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26.05.2013 - 12:17 Uhr


FCB-Held Robben: "Wir sehen uns später"

Arjen Robben schießt die Münchner mit seinem Last-Minute-Treffer zum Champions-League-Titel

Beim 1:0 der Bayern hat der Niederländer (r.) schon die Beine im Spiel, bereitet mustergültig für Mario Mandzukic (l.) vor

Den entscheidenden Treffer erzielt Robben (l.) selbst und bezwingt den überragenden Roman Weidenfeller im BVB-Tor

Im Anschluss fällt bei Bayerns Turbo-Dribbler (r.) die ganze Anspannung ab

Bei der Feier gibt Robben (l.) im Duett mit Bastian Schweinsteiger eine Gesangseinlage zum besten

London - Völlig losgelöst stürmte Arjen Robben nach seinem Tor in Richtung Tribüne. Er rutschte auf Knien auf die Bande zu und schrie dann seine ganze Erleichterung lautstark in Richtung Zuschauer. So eben hatte der Niederländer für den FC Bayern das entscheidende 2:1 im Finale der Champions League gegen Borussia Dortmund geschossen.
Aus den Händen von Trainer-Legende Sir Alex Ferguson nahm er nach einem tollen Spiel den Preis für den "Man of the Match" entgegen. Wichtiger war für Robben jedoch der "Henkelpott", den er wenige Minuten zuvor in den Londoner Nachthimmel streckte.

"Ich habe vor dem Anpfiff absichtlich nicht auf den Pokal geschaut. Ich habe mir nur gedacht  wir sehen uns später . Das kann ich jetzt nach dem Spiel natürlich so toll dahersagen, aber das war wirklich mein Gedanke", erklärte er nach dem Schlusspfiff in den Katakomben des Wembley-Stadions.

Robben sprach auch über die Rückschläge der vergangenen Jahre, feierlustige Mitspieler und das DFB-Pokalfinale am nächsten Samstag.

Frage: Herr Robben, nach dem Treffer haben Sie Ihren Emotionen freien Lauf gelassen. Wie hat sich das angefühlt?

Robben: Das ist einfach nur ein Traum. Ich habe nicht vergessen, was im vergangenen Jahr passiert ist. Das war eine große Enttäuschung. Mir ist zwar nicht die gesamte Karriere durch den Kopf gegangen, aber eben solche speziellen Momente. Das ist einfach Wahnsinn.

Frage: Sie hatten in der ersten Halbzeit schon zwei große Chancen. Verzweifelt man da nicht irgendwann?

Robben: In der Pause habe ich gedacht, dass kann nicht schon wieder passieren. Ich kann nicht schon wieder so eine große Chance vergeben und am Ende reicht es nicht. Aber ich habe mir sofort gesagt, dass noch eine Chance kommen wird und die kam dann ja auch.

Frage: Und was haben Sie gedacht, als Sie dann endlich den Pokal in den Händen hielten?

Robben: Vor dem Anpfiff habe ich absichtlich nicht auf den Pokal geschaut. Ich habe mir nur gedacht "wir sehen uns später". Das kann ich jetzt nach dem Spiel natürlich so toll dahersagen, aber das war wirklich mein Gedanke.

Frage: Was war in der Kabine los? Wurde schon richtig gefeiert?

Robben: Die Brasilianer wissen natürlich, wie man Party macht. Aber alle sind überglücklich. Einige waren schon bei den zwei Endspiel-Niederlagen zuvor dabei. Daher erleben wir das alles noch intensiver.

Frage: Sie waren 2010 und 2012 auch dabei.

Robben: Ich hatte in meiner Karriere viele Enttäuschungen, habe schon viele Finals gespielt. Am Ende möchte man nicht bloß Zweiter, der "Loser", sein, sondern man will auch etwas gewinnen. Mit diesem Titel schiebe ich alles andere weit nach hinten. Aber wir haben uns diesen Sieg auch wirklich redlich verdient.

Frage: War die Defensive in diesem Jahr der Schlüssel zum Erfolg?

Robben: Wir haben aus der vergangenen Saison gelernt und wussten, was wir besser machen müssen. Vor allem die vier Offensiv-Spieler mussten die Spielweise ändern und arbeiten nun viel mehr mit nach hinten. Das macht es für die Verteidigung einfacher. Und wenn man im Viertelfinale zweimal 2:0 gegen Juventus sowie 3:0 und 4:0 gegen den FC Barcelona gewinnt, dann spricht das glaube ich für sich.

Frage: Jupp Heynckes hat angesichts des noch anstehenden Endspiels im DFB-Pokal ein Feier-Verbot mit den Fans erlassen. Wollen Sie das eigentlich?

Robben: Nein, das wollen wir nicht. (lacht) Wir haben unserem Trainer das ganze Jahr ganz genau zugehört. Doch jetzt werden wir wohl ein wenig selbst entscheiden. Wir haben die Champions League gewonnen. Was will man mehr?

Frage: Aber Jupp Heynckes will auch noch das Triple gewinnen.

Robben: Das wollen wir auch. Glauben Sie denn, dass zwei Tage feiern wirklich Auswirkungen auf unsere Leistung am nächsten Samstag haben werden?

Frage: Nein, das glaube ich nicht.

Robben: Sehen Sie, ich auch nicht.

Aus London berichtet Michael Reis
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