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12.03.2013 - 16:49 Uhr


Mit Derby-Schwung ins Viertelfinale - Wer ersetzt Huntelaar?

Die Mittelfeldreihe mit Michel Bastost (M.), Julian Draxler und Jefferson Farfan ist das Prunkstück im Schalker Spiel. Die drei sollen die türkische Defensive beschäftigen

Chinedu Obasi wird vermutlich für den verletzten Klaas-Jan Huntelaar im Sturmzentrum agieren

Gefährlichster Mann bei Galatasaray ist Burak Yilmaz (M.). In der laufenden Champions League-Saison erzielte er bereits sieben Tore

S04-Kapitän Benedikt Höwedes ist sich sicher: "Mit der Klasse, die wir im Moment auf den Platz bringen, bin ich sicher, dass wir eine Runde weiterkommen."

Gelsenkirchen - Nach dem 2:1-Derbysieg gegen Borussia Dortmund am vergangenen Wochenende herrscht beim FC Schalke 04 große Euphorie und das Vertrauen in die eigene Stärke ist zurückgekehrt. Im Rückspiel des Achtelfinals der Champions League gegen Galatasaray (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker/Radio) wollen die "Knappen" nun den nächsten Coup landen.
Die Stimmung könnte vor dem Duell mit den Türken kaum besser sein. Durch den Erfolg im Revierderby haben die Schalker ihre Schwächeperiode zunächst einmal vergessen gemacht. In der Liga holte das Team aus den vergangenen vier Partien zehn Punkte und ist wettbewerbsübergreifend seit nunmehr fünf Spielen unbesiegt. Dass das Selbstvertrauen in Gelsenkirchen wieder da ist, zeigt auch die Kampfansage von Kapitän Benedikt Höwedes: "Mit der Klasse, die wir im Moment auf den Platz bringen, bin ich sicher, dass wir eine Runde weiterkommen."

"Haben es selbst in der Hand?"



Auch der derzeit Formstarke Youngster Julian Draxler ist zuversichtlich: "Wenn wir es schaffen, den Schwung aus den vergangenen Spielen mit in diese Partie zu nehmen und das Selbstvertrauen beizubehalten bin ich guter Dinge, dass wir gegen Galatasaray bestehen und eine Runde weiterkommen können." Die Ausgangsposition nach dem 1:1 im Hinspiel ist gut, schließlich stehen die Türken unter dem Druck ein Tor machen zu müssen.

"Wir haben es selbst in der Hand eine Runde weiterzukommen. Ich bin davon überzeugt, dass wir das auch schaffen. Wir freuen uns auf die Partie. In der Arena wird eine ganz besondere Stimmung herrschen. Es ist ein K.o.-Spiel, in dem es um alles geht. Das setzt noch einmal Kräfte und Adrenalin frei", gibt sich Schalkes Sportdirektor Horst Heldt kämpferisch.

Stoßstürmer: Pukki? Obasi? Farfan?



Nach der Verletzung von Top-Torjäger Klaas-Jan Huntelaar steht hinter der Besetzung des Schalker Sturmzentrums allerdings noch ein großes Fragezeichen. Da auch Ciprian Marica und Ibrahim Afellay von Verletzunsgsorgen geplagt werden und Winterneuzugang Raffael in der "Königsklasse" nicht spielberechtigt ist, stehen als nominelle Sturmspitzen nur noch Teemu Pukki und Chinedu Obasi zur Verfügung.

So richtig in Tritt kommen die beiden in dieser Spielzeit jedoch noch nicht: In der Champions League ist das Duo noch torlos und auch in der Bundesliga war nur der Finne Pukki ein Mal erfolgreich. Aufgrund dieser Torflaute steht bei Trainer Jens Keller wohl auch noch eine andere Variante auf dem Zettel, bei der einer der drei spielstarken Mittelfeldspieler Michel Bastos, Jefferson Farfan oder Julian Draxler in die Spitze rückt. Den im Mittelfeld frei gewordenen Platz könnte dann der erst 17-jährige Max Meyer einnehmen.

