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09.04.2013 - 19:51 Uhr


Warnung aus Turin: Buffon "schickt die Bayern in Rente"

Juventus-Coach Antonio Conte will mit den Turinern das "Wunder" vollbringen

Franck Ribery schreibt bei der Ankunft der Bayern vor dem Hotel in Turin fleißig Autogramme

Bei der Pressekonferenz standen Arjen Robben und Manuel Neuer Rede und Antwort

München - Als der Bayern-Bus gegen 12:30 Uhr am Hotel "Pricipi del Piemonte" parkte, geriet eine mögliche Aufholjagd am Mittwochabend (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) für über 100 Turiner Tifosi erst einmal zur Marginalie. Unter lautem Gezeter wurden die aussteigenden Münchner auf den Handys verewigt - anerkennenden Respekt besaß man für den deutschen Rekordmeister schließlich lange vor dem überzeugenden 2:0 der letzten Woche. Die zwei Champions-League-Endspiele der letzten drei Jahre registrierte Italien mit respektablen Elogen.
In allzu demütigenden Knicksen möchte man sich dann allerdings nicht verabschieden - schon gar nicht als Juventus, die sich seit jeher als mondäne Marke der "bella figura" erachtet. Dementsprechend lautet das Motto der vergangenen Tage, sich an jeden erdenklichen Strohhalm zu krallen.

Juve will Revanche nehmen



Bereits bei der Generalprobe am Samstag (2:1 gegen Pescara) entrollten die Fans im Juventus Stadium das Banner "10. April - wir glauben dran!" Im Vorfeld zog das Juve-Hofblatt "Tuttosport" gar die Expertise von Gigi Buffons Ehefrau Alena Seredova heran. "Mein Mann wird die Bayern am Mittwoch in Rente schicken", erwiderte das tschechische Ex-Model auf die Beckenbauer-Kritik. Überhaupt löste der flapsige Spruch des Kaisers gegen das Turiner Totem reichlich Polemik aus. "Gigi ist der beste Keeper der letzten 50 Jahre - du hast wirklich null Ahnung", ereiferte sich Christian Vieri.

Abgesehen von der Torwart-Polemik müssen freilich zunächst Tore her. Dafür sollen Fabio Quagliarella und Mirko Vucinic sorgen - letzterer prophezeite, dass die Deutschen einen Hexenkessel auf den Rängen und "ein Krieg auf dem Platz" erwartet. Ähnliches forderte das reißerische "Tuttosport" mit der Schlagzeile: "Juve-Wut und Rache in den Augen!"

Zwar drehten die Turiner in der Europapokal-Geschichte noch nie ein 0:2, doch findige Abergläubler verweisen auf die Serie, der Club habe seit 1973 in jedem Jahr, das in einer 3 endete, ein europäisches Finale erreicht. Und der in München restlos enttäuschende Andrea Pirlo merkte an: "Ich verlor das Endspiel der Königsklasse 2005 gegen Liverpool nach einer 3:0-Führung zur Pause. Einmal schieden wir trotz eines 4:1 im Hinspiel 0:4 bei La Coruna aus - nicht mit einer Gurkentruppe, sondern mit Milan. Im Fußball ist also alles möglich."

"Weiterkommen wären ein Wunder"



Die Turiner Zeitung "La Stampa" rückte Juve durch Zahlenspiele in die komfortable David-Rolle und merkte an, bei den voraussichtlichen Start-Aufstellungen lägen die Bayern mit 430:276 Einsätzen in der Champions League vorne: "Doch Ähnliches galt auch im entscheidenden Gruppenspiel gegen Chelsea und Juve fertigte die Engländer 3:0 ab."

Selbst ein 2:0 wäre Trainer Antonio Conte, Aktiver der letzten europäischen Juve-Krone 1996, sicher schon recht. Er pushte die Tifosi auf, für eine "Wahnsinns-Hölle" zu sorgen und verriet, seine Schützen für ein etwaiges Elfmeterschießen bereits im Kopf zu haben.

"Wenn du wie die echte Juve spielst, dann geht da noch was!" kommentierte die "Gazzetta dello Sport", parallel laufen die Internet-Publikationen der gemeinen und VIP-Tifosi heiß. Ein populärer Showmaster der öffentlich-rechtlichen Rai, bekennender Juventino, sagte: "Ein Weiterkommen wäre ein Wunder und Conte müsste man dafür auf der größten Turiner Piazza ein Monument errichten. Ich selbst würde von meiner Wohnung aus direkt nach Schlusspfiff die 25 Kilometer zum Vatikan pilgern und dankend auf die Knie fallen." Zur Sicherheit sollte er für den späten Mittwochabend seine bequemsten Schuhe vor die Tür platzieren.

Aus Turin berichtet Oliver Birkner


Das Meisterjahr des FC Bayern

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