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Champions League

21.11.2012 - 14:24 Uhr


Wie einst im Mai 1997

Revierrivalen im Gleichschritt: Huub Stevens (l.) und Jürgen Klopp stehen mit ihren Clubs vor dem Achtelfinaleinzug

Dortmund kann im CL-Spiel bei Ajax Amsterdam wieder auf Kapitän Sebastian Kehl bauen

Jermain Jones will mit Schalke 04 mit einem Heimsieg gegen Piräus das Weiterkommen sichern

München - Die tollen Champions-Leauge-Auftritte der Revierrivalen FC Schalke 04 und Borussia Dortmund wecken Erinnerungen an die Saison 1996/97. Damals feierten beide Clubs auf europäischer Ebene ihre bislang letzten Titelgewinne: Schalke gewann den UEFA-Cup, Dortmund die Champions League. Bis dahin ist freilich noch ein weiter Weg zu gehen, doch der erste Schritt kann heute mit dem vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale gelingen. Dazu müssen der BVB und S04 ihre Aufgaben lösen (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker).
"Wir hatten schon am vergangenen Spieltag die Chance, gegen Arsenal alles klarzumachen. Jetzt haben wir es erneut selbst in der Hand und wollen den Matchball unbedingt verwandeln", sagt Jermaine Jones vor der Partie der Schalker gegen Olympiacos Piräus. Die "Königsblauen" haben als Gruppenerster die beste Ausgangslage in der Gruppe B. Der Konkurrent in "Schwarz-Gelb" steht in Gruppe D ebenfalls an der Spitze - mit einem Unentschieden bei Ajax Amsterdam wäre der Deutsche Meister in der sogenannten "Todesgruppe" mit vier europäischen Landesmeistern nicht mehr von einem der ersten beiden Plätze zu verdrängen. "Wir spielen nicht auf Unentschieden", sagt Trainer Jürgen Klopp, der sich auf keinerlei Rechenspiele einlassen will.

Stevens: "Haben noch was zu erledigen"



In der Tat ist die Situation vor dem 5. Spieltag in der Dortmunder Gruppe sehr verzwickt. Jeder kann noch weiterkommen, aber auch ausscheiden. Ajax und Dortmund haben gezeigt, "dass in dieser Gruppe Überraschungen möglich sind und dass das Endergebnis vielleicht anders aussieht, als es die Leute zuerst erwartet hatten", sagt Klopp.

Die Bayern haben am Dienstag vorgelegt und mit dem 1:1 in Valencia das Ticket fürs Achtelfinale gebucht - Dortmund und Schalke wollen heute nachlegen. "Es wäre toll für den deutschen Fußball, wenn Bayern, Dortmund und Schalke alle weiterkommen würden. Wir haben alle noch was zu erledigen", sagt S04-Trainer Huub Stevens, der 1996/97 die Schalker "Eurofighter" zum UEFA-Pokal-Triumph führte - bundesliga.de beleuchtet die Ausgangslage in den Gruppen, wirft einen Blick in die Statistik und zeigt, was für Schalke und Dortmund bezüglich des Weiterkommens noch zu tun ist.


Ausgangslage:

Gewinnt Schalke in Gruppe B gegen Piräus, stehen die "Königsblauen" sicher im Achtelfinale. Sollte Arsenal im Parallelspiel gegen Montpellier nicht gewinnen, stünde S04 bereits als Gruppensieger fest und könnte selbst bei einer Niederlage im abschließenden Spiel gegen Montpellier nicht mehr von Platz 1 verdrängt werden, da Schalke im direkten Vergleich mit dem Gruppenzweiten Arsenal die Nase vorn hat.

Bei einem Remis gegen die Griechen bliebe es bei zwei Punkten Vorsprung auf den dritten Platz - allerdings könnte Arsenal an den "Königsblauen" vorbeiziehen, vorausgesetzt die "Gunners" gewinnen gegen Montpellier. Gewinnt Piräus auf Schalke, würden die Griechen in der Tabelle vorbeiziehen. Somit wäre vor dem letzten Spieltag Anfang Dezember noch nichts entschieden.

Ausgangslage "trügerisch und gefährlich"



Als "trügerisch und gefährlich" bezeichnet BVB-Präsident Reinhard Rauball die Lage in Gruppe D. Fakt ist, dass Dortmund bei einem Sieg oder einem Unentschieden in Amsterdam definitiv ins Achtelfinale einzieht. Verlieren die "Schwarz-Gelben" bei Ajax und gewinnt zeitgleich der derzeitige Gruppenletzte Manchester City sein Heimspiel gegen Real Madrid, ist vor dem abschließenden Spieltag weiterhin alles offen.

Bezüglich des vorzeitigen Gruppensiegs gilt für Dortmund das gleiche wie für Schalke: Gewinnt der BVB bei Ajax und der Gruppenzweite Real Madrid tut dies nicht bei ManCity, sind die Dortmunder aufgrund des zu ihren Gunsten ausfallenden direkten Vergleichs gegenüber Madrid nicht mehr von der Spitzenposition zu verdrängen.


