteigen zu können. Das Spiel ist auch eine Chance, als Mannschaft wieder besser reinzukommen. Ich bin immer noch zuversichtlich, dass wir in dieser Saison etwas erreichen können."

Ümit Davala: "Wir haben ein Heimspiel. Unser Ziel ist es, zu Null zu spielen und ein paar Tore vorzulegen. Ich bin aber auch überzeugt, dass wir in der Veltins Arena ein Tor schießen werden."


Voraussichtliche Aufstellungen:

Galatasaray: Muslera - Sabri, Nounkeu, Semih, Riera - Altintop, Selcuk Inan, Kurtulus, Sneijder - Burak, Drogba

Schalke: Hildebrand - Höger, Höwedes, Matip, Kolasinac - Jones, Neustädter - Farfan, Draxler, Bastos - Huntelaar

Schiedsrichter: William Collum (Schottland)

Michael Reis
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