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23.04.2013 - 08:38 Uhr


Sahnehäubchen auf dem Duell der Giganten

Hält der Oberschenkel? Lionel Messi blickte beim Abschlusstraining nur kurz skeptisch drein

Kurz darauf ist das Lächeln zurück: Der Argentinier wird gegen den FC Bayern von Beginn an spielen

Xavi Hernandez auf der Pressekonferenz: "Ballbesitz wird enorm wichtig sein, der Schlüssel zum Spiel"

München - Um Punkt 19:07 Uhr am Montagabend gab es die Gewissheit. Lionel Messi trat aus dem Spielertunnel und trabte auf den Rasen der Allianz Arena. Grinsend kickte er Ersatzkeeper Jose Pinto ein paar Bälle zu. Der Star des FC Barcelona wird spielen im Halbfinalhinspiel der Champions League gegen den FC Bayern (ab 20:15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio). Das Duell der Giganten bekommt sein Sahnehäubchen, daran zweifelte spätestens jetzt niemand mehr.
Eine große Frage bleibt allerdings bis zum Anpfiff: Wie fit ist der viermalige Weltfußballer nach seiner Muskelverletzung wirklich? Sein Teamkollege Xavi Hernandez meint: "Wir werden die beste Messi-Version sehen - und das von Beginn an. Sportlich und psychologisch - seine Anwesenheit ist ganz wichtig." So sicher sind sich aber längst nicht alle. "Er hat gute Fortschritte gemacht", sagte Tito Vilanovas Assistent Jordi Roura vor dem Abschlusstraining, klang dabei aber weit weniger optimitisch.

"Messipendencia" ist kein Geheimnis



Die Abhängigkeit von ihrem Star, die "Messipendencia", sie verhehlen sie nicht bei den Katalanen. "Ob Leo spielt oder nicht, das ändert die Ausgangslage natürlich sehr", räumt Roura ein: "Messi kann so ein Spiel im Alleingang entscheiden."

43 Tore erzielte der Argentinier in der Liga, acht in der laufenden Champions-League-Saison. Kein Wunder, dass Xavi sagt: "Wir haben ihn vermisst." Noch nie war Messi so wichtig wie in der aktuellen Saison, gerade weil Barca nicht mehr so souverän auftritt wie in vergangen Spielzeiten. Nach einem 0:2 im Achtelfinalhinspiel gegen Milan verhinderte eine Woche später nur ein Kraftakt ein frühes Ende der Europapokalsaison - Messi traf beim 4:0 im Camp Nou doppelt.

Im Viertelfinalhinspiel gegen Paris verletzte sich "la Pulga", der Floh, wie sie ihn nennen, am rechten Oberschenkel. Im Rückspiel stand Barca erneut vor dem Aus, der 25-Jährige schleppte sich angeschlagen aufs Feld - und hielt sein Team mit seinem Treffer im Wettbewerb. Messi gab den Heilsbringer. Wieder einmal. Seitdem änderten sich die Prognosen zu seiner Ausfallzeit fast täglich. Über nichts spekulierten die spanischen Medien in den vergangenen Wochen ausführlicher. Nun steht immerhin sein Einsatz fest.

Angesichts der Messi-Hysterie geriet eine Tatsache am Montag in den Hintergrund: Messis Teamkollegen bei Barca sind alles andere als Rumpelfußballer. Die einseitige Fragerei der Journalisten nach dem Argentinier fuchste auch Bayern-Coach Jupp Heynckes. "Barca ist mehr als Messi", betonte der 67-Jährige, "Barca ist ein großartiges Kollektiv."

Xavi: "Ballbesitz ist der Schlüssel"



Ein Kollektiv, das eine unverwechselbare Spielphilosophie verinnerlicht hat. Zwar ist gepflegtes Kurzpassspiel keine Erfindung der Katalanen, perfektioniert haben sie es in den vergangenen Jahren allemal. Solange der Ball in den eigenen Reihen zirkuliert, kann der Gegner nichts damit anfangen. Das lernen schon die ganz jungen Barca-Spieler in "La Masia", Barcas Talentschmiede, in der einst auch Messi, Iniesta und Xavi zu Juwelen geschliffen wurden.

Pass-Genie Xavi Hernandez glaubt, dass auch das Spiel gegen die Bayern über diesen Weg entschieden wird. "Ballbesitz wird enorm wichtig sein, der Schlüssel zum Spiel", sagt der 33-Jährige. "Wir möchten unsere Persönlichkeit deutlich zeigen und dominant auftreten." Fehlpässe scheuen die Tiqui-taca-Künstler dabei wie der Teufel das Weihwasser. "Das wäre das Schlimmste gegen Bayern", meint Xavi, der mit Barca 2006, 2009 und 2011 die Champions League gewann. Mit ihrem Kurzpass-Stil entwickelte sich die "Blaugrana" in den vergangenen Jahren zum Nonplusultra im europäischen Clubfußball - und zur Benchmark für alle Konkurrenten.

Die bittersüße Pointe an der Konstellation am Dienstagabend: Mit Pep Guardiola steht ausgerechnet derjenige ab Sommer beim FC Bayern an der Seitenlinie, der Barca zu dieser Vormachtstellung verhalf. Xavi ist sich sicher: "Pep wird ein sehr genussvolles Spiel erleben." Und mit Lionel Messi auch die Attraktion, die ein solches Duell verdient.

Aus München berichet Andreas Messmer

Countdown zu Bayern - Barca

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