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Champions League

25.05.2013 - 14:01 Uhr


Deutsche Fans schon vor dem Anpfiff Gewinner

Wie hier am Piccadilly Circus feiern die zahlreichen BVB-Fans in ganz London eine große Party

Papa Helmut (l.) und sein Sohn Christoph Klohr sind mit dem Auto, der Fähre und dem Zug angereist

Das war Helmut Robers zu leicht: Der 54-Jährige hat die 548,25 Kilometer aus seiner Heimat Münster zum Wembley-Stadion mit dem Fahrrad zurückgelegt

London - Am Tag des deutschen Duells in Wembley (ab 20:15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) gibt es schon die ersten Gewinner: die deutschen Fußball-Fans. Denn wie die Anhänger von Borussia Dortmund und des FC Bayern München dem miesen Londoner Schmuddelwetter die Stirn geboten haben, ist mehr als Champions League würdig.
Zwar schaffte es der Wettergott mit Dauerregen und kühlen Temperaturen, dass größere Fan-Zusammenkünfte zumindest am Freitag ausblieben. Doch vor allem die Borussia sorgte dafür, dass sich die Einheimischen noch lange an dieses Finale zurückerinnern werden.

Touristenspots in schwarz-gelber Hand



Denn die Medien- und Marketingabteilung der Westfalen hatte ganze Arbeit geleistet. Sie schickte gelb gekleidete Wachsoldaten mit schwarzen Bärenfellmützen durch die Stadt, ließ aus einem gelb-schwarzen Doppeldeckerbus kleine Fanutensilien verteilen und dankte den Londonern mit einer Grußbotschaft von der Plane eines fahrenden Werbe-LKW: "Eine Million Dankeschön, dass ihr das Spiel erfunden habt, das wir lieben!"

Insgesamt war "schwarz-gelb" die dominierende Farbe in der Metropole. Ob Trafalgar Square oder Piccadilly Circus - wenn an den Touristenspots Stimmung herrschte, war das meist der Verdienst der BVB-Anhänger.

Schon richtige Final-Atmosphäre wurde am Freitagabend auch im Pub "The Albany" verbreitet. Denn dort sangen sich auf einer Party des größten BVB-Fanzine schwatzgelb.de rund 200 Borussen-Fans schon mal mit Dortmunder Liedgut in Endspiel-Laune.

Vater und Sohn mit Auto, Fähre und Zug ans Ziel



Aber natürlich konnte man in London auch überall das "rot-weiß" der Bayern-Anhänger sehen. So wie bei Helmut und Christoph Klohr aus Mannheim, die den FCB zum Sieg schreien wollen. Wobei Papa Helmut als echter Waldhof-Bube eher unterstützend für seinen Sohnemann dabei ist.

"Ich habe mich erst auf den letzten Drücker für zwei Karten beworben und Glück gehabt. Dann sind wir mit dem Auto nach Calais, haben dort als Fußgänger mit der Fähre übergesetzt und sind den letzten Weg mit dem Zug gefahren", beschrieb der 18-jährige Christoph ihren Trip.

Münsteraner Fahrradfahrer mit großem FCB-Herz



Die beschwerlichste Anreise hatte aber wohl Helmut Robers aus Münster. Der 54-Jährige hat 548,25 Kilometer aus seiner Heimat zum Wembley-Stadion mit dem Fahrrad zurückgelegt. Obwohl Fahrrad eigentlich der falsche Begriff für seine mit einem Tannenbaum und allerlei Fan-Utensilien bestückte Rikscha ist.

"Im vergangenen Jahr bin ich zum Finale nach München über Berlin geradelt. Das war eine längere Tour", sagte Robers. Warum er all die Strapazen auf sich genommen hat, wo er doch noch nicht einmal im Besitz eines Final-Tickets ist, erklärte er mit der großen Liebe zum FC Bayern.

Ob "schwarz-gelb" oder "rot-weiß": Am Abend im Wembley-Stadion werden die deutschen Fans hoffentlich gemeinsam dafür sorgen, dass dieses Finale der Fußball-Welt ewig in Erinnerung bleibt.

Aus London berichtet Michael Reis
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