Statistik:

Schalkes heutiger Gegner Olympiacos hat bereits in der vergangenen CL-Saison Erfahrung mit einem Bundesligisten gesammelt - beim Reviernachbarn Dortmund kassierten die Griechen eine 0:1-Niederlage. Insgesamt fühlen sich die "Rot-Weißen" auf deutschem Boden nicht gerade wohl: In fünf Gastspielen bei Bundesligaclubs setzte es vier Niederlagen - alle ohne eigenen Treffer. Der einzige Sieg gelang 2007/08 beim SV Werder Bremen (3:1).

Dennoch weiß auch Stevens, dass man das Spiel nicht auf die leichte Schulter nehmen sollte. "Piräus hat in Griechenland und zuletzt auch in der Champions League sehr gute Ergebnisse erzielt", sagt Stevens über den seit acht Pflichtspielen ungeschlagenen Gegner. Für Schalke spricht die gute Heimbilanz in der "Königsklasse" - in den vergangenen 13 Spielen vor eigenem Publikum gab es nur zwei Niederlagen.

Ajax mit beeindruckender Bilanz gegen Bundesligisten



Dortmunds Gegner Ajax peilt nach dem 3:1 am vergangenen Gruppenspieltag den zweiten Heimsieg in Folge in der Champions League an - das gelang dem niederländischen Meister zuletzt 2008. Der BVB hat sich auswärts in dieser Saison gut präsentiert, wartet nach zwei Unentschieden allerdings noch auf den ersten Sieg auf fremdem Platz. Der bislang letzte Auswärtssieg gelang 2003 beim AC Milan - neben den zwei Unentschieden in diesem Jahr, gab es seither vier Niederlagen.

Beim letzten Auftritt in den Niederlanden gelang dem BVB ein Sieg: im Oktober 2002 mit 3:1 bei der PSV Eindhoven. Allerdings hat der heutige Gegner Ajax eine beeindruckende Heimbilanz gegen Bundesligisten vorzuweisen - Amsterdam gewann zwölf von 13 Spielen zuhause gegen deutsche Vereine. "Wir wollen das Spiel so positiv wie möglich gestalten, sind uns der Schwere der Aufgabe aber bewusst und haben allein schon im Hinspiel gesehen, wie stark Ajax ist", sagt Klopp.


Personal:

Im Spiel gegen Olympiacos muss Schalke-Coach Stevens auf Ibrahim Afellay (Oberschenkelverletzung) und Marco Höger (Syndesmose-Verletzung). Ob Christoph Metzelder und Atsuto Uchida nach ihren Muskelfaserrissen schon wieder zum Kader gehören werden, ist noch ungewiss. Beim Gegner aus Griechenland kehrten am Wochenende in Ariel Ibagaza und Rafik Djebbour zwei zuletzt verletzte Akteure wieder zurück. Die jüngst angeschlagenen Kostas Manolas und Pablo Contreras dürften ebenfalls wieder zum Kader gehören.

Rechtzeitig zum Spiel bei Ajax hat sich die Lage im Dortmunder Krankenstand deutlich entspannt. Außer Patrick Owomoyela (Aufbautraining) reiste der komplette Kader mit nach Amsterdam. Von den 21 Spielern darf Klopp allerdings nur 18 nominieren. Sebastian Kehl dürfte nach auskurierter Kniereizung ebenso dazu zählen, wie Jakub "Kuba" Blaszczykowski, der am Wochenende gegen Fürth sein Comeback feierte. Bei Ajax musste am Wochenende Torhüter Kenneth Vermeer krankheitsbedingt pausieren, doch gegen Dortmund steht er wohl wieder zwischen den Pfosten. Der Ex-Hoffenheimer Ryan Babel (Schulter ausgerenkt) fällt defenitiv aus, Toby Alderweireld kann aufgrund einer Leistenverletzung wohl ebenfalls nicht spielen.


Voraussichtliche Aufstellungen:

FC Schalke 04 - Olympiacos Piräus:

Schalke: Unnerstall - Höwedes, Papadopoulos, Matip, Fuchs - Jones, Neustädter - Farfan, Holtby, Draxler - Huntelaar

Piräus: Carroll - Torosidis, Contreras, Manolas, Holebas - Maniatis, Modesto - Abdoun, Fuster, Machado - Mitroglou

Schiedsrichter: Björn Kuipers (Niederlande)


Ajax Amsterdam - Borussia Dortmund

Amsterdam: Vermeer - van Rhijn, Alderweireld, Moisander, Blind - Siem de Jong, Poulsen, Schöne - Boerrigter, Eriksen, Fischer

Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Bender, Gündogan - Blaszczykowski, Götze, Reus - Lewandowski

Schiedsrichter: Pedro Proenca (Portugal)


Maximilian Lotz
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