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13.02.2013 - 16:14 Uhr


Gefühl von Heimat in Donetsk

Ein zweites "Schlauchboot": Die Donbass Arena in Donetsk erinnert aufgrund ihrer Architektur an die Allianz Arena in München

"Hat was von Heimat", sagte Jürgen Klopp lässig. Der BVB-Coach hofft, dass seine Jungs am Abend ähnlich gut aussehen wie jüngst in den Partien beim FC Bayern

Marco Reus (l.) und Mario Götze (2.v.l.) haben in der laufenden CL-Saison schon einige Glanzleistungen gezeigt - so soll es weitergehen

Nach sechs Gegentoren in den letzten beiden Bundesligaspielen fordert Klopp: "Wichtig ist, dass wir in der Defensive wenig zulassen."

Donetsk - Die Dortmunder Spieler guckten nicht schlecht, als sie für das Abschlusstraining in die Donbass Arena in Donetsk einliefen. Denn das Hightech-Stadion des Gegners Shakhtar hat starke Ähnlichkeit mit der Spielstätte des Erzrivalen aus der Bundesliga, dem FC Bayern. Kein Wunder, zeichnet doch derselbe Architekt für beide Projekte verantwortlich.
Jürgen Klopp konnte sich auf der Pressekonferenz für die heutige Partie (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen. "Man kommt sich schon vor wie in der Allianz Arena. Und da haben wir uns zuletzt eigentlich sehr wohl gefühlt. Hat was von Heimat", sagte Klopp in Anlehnung an die letzten drei Partien des BVB beim FCB, von denen die Dortmunder zwei gewannen und ein Mal unentschieden spielten (BVB extrem motiviert).

Dass die Heizstrahler unterm Dach der Donbass Arena von einer Dortmunder Firma geliefert wurden, sei noch als kleine Zusatzinformation erwähnt.

Gastgeschenke werden die Hausherren dennoch nicht verteilen. Die Heimstärke des ukrainischen Ligaprimus' ist beeindruckend. Das letzte, für Donetsk nicht mehr relevante Gruppenspiel gegen Juventus Turin war die erste und einzige Heimniederlage in 2012 - 1:0 gewannen die Italiener.

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Aktuelle Form:

Die Borussia musste am vergangenen Samstag einen herben Dämpfer hinnehmen. Vor heimischem Publikum zerlegte der Hamburger SV den Deutschen Meister gleich mit 4:1. Die Leistung vom überzeugenden 3:2 in Leverkusen am Spieltag zuvor war verpufft.

Vielmehr offenbarte der BVB in beiden Partien ungeahnte Schwächen in der Defensive (Nachbericht). Sechs Gegentore in zwei Spielen - das gab es lange nicht mehr bei den Dortmundern. Nur gut, dass Neven Subotic' Muskelverletzung geheilt ist und er zusammen mit Mats Hummels wieder das gewohnte Innenverteidigerduo bilden kann.

Shakhtar befindet sich offiziell noch in der Winterpause. Seit November ruht in der ukrainischen Liga der Ball, erst im März geht es weiter. Bis vor kurzem weilte die Mannschaft in verschiedenen Trainingslagern in südlichen Gefilden und gewann dort zehn von zwölf Testspielen - unter anderem gegen Zenit St. Petersburg (3:1) und IFK Göteborg (2:1). Ein richtiges Bild über den Leistungsstand bieten die Ergebnisse aber nicht (Giovane Elber im Interview).


Personal:

Auf dem Hinflug der Dortmunder zeichnete sich ein kurioses Bild ab. Marcel Schmelzer verließ kurz vor dem Start die Maschine. Seine Knöchelverletzung sollte doch wohl nicht auf dem Gang in den Flieger wieder aufgebrochen sein? Des Rätsels Lösung war der Reisepass, den Schmelzer nicht am Mann sondern in seinem Koffer hatte und der dringend für die Einreise am Zielflughafen zur Vorlage benötigt wurde. Der Linksverteidiger trainierte auch ganz normal mit und wird wohl auf seiner angestammten Position auflaufen.

Weiterhin nicht dabei sind Kevin Großkreutz, der mit Verdacht auf Lungenentzündung noch außer Gefecht gesetzt ist und Ilkay Gündogan, der mit einem entzündeten Nagelbett am großen Zeh das Spiel nur vom Sofa aus beobachten kann. Ansonsten sind alle Spieler fit.

Bei Shakhtar muss Trainer Mircea Lucescu auf Stammspieler Oleksandr Kucher verzichten, der eine Gelbsperre absitzt. (XL-Galerie: Schlüsselduelle)


Statistik:

- Im Europapokal hat Dortmund noch nicht gegen eine ukrainische Mannschaft verloren (fünf Siege, ein Remis). Gegen Shakhtar kam es in der Saison 2001/02 in der Qualifikation zur Champions League zum direkten Duell: Der BVB gewann in Donetsk 2:0 und in Dortmund 3:1.

- Donetsk gewann die letzten drei Begegnungen mit deutschen Clubs - gegen Schalke, Stuttgart und zuletzt Bremen im UEFA-Cup-Finale 2009. Die letzte Niederlage setzte es - wie oben erwähnt - gegen den BVB.


Stimmen:

Jürgen Klopp: "Es wird eine große Herausforderung für uns. Wichtig ist, dass wir in der Defensive wenig zulassen."

Sebastian Kehl: "Ich bin guter Dinge, dass wir ein so gutes Ergebnis holen, das uns in drei Wochen berechtigt, eine Runde weiterzukommen."

Henrich Mchitarjan: "Wir im Club sind entschlossen, in dieser Saison das Maximum herauszuholen. In der Champions League zielen wir darauf ab, jedes noch verbleibende Spiel zu gewinnen."

Razvan Rat: "Die Dortmunder Spieler sind unglaublich fit, technisch versiert und sehr schnell. Das Wichtigste ist, dass wir gut verteidigen und, wenn möglich, ohne Gegentor bleiben."


Voraussichtliche Aufstellungen:

Shakhtar Donetsk: Pjatow - Rat, Tschygrynski, Rakytski, Srna - Taison, Fernandinho, Stepanenko, Alex Teixeira - Mchitarjan - Luiz Adriano

Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Blaszczykowski, Kehl, Bender - Götze, Lewandowski, Reus

Schiedsrichter: Howard Webb (England)

Aus Donetsk berichtet Michael Reis
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