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01.04.2013 - 14:55 Uhr


Gedankenspiele vor der spanischen Nacht

Dortmunds Trainer Jürgen Klopp (h.) herzt Siegtorschütze Robert Lewandowski nach dem Spiel beim VfB

Der Pole trifft in Stuttgart im neunten Bundesliga-Spiel in Folge - auch am Mittwoch baut der BVB auf seine Treffsicherheit

Der BVB beklagt die harte Gangart der Schwaben. Marcel Schmelzers (l.) Nasenbeinbruch ist eine negative Begleiterscheinung

Stuttgart/Dortmund - Wer in der gegnerischen Hälfte den Ball verteilen soll, wer in die freien Räume laufen wird und wer die Torchancen herausspielen kann - daran wird Dortmunds Trainer Jürgen Klopp in diesen Stunden kaum einen Gedanken verschwenden.
Im Hinspiel im Champions-League-Viertelfinale beim FC Malaga (Mittwoch ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) kann Klopp neben Top-Torjäger Robert Lewandowski, auf seine offensiven Alleskönner Marco Reus und Mario Götze sowie auf die zentralen Organisatoren Ilkay Gündogan, Nuri Sahin und Sebastian Kehl zurückgreifen. Und wahrscheinlich steht sogar der rechte Flankenläufer Jakub Blaszczykowski wieder zur Verfügung. Man sei optimistisch, dass der Pole seine Adduktorenzerrung überstanden habe und grünes Licht gibt, heißt es.

BVB sucht nach Antworten



Doch was wird passieren, wenn Malaga den Ball hat und das BVB-Mittelfeld überspielt ist? Wer wirft sich im bedrohlichen letzten Drittel den Angriffen des spanischen Tabellenfünften entgegen? Wer stört die beachtenswerte Offensivreihe mit Javier Saviola, Julio Baptista, Isco und Joaquin?

Und wer den früheren Bayern-Stürmer Roque Santa Cruz, der meist eingewechselt wird und dem Champions-League-Debütanten aus Andalusien den Einzug ins Viertelfinale mit seinem Treffer zum 2:0 im Rückspiel gegen Porto überhaupt erst möglich gemacht hat? Diese Fragen und diese Gedanken sind es, die Dortmunds Trainer in diesen Stunden beschäftigen. Und die Antworten darauf zu finden, wird nicht ganz leicht.

Dortmunder nicht sorgenfrei



Denn BVB-Abwehrchef Mats Hummels fehlt weiter wegen seiner Verletzung am Sprunggelenk, Marcel Schmelzers erlitt beim 2:1-Sieg in Stuttgart einen Nasenbeinbruch. Zudem schleppen sich Lukasz Piszczek (Schlag abbekommen), Sven Bender (Risswunde am Fuß) und Kevin Großkreutz (Prellung am Fuß), der inzwischen ebenfalls zu den Dortmunder Defensivdenkern zu zählen ist, mit schmerzhaften Blessuren herum. Allesamt erlitten beim hart erkämpften Auswärtssieg in Stuttgart.

"Zweikämpfe gehören zum Fußball dazu, aber der VfB hat es diesmal übertrieben", meint Lukasz Piszczek, der geschont werden sollte, mit einem Tor und einer Vorlage dann aber zum Matchwinner für die Borussia wurde. "Die Stuttgarter wurden dafür durch Niedermeiers Platzverweis und unser Siegtor bestraft."

Vorgeschmack auf "internationale Härte"



Auch BVB-Keeper Roman Weidenfeller, der aus nächster Nähe gesehen hatte, wie Stuttgarts Martin Harnik mit seinem Fuß unabsichtlich Marcel Schmelzer an der Nase traf, war stocksauer: "So unfair spielt man kein Fußball." BVB-Coach Klopp hatte sogar "irgendwann Angst, dass noch mehr passiert. Das Spiel war überhart und wir waren nicht so wahnsinnig daran beteiligt. Es waren viele Szenen dabei, die ich nicht so gerne beim Fußball sehe."

Wenn man es positiv sehen möchte, dann hat Borussia Dortmund die oft zitierte "internationale Härte", die für die Partie in Malaga am Mittwoch nötig sein dürfte, bereits am Samstag in der Mercedes-Benz-Arena erfahren. Und ist nun vorbereitet. Zudem sind die Innenverteidiger Neven Subotic und Felipe Santana inzwischen eingespielt. "Gegen die beiden zu spielen, ist nicht leicht. Sie sind sehr robust und kopfballstark, das hat jeder gesehen", gab VfB-Stürmer Vedad Ibisevic zu. Der Bosnier, mit insgesamt 69 Toren kein Greenhorn in der Bundesliga, hatte gegen das humorlose serbisch-brasilianische Abwehr-Duo am Samstagnachmittag keinen Stich gemacht.

Schmelzer will mit Maske ran



Wer die schwarz-gelben Abwehr-Außenbahnen in Malaga besetzen wird, ist noch unklar. Linksverteidiger Schmelzer jedenfalls will unbedingt ran: "Die Nase wurde genäht und gerichtet, damit wir keine Zeit verlieren. Denn Mittwoch soll es weitergehen. Dann aber mit Maske. Die lasse ich mir jetzt noch anfertigen und dann sollte das auch klappen", schrieb er auf seiner Facebook-Seite.

Als Ersatz stünde Großkreutz bereit - aber nur, wenn der 24-Jährige seine eigenen Probleme rechtzeitig in den Griff bekommt. Von der Kabine in den Mannschaftsbus war er nach der Partie beim VfB gehumpelt. Auch für die rechte Seite wäre Großkreutz eine Möglichkeit, der unverzichtbare Piszczek wird aber alles tun, um in Malaga auflaufen zu können: "Ich schleppe mich weiter mit einer Hüftverletzung herum, werde aber bis zum Saisonende durchhalten."

Das wäre auch von Nöten, denn viele Alternativen für die Defensive bleiben Jürgen Klopp nicht mehr. Wird die Personaldecke noch enger, wird der Trainer nicht umhin kommen, sich um die Abwehr noch einmal intensiver Gedanken zu machen.

Henrik Lerch
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