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21.05.2013 - 17:25 Uhr


Weltfußballer? - "Erstmal das Triple, dann schauen wir weiter"

Warm anziehen fürs Champions-League-Finale: Franck Ribery will endlich den größten Titel Europas

"Stellen Sie sich vor, wir holen das Triple. Das wäre historisch", sagt Ribery

Im letzten Champions-League-Finale musste Ribery (M.) verletzt ausgewechselt werden - und war so kein Elfmeterschütze

Der aktuelle Weltfußballer und der künftige? Barcelonas Lionel Messi (l.) verlor im Halbfinale gegen Ribery und die Bayern klar

In Gladbach zauberte der Franzose (r.) wieder: Zwei Tore und zwei Vorlagen reichten zum 4:3-Sieg

Ribery (l.) beim Feiern auf dem Münchner Rathausbahlkon mit David Alaba: "Die deutsche Meisterschaft war unsere Priorität"

München - Die Wembley-Generalprobe des FC Bayern gegen Gladbach ging fast in die Hose, drei Gegentore in den ersten zehn Minuten hatten die Münchner in der 50-jährigen Bundesliga-Historie noch nie bekommen. Dann kam - wie so oft - der große Auftritt des Franck Ribery, der an allen vier Toren direkt beteiligt war und per Volleyschuss auch noch das vielleicht schönste Tor der Spielzeit (zur Wahl: Tor des Spieltags) erzielte. Für viele ist Bayerns Mittelfeld-Dribbler der beste Spieler der vergangenen Bundesliga-Spielzeit, und damit ein heißer Kandidat auf den Titel des Weltfußballers des Jahres.
Mit bundesliga.de sprach Ribery vor dem Champions-League-Finale am Samstag (ab 20:15 Uhr im Live-Ticker) über die Endspiel-Schmach des Vorjahrs, die Rivalität mit dem BVB, die Chancen auf das Triple und den "Ballon d'Or".

bundesliga.de: Herr Ribery, im letzten Jahr hat der FC Bayern alle Titel am Saisonende verspielt, jetzt ist das Triple erneut greifbar nah. Hätten Sie das für möglich gehalten?

Franck Ribery: Nein, nicht wirklich. Wir haben vor einem Jahr unheimlich gelitten, nachdem wir Vize-Meister wurden, das Champions-League-Finale gegen Chelsea, und das Pokal-Endspiel gegen Dortmund verloren hatten. Damals war es ein Schock für uns alle, eine furchtbare Saison. In der Kabine waren wir fix und fertig. Aber wir haben es geschafft, sofort zu reagieren und wir haben dann eine tolle Hinrunde gespielt. Wir haben immer mehr Hunger bekommen und wir wollten diese Schmach vergessen machen. Wir haben ziemlich locker die deutsche Meisterschaft gewonnen. Das war unsere Priorität. Nun haben wir im Finale wieder die Chance. Und wir die Erfahrung des 19.Mai 2012 wollen wir auf keinen Fall wiederholen.

bundesliga.de: Drei Mal haben Sie in vier Jahren mit dem FC Bayern das Endspiel der Königsklasse erreicht. Hätten Sie damit gerechnet, als Sie im Juli 2007 in München unterschrieben haben?

Ribery: Überhaupt nicht. Aber mit der Zeit habe ich verstanden, wie groß der FC Bayern ist. Die Organisation ist perfekt, die Leute sind unheimlich nett und offen. Ich frage mich immer wieder: Gibt es sowas bei den anderen Vereinen? Hier gibt es alles, um erfolgreich zu sein.

bundesliga.de: Haben Sie das Standing der Bayern also unterschätzt? Und dachten Sie, dass die Münchner mit dem FC Barcelona oder Real Madrid nicht mithalten können?

Ribery: Ich denke eher, dass der FC Bayern überall in Europa nicht so im Rampenlicht stand wie die spanischen Spitzenclubs. Aber eines ist klar: Wenn man zum FC Bayern kommt, dann hat man keine Lust mehr, wieder zu gehen.

bundesliga.de: Kommen wir zum Finale gegen den BVB. Was wird der Schlüssel in diesem Endspiel sein?

Ribery: Borussia Dortmund kennen wir in- und auswendig. Es wird sehr wichtig sein, sich nicht selbst zu sehr unter Druck zu setzen. Der BVB ist schwer zu spielen. Sie sind vor allem physisch stark und verteidigen sehr gut. Aber wenn wir agieren wie zuletzt gegen Juventus und Barcelona und jeder von uns alles gibt - dann werden wir das Spiel auch gewinnen. Ich weiß nicht, ob wir in Zukunft nochmal ins Finale der Königsklasse einziehen werden. Insofern wollen wir alles versuchen, endlich diesen Pott zu holen. Auch mental wird das wichtig sein.

bundesliga.de: Die Rivalität zwischen beiden Teams wird immer größer. Kann man mittlerweile sogar von Hass sprechen?

Ribery: Ich würde nicht so weit gehen, aber es ist klar, dass es richtig zur Sache gehen wird. Beide Vereine sind seit drei Jahren ungefähr auf demselben Niveau. Es wird ein besonderes Duell.

bundesliga.de: Sind Sie überrascht, dass der BVB im Finale steht?

Ribery: Ich war beeindruckt, wie diese Mannschaft im Halbfinal-Hinspiel Real Madrid auseinander genommen hat. Aber wir sollten nur an uns denken. Wir sind einfach stärker.

bundesliga.de: Nach dem Champions-Leauge-Finale gibt es ja noch das DFB-Pokal-Endspiel gegen Stuttgart.

Ribery: Stellen Sie sich vor, wir holen das Triple. Das wäre historisch. Aber wir können auch alles verlieren. Darauf haben wir allerdings gar keine Lust.

bundesliga.de: Wie zufrieden sind Sie persönlich mit Ihrer Saison?

Ribery: Ich bin sehr stolz auf meine Leistungen, aber auch auf meine Mitspieler. Wir harmonieren einfach bestens. Ich spiele hier seit mittlerweile sechs Jahren und ich habe täglich wahnsinnig viel Spaß. Alles läuft perfekt.

bundesliga.de: Denken Sie schon an den Titel des Weltfußballers?

Ribery: Vor einigen Jahren habe ich gedacht, ich kann den "Ballon d'Or" gewinnen. Danach habe ich gar keine Gedanken mehr daran verschwendet. Nun wird es wieder aktuell. Aber das ist nicht meine Priorität. Jetzt gilt es erst einmal, alle drei Titel zu holen - und dann schauen wir weiter.

Das Gespräch führte Alexis Menuge
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