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29.04.2013 - 19:07 Uhr


Mourinho glaubt an ein Weiterkommen

Real-Trainer Jose Mourinho glaubt weiter fest an ein Weiterkommen im Halbfinale gegen Borussia Dortmund

Superstar Cristiano Ronaldo (r. gegen Lukasz Piszczek) wird auch im Rückspiel auflaufen können. Seine Oberschenkelverletzung ist weitgehend abgeklungen

Held im Hinspiel: Robert Lewandowski (l. gegen Raphael Varane) erzielte im Hinspiel alle vier Tore beim Dortmunder Sieg

Madrid - Dicht an dicht drängten sich dutzende Fotografen um das Rednerpult im Pressenzentrum der "Ciudad Real Madrid", dem Trainingsgelände des spanischen Traditionsclubs. Sie alle wollten den besten Platz haben, um Trainer Jose Mourinho bei seinen abschließenden Worten zum Halbfinal-Rückspiel gegen Borussia Dortmund abzulichten. Bis zum offiziellen Beginn der Pressekonferenz fehlten aber noch lange 60 Minuten.
Nun ist eine derartige Medienpräsenz bei den Madrilenen keine Besonderheit, jedoch merkte man den spanischen Journalisten an, dass die Ära Mourinho schon am Dienstag gegen den BVB beendet sein könnte. Noch ein Jahr ohne Champions-League-Finale - zuletzt gelang dabei 2002 der Titelgewinn - und die Tage des Portugiesen sind vielleicht schon gezählt.

Mourinho glaubt ans Weiterkommen



"Nicht nur bei Real Madrid sondern bei allen Clubs auf dieser Welt ist es so: Für einen Erfolg sind alle verantwortlich, für eine Niederlage der Trainer. Und wenn wir das Finale nicht erreichen, ist es meine Schuld", erklärte ein zwar konzentrierter, aber dennoch abwesend wirkender Mourinho.

Bei der Analyse seines Auftritts schwankten die Meinungen im Saal zwischen hoch fokussiert und stark resigniert. Angesichts des 1:4-Debakels aus dem Hinspiel und den Auftritten in den beiden Gruppenspielen (1:2, 2:2) wäre letzteres nicht verwunderlich.

Doch Mourinho gibt sich und sein Team noch nicht auf. "Keiner meiner Spieler ist vor Angst von Bord gesprungen. Alle sind gewillt, das Unmögliche möglich zu machen. Und deshalb glaube ich an uns", gab der Portugiese zu Protokoll.

Ramos will "Revanche"



Real-Kapitän Sergio Ramos, der nach Mourinho vor die Medien trat, pflichtete seinem Coach bei. "Wir sinnen auf Revanche. Wir haben aus den Fehlern im Hinspiel gelernt und wir können es kaum erwarten, dass endlich Spieltag ist", meinte der Defensiv-Allrounder.

Ramos setzt dabei auf den Heimvorteil. "Das wird uns zugutekommen. Unsere Fans werden uns von der ersten Minute an unterstützen und beflügeln. Aber letztlich müssen wir das auch auf dem Platz umsetzen", so Ramos.

Damit das Bernabeu Stadion auch wirklich überkocht, dafür haben Cristiano Ronaldo, Iker Casillas, Ramos und Co. ordentlich die Werbetrommel gerührt und ein Video veröffentlich: "Nuestra fuerza eres tu!" (Unsere Kraft bist du!) wird dort immer und immer wieder von den Stars gepredigt.

"Wichtigstes Match der vergangenen zehn Jahre"



Einer, der in diesem Streifen nicht zu sehen ist, ist Trainer Mourinho. Für den 50-Jährigen aber eine verständliche Entscheidung: "Einige Leute glauben, dass man mit einem Video motivieren muss. Ich glaube das nicht. Ich motiviere unsere Fans mit positiven Ergebnissen. Hätten wir das in Dortmund erreicht, wäre das die beste Motivation gewesen."

Ein weiteres negatives Resultat sollte also tunlichst vermieden werden, damit die Stimmung in der Hauptstadt nicht weiter zu Ungunsten Mourinhos kippt. Wohl auch deshalb flüchtete er sich zum Abschluss in übliche Durchhalteparolen.

"Es ist das wichtigste Match der vergangenen zehn Jahre. Wir haben 90 Minuten Zeit, den Rückstand aufzuholen. Im Fußball ist alles möglich. Ich habe ein gutes Gefühl... aber das hatte ich auch schon in Dortmund." Sprach er, bedankte sich für die Aufmerksamkeit und verschwand im Auslöser-Dauerfeuer der Fotografen aus dem Presseraum.

Aus Madrid berichtet Michael Reis
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