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23.10.2012 - 10:16 Uhr


Hazards Lückenfüller

Der Fels in der Brandung und der Vogel in der Luft: Innenverteidiger Aurelien Chedjou

Nolan Roux ackert und rennt und kämpft - aber vor dem Tor fehlt ihm die Kaltschnäutzigkeit

Marvin Matin (l.) konnte den Vorschusslorbeeren bislang noch nicht gerecht werden

Schon jetzt mit über 500 Liga-Spielen ausgestattet: Der 33-jährige Routinier Mickael Landreau

Lille - Eden Hazard war der Liebling beim OSC Lille. Das belgische Supertalent hat die Nordfranzosen in der Saison 2010/11 als 20-Jähriger quasi im Alleingang zur ersten Meisterschaft nach über 50 Jahren Durststrecke geführt. Zweimal in Folge wurde er zum besten Feldspieler der französischen Ligue 1 gewählt. Mit ihm stand und fiel das Spiel des OSC.
Seit dieser Saison muss Lille ohne ihn auskommen. Denn im Sommer legte der FC Chelsea kolportierte 40 Millionen Euro auf den Tisch, um sich die Dienste Hazards zu sichern.

Das Loch, dass der kleine Techniker hinterlassen hat, ist noch immer nicht gestopft. Die Neuzugänge Salomon Kalou - von Chelsea - und Marvin Matin - aus Sochaux - kommen lange nicht an die Leistungen Hazards heran.

Doch wer soll nun für den OSC Lille im so wichtigen Gruppenspiel gegen den FC Bayern München (Di., ab 20:30 Uhr im Live-Ticker / Liga-Radio) die Kohlen aus dem Feuer holen? Auf wen kommt es besonders an? bundesliga.de stellt die Schlüsselspieler vor.


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Mickael Landreau:

Im Alter von 17 Jahren und 141 Tagen gab Landreau sein Profidebüt beim FC Nantes. Erst nach 13 Jahren - die Jugendzeit mit eingerechnet - verließ er den Club unter Tränen. Er schloss sich Paris St. Germain an, wo er von 2006 bis 2009 zwischen den Pfosten brillierte. Seitdem ist er wieder beim OSC Lille aktiv. Trotz "nur" 1,84 Meter Körpergröße ist er in der Luft schwer zu bezwingen. Auch auf der Linie gilt er als stark. Bei Distanzschüssen jedoch hat er sich schon den ein oder anderen Patzer geleistet. Im letzten Ligaspiel in Bordeaux, dem 562. seiner Karriere, zeigte er aber seine Klasse, genau wie die Woche zuvor gegen Ajaccio. Landreau ist in guter Form.

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Aurelien Chedjou:

Kopfballstark, kopfballstärker, Aurelien Chedjou. Der Innenverteidiger aus Kamerun gehört wohl zu den besten Spielern in der Luft weltweit. In dieser Saison war er schon zwei Mal in der Liga per Kopf erfolgreich und auch das einzige Tor der Champions League des OSC Lille geht im wahrsten Sinne des Wortes auf seine Kappe. Seit 2007 ist Chedjou im Verein - nur Debuchy ist länger dabei. Er ist in der Zentrale der Abwehr gesetzt. Doch wie so oft im Fußball kann ein Innenverteidiger nicht oben und unten gleichzeitig auftrumpfen. Sobald schnell gespielt wird, bekommt Chedjou Probleme.

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Franck Beria:

Auf Franck Beria wartet am Dienstag wohl eine ganz besondere Aufgabe: Er darf sich um "Rückkehrer" Franck Ribery kümmern. Der eigentliche Rechtsverteidiger Mathieu Debuchy sah gegen Valencia die gelb-rote Karte und fehlt gesperrt. Nun zum Problem: Da Debuchy seit Jahren diese Position zuverlässig bekleidet hat, kam kaum ein anderer dazu, dort Spielpraxis zu sammeln. Auch Beria nicht. Die wenigen Male, die er aushelfen musste, waren nicht überzeugend. Vor allem wenn die Flügelspieler der Gegner rochieren, ist der 29-Jährige arg überfordert. Ein Geschwindigkeitsdefizit hat er gegen Ribery auch. Aber das haben viele...

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Nolan Roux:

Das Stürmer-Problem beim OSC ist nicht neu. In der Winterpause der vergangenen Saison war es so gravierend, dass Lille acht Millionen Euro für Roux an Stade Brest überwies. Doch noch passen die Fähigkeiten Roux' und die Spielweise des OSC nicht wirklich zusammen. Der pfeilschnelle 24-Jährige findet einfach keine Bindung zu den Außenspielern. Häufig wird er mit Flanken bedient, als ganz passabler Kopfballspieler zieht er jedoch dennoch meist den Kürzeren gegen die Konkurrenz des Gegners. Seine Schusstechnik macht ihn dennoch gefährlich.

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Marvin Martin:

Martin kam mit viel Vorschusslorbeeren vor der Saison aus Sochaux. Aber wenn man in einer Zweitliga-Mannschaft das Zepter schwingt, heißt das nicht, dass das eine Liga höher auch funktioniert. In den ersten Spielen musste sich Martin noch an das höhere Tempo gewöhnen. Doch als er sich gerade akklimatisiert hatte, zwangen ihn Adduktorenprobleme zu einer Pause. Gegen Bordeaux gab er sein Comeback. Eher durchwachsen. Dabei ist er der geborene Spielmacher. Trickreich, mit dem Auge für den Mitspieler. Sein Manko: Martin ist nicht torgefährlich. In 156 Profi-Spielen traf er lediglich 11 Mal.

Aus Lille berichtet Michael Reis

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