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12.03.2013 - 16:36 Uhr


Rekord-Bayern nehmen Europas Thron ins Visier

Gute Ausgangsposition: Nach dem 3:1 im Hinspiel in London steht der FC Bayern München schon mit einem Bein im Viertelfinale

Toni Kroos (r., hier gegen Mikel Arteta) ist in dieser Saison in überragender Form und erzielte im Hinspiel die frühe 1:0-Führung für den Rekordmeister

Lukas Podolski wird dem FC Arsenal an seiner alten Wirkungsstätte in der Allianz Arena fehlen

München - Die Meisterschaft ist nur noch Formsache - jetzt nimmt der FC Bayern München Europas Thron fest ins Visier. Das Achtelfinal-Rückspiel gegen den FC Arsenal soll nach dem 3:1 in London vor zwei Wochen nur eine weitere Durchgangsstation auf dem Weg nach Wembley sein, wo am 25. Mai das Finale steigt.
Doch wie schon in der Liga glänzt der Rekordmeister vor der Partie am Mittwoch (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) nicht mit großen Sprüchen. Die Konzentration zu wahren, sich auf das Wesentliche zu fokussieren, beherrscht der FCB derzeit meisterlich.

Kapitän Lahm fordert höchste Konzentration



"Natürlich will jeder Spieler diesen Titel gewinnen, es ist ein großer Traum von uns. Wir haben viel Selbstvertrauen - wir wissen aber auch: Wir müssen jedes Spiel ernst nehmen, wir sind noch nicht weiter. Wir sind absolut gewarnt. Wir müssen sehr konzentriert sein, so als wenn es 0:0 stehen würde", mahnte Kapitän Philipp Lahm trotz der "guten Ausgangsposition". Man dürfe nicht wieder wie beim 3:2 gegen Fortuna Düsseldorf am Samstag "die ersten Minuten verschlafen".

Auch Trainer Jupp Heynckes blieb der Münchner Linie treu. "Wir hatten in London einen Sahnetag. Trotzdem: Das ist Champions League, Arsenal ist nicht irgendein Club." Dass seine Profis allzu locker an die Aufgabe herangehen könnten, glaubt der 67-Jährige jedoch nicht: "Ich habe keine Befürchtungen, dass das 3:1 eine Rolle spielt. Meine Mannschaft lässt sich von dem Hype nicht beeinflussen."

Vielmehr erinnerte Heynckes an die Aufholjagd von Arsenal in der vergangenen Saison, als die "Gunners" ein 0:4 im Hinspiel beim AC Mailand fast noch gedreht hätten (3:0). Zudem haben die Bayern selbst vor zwei Jahren leidvolle Erfahrungen gemacht, als sie einen 1:0-Erfolg bei Inter Mailand im Achtelfinale zuhause noch verspielten (2:3).

Bayern ohne Drei



Doch die Geschichte soll sich nicht wiederholen, auch wenn die Bayern, die in der Liga von Rekord zu Rekord eilen, Personalprobleme plagen. Es fehlen die gesperrten Bastian Schweinsteiger und Jerome Boateng. Außerdem fällt Superstar Franck Ribery mit einer Bänderdehnung aus.

Der Franzose könnte jedoch am Samstag bei Bayer Leverkusen schon wieder einsatzfähig sein. Für ihn kommt wohl der wiedergenesene Arjen Robben zum Einsatz. Für Schweinsteiger spielt Luiz Gustavo. Boateng wird wie schon in London von Daniel van Buyten ersetzt.

Unabhängig von der Aufstellung steht die Marschroute fest. "Wir müssen sofort klar stellen, dass hier in München für Arsenal nichts zu holen ist", sagte Lahm und ergänzte: "Arsenal muss drei Tore schießen. Das ist eine große Chance für uns, weil wir mehr Räume bekommen."

Wenger verbreitet Optimismus



Arsenals Trainer Arsene Wenger, der auf Jack Wilshere, Bacary Sagna und auch auf Lukas Podolski verzichten muss, setzt indes auf das Prinzip Hoffnung: "Wir müssen uns jetzt nur alle selbst davon überzeugen, dass wir es schaffen können in München. Wir wollen das Unmögliche möglich machen", sagte der Franzose. Sein Team müsse versuchen, "dieses Ziel zu erreichen. Es wäre ein großer Befreiungsschlag."

Für die Bayern dagegen wäre es eigentlich nur die Pflichterfüllung. Angesichts der komfortablen Situation erlaubte sich Nationalspieler Thomas Müller sogar schon einen verstohlenen Blick auf die Auslosung des Viertelfinales am Freitag: "Wenn wir weiterkommen, wovon ich schwer ausgehe, wird es sowieso interessant. Da gibt es noch einige Teams, die unangenehm Fußball spielen können und gefährlich sind."

Doch es zeichnet die Bayern anno 2013 aus, dass sie sich trotz des aktuellen Höhenflugs nicht in Träumen ergehen. "Die Champions League verzeiht keine Fehler. Wir genießen großen Respekt in Europa, aber wir sind erst im Achtelfinale. Es ist noch ein langer Weg", unterstrich Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. "Uns steht bis dahin noch viel Arbeit bevor", sagte Präsident Uli Hoeneß und verbat sich Gedanken an das Endspiel.

Keine vorzeitigen Meistergedanken



Müller versprach entsprechend "hundert Prozent Spannung. Wir werden keinen Millimeter nachlassen." Angesichts von 20 Punkten Vorsprung in der Liga "lässt man sich leichter zu Lockerheit verleiten als bei einem Zwei-Tore-Vorsprung".

Nur nicht nachlassen - und sich von nichts und niemandem beeinflussen lassen. Auch das Gerede vom frühzeitigen Gewinn des 23. Meistertitels womöglich schon an Ostern ist innerhalb der Mannschaft angeblich kein Thema. "Unser Ansporn ist es, die Siegesserie zu halten", meinte Müller. Der FCB habe bisher "Demut und Bescheidenheit gezeigt", fügte Heynckes an, "wir müssen diesen Weg konsequent weitergehen."


Voraussichtliche Mannschaftsaufstellungen:

FC Bayern München: Neuer - Lahm, van Buyten, Dante, Alaba - Martinez, Luiz Gustavo - Müller, Kroos, Robben - Mandzukic.

FC Arsenal: Szczesny - Jenkinson, Mertesacker, Koscielny, Vermaelen - Diaby, Arteta - Walcott, Rosicky, Cazorla - Giroud.

Schiedsrichter: Kralovec (Tschechien)
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