Die Frage ist, ob Keller seinen derzeit besten Mannschaftsteil - das offensive Mittelfeld - nach dem überzeugenden Auftritt gegen den BVB verändern will. Auch der Einsatz des letztjährigen A-Jugendmeisters Meyer scheint - trotz seiner guten Leistungen in der Bundesliga gegen Fortuna Düsseldorf und den 1. FSV Mainz 05 - mangels Erfahrung nicht sehr wahrscheinlich. Keller hat jedoch mit der Personalie Sead Kolasinac auch schon im Hinspiel gezeigt, dass er jungen Spielern durchaus das Vertrauen schenkt. Im Abschlusstraining am Montag komplettierte der Nigerianer Obasi die Offensivreihe der Schalker, eine Einsatzgarantie ist das jedoch nicht.

"Gala"-Offensive schwächelt



Die Schalker sind jedoch nicht die einzigen, die sich Sorgen mit ihrer Offensivabteilung haben. Galatasaray ist mit erst acht erzielten Toren die Mannschaft mit der geringsten Torausbeute im Achtelfinale. Besonders abhängig ist das Team im Spiel nach vorne von Torjäger Burak Yilmaz. Der 27-Jährige, der im Hinspiel zum 1:0 traf, war im laufenden Wettbewerb bereits sieben Mal erfolgreich und hat damit nur ein Tor weniger auf dem Konto als der führende in der Torjägerliste, Cristiano Ronaldo.

Um die Durchschlagskraft im Angriff zu erhöhen, haben die Türken in der Winterpause auf dem Transfermarkt zugeschlagen und mit Didier Drogba und Wesley Sneijder zwei internationale Topstars verpflichtet. Drogba ist mit Yilmaz im Sturmzentrum gesetzt, da "Gala"-Trainer Fatih Terim bei einem System mit zwei Spitzen aber auf einen klassischen Spielmacher verzichtet muss Sneijder - wie schon im Hinspiel - häufig auf die Flügel ausweichen. Die häufigen Positionswechsel kommen dem Spiel des Niederländers nicht unbedingt entgegen und schränken seine Kreativität, die er in einer zentralen Position ohne Frage hat, stark ein.

Istanbul verpatzt Generalprobe



Auch die Statistik spricht für S04: Zum dritten Mal seit 2008 und 2011 stehen die "Königsblauen" im Achtelfinale der Champions League - jedes Mal erreichten sie dann auch die Runde der letzten Acht. Gegen türkische Mannschaften ist das Team noch dazu bisher ohne Niederlage. Von bislang fünf Begegnungen gewann Schalke zwei, drei Partien endeten unentschieden. Für Galatasaray ist es hingegen die erste Teilnahme an einem Champions-League-Achtelfinale.

In der heimischen Süper Lig mussten die Türken am vergangenen Wochenende zudem einen Rückschlag einstecken. Gegen Genclerbirligi Ankara unterlag die Mannschaft von Trainer Terim mit 0:1. Nach der Partie äußerte der Coach in der Zeitung "Fanatik" seine Unzufriedenheit: "Ich warne jeden: Rafft euch auf. Gegen Schalke will ich euch nicht in dieser Verfassung sehen."

Das Hauptaugenmerk der Schalker muss darauf liegen, die enorm gefährliche Offensive der Türken mit Yilmaz und Drogba unter Kontrolle zu halten. Die Schalker Angriffsreihe besitzt - auch ohne Huntelaar - genug Qualität, um sich gegen die Istanbuler Abwehr die ein oder andere Chance herauszuarbeiten (XL-Galerie: Schlüsselduelle).


Voraussichtliche Aufstellungen:

FC Schalke 04: Höwedes - Uchida, Höwedes, Matip, Kolasinac - Höger, Neustädter - Farfan, Draxler, Michel Bastos - Obasi

Galatasaray: Muslera - Eboue, Gökhan Zan, Semih, Riera - Sneijder, Selcuk Inan, Felipe Melo, Hamit Altintop - Drogba, Burak Yilmaz

Schiedsrichter: Eriksson (Schweden)

Sebastian Dirschl
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