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Champions League

04.12.2012 - 14:26 Uhr


Im Ziel vereint

Im Hinspiel kam Schalke 04 gegen den HSC Montpellier nicht über ein 2:2 hinaus, dennoch haben Christian Fuchs (M.) und Co. das Achtelfinal-Ticket schon in der Tasche

Trotzdem hat sich das Team von Trainer Huub Stevens für das letzte Vorrundenspiel in Südfrankreich einiges vorgenommen

Denn die Gelsenkirchener wollen nun den Gruppensieg. "Wir sind in der Champions-League-Gruppenphase ungeschlagen und das wollen wir auch bleiben", sagte Fuchs im Vorfeld

Montpellier - Betrachtet man das abschließende Gruppenspiel zwischen dem HSC Montpellier und dem FC Schalke 04 (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) aus rein sportlicher Sicht, so gibt es eigentlich nicht mehr sehr viel auszufechten: Die Gelsenkirchener sind fürs Achtelfinale qualifiziert, die Franzosen Tabellenletzter und damit ausgeschieden. Der große Anreiz für die "Knappen" ist der Gruppensieg und damit ein vermeintlich leichteres Los in der K.o.-Runde.
Für beide Teams ist die Partie im Stadion Mosson jedoch aus einem anderen Grund eine richtungweisende Partie: Mit einem Sieg soll der nötige Aufwind für die Liga her.

Denn die Schalker haben den Status als "Bayern-Jäger Nummer 1" nach der mageren Ausbeute von fünf Punkten aus sechs Spielen in der Bundesliga längst wieder verloren. Auswärts setzte es zuletzt drei Pleiten - in der "Königsklasse" dagegen wurden bislang beide Spiele auf fremden Platz gewonnen. Ein "Dreier" in Montpellier soll für die heimische Liga die Wende zum Guten bringen.

Beim französischen Meister läuft es in dieser Saison auch gar nicht mehr rund. Das jüngste 0:1 gegen Olympique Lyon war zwar die erste Niederlage nach fünf Spielen, der Abstand zu den Abstiegsrängen beträgt aber lediglich zwei Punkte. Da die nächsten drei Gegner Bastia, Ajaccio und Brest direkte Tabellennachbarn sind, soll Selbstbewusstsein getankt werden, um sich aus dem Abstiegssog zu befreien.

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Aktuelle Form:

Nach dem 1:0 gegen den 1. FC Nürnberg am 9. Spieltag sah die Bundesliga-Welt für Schalke 04 noch rosig aus. Als Tabellenzweiter betrug der Abstand auf den Ligaprimus FC Bayern München nur noch vier Punkte.

Sechs Spieltage später hat sich das Blatt gewendet. Nur vier weitere Punkte sind seither auf das Konto gebucht worden. Die Münchner sind auf 13 Zähler enteilt, Bayer Leverkusen hat als neuer "Vize" fünf Punkte Vorsprung und dann ist auch noch der Erzrivale Borussia Dortmund vorbeigezogen.

So richtig wissen die "Königsblauen" aber nicht, woran es liegt, dass man von der Erfolgsspur abgekommen ist. "Wir sind 90 Minuten marschiert, aber am Ende hat es nur zum Remis gereicht", analysierte Christian Fuchs das 1:1 gegen Borussia Mönchengladbach am vergangenen Spieltag.

Dominanz verloren

Beim Gegner Montpellier lief es in der Liga zuletzt etwas besser. Auch wenn es am Samstag ein 0:1 beim Tabellenführer in Lyon setzte. Hatte Montpellier nach neun Spieltagen nur neun Zähler eingeheimst, so sind es nach 15 Spieltagen immerhin schon deren 17.

Richtig überzeugend sind die Auftritte aber nicht gewesen. Nur im Pokal konnte der amtierende französische Meister seine Fans einigermaßen überzeugen. Von der Dominanz und Effektivität der vergangenen Saison ist aber fast nichts mehr übrig geblieben.


Personal:

Der Schalker Kader für die Fahrt nach Montpellier hat sich fast von alleine zusammengestellt. Denn mit Jefferson Farfan (Sprunggelenk), Kyriakos Papadopoulos (Knie), Ibrahim Afellay (Oberschenkel) und Marcel Höger (Syndesmoseband) sind vier Spieler weiter angeschlagen oder noch nicht fit.

Da Jermaine Jones und Joel Matip bei einer weiteren Gelben Karte im Achtelfinale pausieren müssten, könnte auf deren Positionen in Mittelfeld und Innenverteidigung rotiert werden. Chinedu Obasi sowie Routinier Christoph Metzelder und Talent Sead Kolasinac dürfen sich Hoffnungen auf einen Einsatz machen. Im Tor wird wohl wieder Timo Hildebrand stehen.

Bei Montpellier sieht die Personallage etwas besser aus. Karim Ait-Fana fällt mit einer Knieverletzung noch Monate aus. Auf der Torhüterposition musste zuletzt die Nummer 3 Jonathan Ligali ran, weil Geoffrey Jourden und dessen eigentlicher Vertreter Laurent Pionnier verletzt passen mussten. In Lyon lieferte Ligali aber eine überzeugende Leistung ab.


Statistik:

- Das 2:2 im Hinspiel war das erste Aufeinandertreffern beider Clubs und für Montpellier der bislang einzige Punkt in der ersten Champions-League-Saison der Vereinsgeschichte.

- Schalke hat seine beiden Auftritte im Europacup in Frankreich verloren: 2006/07 im UEFA-Pokal mit 1:3 in Nancy und 2010/11 in der Champions League mit 0:1 bei Olympique Lyon

- Huub Stevens absolviert sein 100. Europacup-Spiel als Trainer


Stimmen:

Huub Stevens: Montpellier hat bei uns im Hinspiel bewiesen, dass sie Qualität haben. Ich hoffe und denke, dass wir daraus gelernt haben. Wir wollen Gruppenerster bleiben.

Christian Fuchs: Es ist ja nicht so, dass wir nach Frankreich fahren, um einen Ausflug zu machen und uns die Umgebung anzuschauen. Wir sind in der Champions-League-Gruppenphase ungeschlagen und das wollen wir auch bleiben.

Rene Girard: Wir haben Schalke im Hinspiel schon Paroli geboten und wollten das auch jetzt tun. Für uns geht es um drei Punkte, um Geld und um die Ehre.

Daniel Congre: Schalke ist ein großer Club. Wir wollen aber jedes Spiel gewinnen und vielleicht wäre es uns in den Spielen zuvor mit ein wenig mehr Erfahrung schon einmal gelungen. Wir wollen uns mit dem ersten Sieg in der Champions League und erhobenen Hauptes verabschieden.


Voraussichtliche Aufstellungen:

HSC Montpellier: Ligali - Congre, Yanga-Mbiwa, Hilton, Bedimo - Stambouli, Estrada - Cabella, Belhanda, Utaka - Charbonnier

FC Schalke 04: Hildebrand - Uchida, Höwedes, Metzelder, Fuchs - Neustädter, Kolasinac - Obasi, Holtby, Draxler - Huntelaar

Schiedsrichter: Lahoz (Spanien)


Aus Montpellier berichtet Michael Reis
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