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Champions League

02.05.2013 - 14:22 Uhr


Von Chelsea nach Wembley

Selbst von einem unangekündigten Besuch ließen sich die Bayern nicht aus dem Konzept bringen

Franck Ribery und auch Dante nahmen den Flitzer herzlich in die Arme

Zum Schluss gab es sogar noch Riberys Trikot zum Abschied

Der Franzose glänzte im Rückspiel durch starke Defensivarbeit und zwei Torvorlagen

Jupp Heynckes und die Verantwortlichen des FCB haben ihre Lehren aus dem verlorenen CL-Finale "dahoam" gezogen

Kurz nach Anpfiff der zweiten Halbzeit machte Arjen Robben (r.) mit seinem Tor zum 1:0 für die Bayern den Sack zu

Dementsprechend groß war das Medieninteresse am Niederländer bei der Ankunft der Bayern am Münchner Flughafen

Barcelona - Das hatte sich der Flitzer wohl auch nicht träumen lassen. Als der junge Mann nach dem Abpfiff im Camp Nou auf den Rasen sprintete, um den Franzosen Franck Ribery in den Arm zu nehmen, kamen sofort alle Spieler des FC Bayern dazu und bildeten eine große, hüpfende Jubeltraube. Als wäre das nicht genug, steckte Ribery ihm noch sein Trikot zu, während der "Störenfried" von den Ordnungskräften vom Platz geführt wurde.
Diese Szene zeigte zum einen, dass sich die Münchner in dieser Saison von nichts und niemand aus dem Konzept bringen lassen und zum anderen, dass sie auf jede Situation innerhalb kürzester Zeit passend reagieren können. Den Applaus der Fans im Stadion hatten sie deshalb nicht nur wegen des erneuten Gala-Auftritts gegen die vermeintliche Übermannschaft FC Barcelona mehr als verdient.

"Spielen auf ganz hohem Niveau"



Das Lob für die Gewinner kam von höchster Stelle. "Beide Spiele haben gezeigt, dass wir auf einem ganz hohen Niveau Fußballspielen können. Wir spielen Hochgeschwindigkeitsfußball, sind sehr gut organisiert, spielen taktisch sehr klug, machen die Räume sehr eng und auch das Umkehrspiel funktioniert in dieser Saison perfekt. Wir sind ein Team - von vorne bis hinten", sagte ein stolzer Trainer Jupp Heynckes nach der Partie.

4:0 im Hinspiel, 3:0 im Rückspiel. Dass das Halbfinale eine so deutliche Angelegenheit werden würde, damit haben wohl die wenigsten gerechnet. Doch die Bayern sind nach dem verlorenen Champions-League-Finale "dahoam" in dieser Saison noch einmal gewachsen.

Niederlage als Motivationsquell



"Aus einer Niederlage kann man meist mehr Motivation ziehen, als aus einem Sieg. Wir haben uns nach der Saison zusammengesetzt, mit den Spielern gesprochen und einiges verändert", erklärte Heynckes.

Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Es war einfach beeindruckend, wie der Rekordmeister die Spanier, die ohne den angeschlagenen Lionel Messi antraten, in die Schranken verwies. Barca-Coach Tito Vilanova schmiss zudem schon früh das Handtuch, als er erst Xavi und dann auch Andres Iniesta zur Schonung auswechselte.

"Stolz sein und das genießen"



"Wenn man gegen die weltbeste Mannschaft der letzten fünf Jahre so überzeugend gewinnt, und das in Camp Nou, was will man da noch mehr? Da darf man stolz sein und das genießen", meinte Arjen Robben, der mit dem 1:0 den Weg zum Erfolg ebnete.

Der Lohn: Der FC Bayern bestreitet zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren das Endspiel der "Königsklasse". Nach Inter Mailand 2010 und dem FC Chelsea 2012 soll es nun im deutschen Duell gegen Borussia Dortmund endlich mit Titelgewinn klappen.

Keine Lust auf dritte Pleite



"Wir haben etwas erreicht, was sehr schwierig ist: zum dritten Mal in vier Jahren das Finale. Jetzt wollen wir den Pott auch holen! Wir gehen mit breiter Brust nach London. Ich glaube, wir haben eine gute Chance, es zu packen", sagte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge.

Und Ribery ergänzte: "Gegen Dortmund wird es nicht einfach, da sie ungefähr unseren Stil spielen. Wir hoffen, dass wir besser sein werden und sie schlagen können. Ich habe bereits zwei Endspiele verloren und ich habe keine Lust, dass das noch ein drittes Mal passiert."

Aus Barcelona berichtet Michael Reis
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