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Champions League

10.04.2013 - 22:42 Uhr


Erst Kampf, dann Dominanz: Bayerns Traum von Wembley lebt weiter

Der FC Bayern zieht durch ein 2:0 bei Juventus Turin ins Halbfinale der Champions League ein

Von Beginn an geht es heiß her: Giorgio Chiellini (l., gegen Mario Mandzukic) und Co. gehen in den Zweikämpfen alles andere als zimperlich zu Werke

Die Juventini sind in der ersten Hälfte leicht überlegen: Andrea Pirlo (2.v.l.) testet Manuel Neuer mit einem satten Freistoß

Im zweiten Durchgang kommt der deutsche Rekordmeister (mit Franck Ribery, M.) besser in Schwung

Mario Mandzukic (l.) köpft die Münchner in der 64. Minute in Front - Juve braucht nun vier Tore, um weiterzukommen

Die Führung gibt Ribery (r., gegen Paul Pogba) und Konsorten Sicherheit. Turin rennt dem Ball nur noch hinterher

Die Gäste setzen sogar noch einen drauf: Claudio Pizarro (r.) versenkt in der ersten Minute der Nachspielzeit einen Flachschuss im Tor von Gianluigi Buffon

Bayern steht zusammen mit Borussia Dortmund, Real Madrid und dem FC Barcelona im Halbfinale der Champions League

Turin - Der Traum vom Triple lebt weiter: Zunächst mit Kampf und dann mit spielerischer Dominanz hat Bayern München zum dritten Mal seit 2010 letzlich souverän das Halbfinale der Champions League erreicht. Der frisch gebackene Deutsche Meister gewann das Viertelfinal-Rückspiel bei Juventus Turin mit 2:0 (0:0) und musste nach dem 2:0-Erfolg im ersten Spiel allenfalls eine Halbzeit lang zittern.
Den Sieg sicherten Mario Mandzukic (64.) und Claudio Pizarro (90.+1). Doch der Kroate Mandzukic wird dem Finalisten von 2010 und 2012 im Halbfinal-Hinspiel wegen einer Gelbsperre fehlen. Der italienische Rekordmeister, der erstmals seit 1976 in einem K.o.-Duell an einer deutschen Mannschaft scheiterte, wartet nun seit 2003 auf einen Halbfinal-Einzug in der "Königsklasse".

"Wichtig war, dass wir die Anfangsphase überstanden haben. Die erste Viertelstunde waren wir nicht so gut, danach waren wir hellwach", sagte Kapitän Philipp Lahm. "Alle haben gesehen, dass es nicht einfach war. Aber wir sind ruhig geblieben und haben das Tor gemacht. Aber der Weg ist noch nicht zu Ende", meinte Mandzukic und blickte dem Halbfinale etwas wehmütig entgegen. "Zuschauen ist immer schwer, aber ich bin sicher, dass die Jungs mich gut ersetzen werden." Torhüter Manuel Neuer erklärte: "Wir sind verdient weiter gekommen, darauf können wir stolz sein."

Juve beginnt leidenschaftlich



Beide Teams hatten bereits im Vorfeld jeweils zwei Stammkräfte ersetzen müssen. Den Italienern fehlten die gesperrten Arturo Vidal und Stephan Lichtsteiner, den Bayern die verletzten Toni Kroos und Holger Badstuber. Münchens Coach Jupp Heynckes hatte ansonsten seine beste Formation aufgeboten, auch die von einer Gelbsperre bedrohten Philipp Lahm, Dante und Mandzukic.

Mandzukic sah schon in der sieben Minute Gelb - und das auch noch zu Unrecht. Eigentlich hatte Juves Verteidiger Girgio Chiellini das Foul am Kroaten begangen.

Juve zeigte sich von Beginn an gewillt, das Wunder noch zu schaffen. Angetrieben von seinen Fans, die vor dem Anpfiff eine beeindruckende Choreografie unter dem Motto "Wir werden nicht aufgeben" dargeboten hatten, versuchte Juve, den um Ruhe bemühten Bayern mit großem Engagement und kompromisslosem Einsatz den Schneid abkaufen.

Neuer pariert glänzend gegen Pirlo



Dem Deutschen Meister gelang es allerdings zumindest ganz gut, den italienischen Rekordchampion vom Tor fernzuhalten. Ausgerechnet Kapitän Lahm sorgte dann aber für höchste Not, als er Claudio Marchisio an der Strafraumgrenze foulte. Den fälligen Freistoß drosch Andrea Pirlo mit voller Wucht aufs Tor, doch Bayern-Keeper Manuel Neuer parierte glänzend (23.).

Vor allem auf der linken Seite bekamen die Gäste mehr und mehr Probleme. Heynckes rief nacheinander zunächst Außenverteidiger David Alaba für taktische Anweisungen an die Seitenlinie, dann den davor spielenden Franck Ribery, dem er offenbar mit Nachdruck mehr Unterstützung für Alaba vorgab. Eigene Angriffe inszenierten die Bayern nur vereinzelt. Das lag nicht nur an der teilweise ruppigen Gangart der Turiner, sondern auch an zahlreichen ungenauen Abspielen, vor allem durch Bastian Schweinsteiger. Zudem musste Innenverteidiger Daniel van Buyten bereits in der 35. Minute vom Feld, nach einem Schlag von Vucinic klagte er über Kopfschmerzen.

Robben trifft den Pfosten



Die erste nennenswerte Chance für die Bayern ließ bis zur 39. Minute auf sich warten: Einen Distanzschuss von Alaba - vergleichbar mit dem, der im Hinspiel zum 1:0 geführt hatte - parierte Juve-Schlussmann Gianluigi Buffon diesmal sicher.

Nach der Pause wendete sich das Blatt. Die Bayern wirkten nun konzentrierter, hatten besseren Zugriff und wären durch ihren bis dahin besten Konter beinahe in Führung gegangen: Nach Ablage von Mandzukic traf Arjen Robben aus 20 Metern aber nur den Pfosten (57.). Sieben Minuter später war es soweit: Nach einem Freistoß des immer stärker werdenden Schweinsteiger parierte Buffon noch gegen Javi Martinez, doch Mandzukic vollstreckte per Flugkopfball. Sekunden später vergab Thomas Müller leichtfertig das 2:0.


Turin: Buffon - Barzagli, Bonucci, Chiellini - Padoin (69. Isla), Pirlo, Asamoah - Pogba, Marchisio (79. Giaccherini) - Quagliarella (66. Matri), Vucinic

München: Neuer - Lahm, van Buyten (35. Boateng), Dante, Alaba - Martinez, Schweinsteiger - Robben, Thomas Müller, Ribery (80. Luiz Gustavo) - Mandzukic (83. Pizarro)

Schiedsrichter: Carlos Velasco Carballo (Spanien)

Tore: 0:1 Mandzukic (64.), 0:2 Pizarro (90.+1)

Zuschauer: 41.000 (ausverkauft)

Gelbe Karten: Bonucci (2) - Mandzukic (3)
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