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20.02.2013 - 15:27 Uhr


Bayern zeigen "Fußball aus dem Lehrbuch"

Toni Kroos (r.) erzielte im Emirates-Stadion die Führung, Mario Mandzukic (l.) setzte den Schlusspunkt

Der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge (l.) und Präsident Uli Hoeneß verteilten nach dem beeindruckenden 3:1-Sieg viel Lob an die Mannschaft

Thomas Müller (r.) war zufrieden, aber nicht überrascht: "Wir funktionieren als Mannschaft ja nicht erst seit heute. Wir haben uns eine gewissen Sicherheit erarbeitet."

Javier Martinez (M.) freut sich auf die anstehenden Aufgaben in der Liga gegen Bremen und vor allem im Pokal gegen Dortmund. "Der Spielplan hat gerade richtig schöne Duelle für uns parat", sagte der Spanier

London - Das traditionelle Bankett des FC Bayern nach dem 3:1-Sieg beim FC Arsenal fand an einem für den deutschen Fußball historischen Ort statt. Bei der Europameisterschaft 1996 residierte die deutsche Nationalmannschaft, genau wie die Münchner jetzt in London, im noblen "The Landmark" Hotel. Am Ende durften Lothar Matthäus, Jürgen Klinsmann oder auch Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer den EM-Titel in diesem 5-Sterne-Tempel feiern.
"Vielleicht ist es ein gutes Zeichen, dass wir in diesem Jahr in der Champions League auch noch einen weiten Weg haben werden", führte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge bei seiner Rede vor dem nächtlichen Festschmaus aus.

Rummenigge: "Großen Schritt Richtung Viertelfinale gemacht"



Nach der souveränen Vorstellung gegen die "Gunners" wollten Spieler und Verantwortliche den Einzug ins Viertelfinale aber noch nicht als sicher abstempeln. Und das, obwohl der Rekordmeister im Europapokal nach einem Auswärtssieg im Hinspiel in 20 von 21 Fällen weitergekommen ist - nur 2010/11 scheiterte man nach einem 1:0 bei Inter Mailand noch mit 2:3.

"Wir haben noch 90 Minuten zu spielen. Und das gegen einen großen Verein mit großartigen Spielern. Wenn wir das Rückspiel auf die leichte Schulter nehmen, wird uns das sicherlich nicht gut bekommen", meinte Javi Martinez im bundesliga.de-Interview.

Doch wer die Bayern - insbesondere in den ersten 30 Minuten - gesehen hat, der hat kaum noch Zweifel, dass die Münchner am 13. März in der Allianz Arena in die Runde der letzten Acht einziehen werden. "Die ersten halbe Stunde war Fußball aus dem Lehrbuch. Besser kann man nicht spielen", analysierte FCB-Präsident Uli Hoeneß nach dem Schlusspfiff im Emirates-Stadion.

Und Rummenigge fügte hinzu: "Wir haben einen großen Schritt in Richtung des Viertelfinals gemacht. Und das ist auch wichtig, dass man den FC Bayern auch international zur Kenntnis nimmt."

Müller: "Es passt einfach alles zusammen"



Auch die Spieler waren sich der Leistung der Anfangsphase, in der Toni Kroos und Thomas Müller mit ihren Treffern schon für eine Art Vorentscheidung sorgten, durchaus bewusst.

Für Müller kam sie aber nicht überraschend. "Wir funktionieren als Mannschaft ja nicht erst seit heute. Wir haben uns eine gewissen Sicherheit erarbeitet. Es passt einfach alles zusammen", meinte der 23-Jährige, der in London seinen 16. Pflichtspieltreffer der Saison erzielte - seinen vierten im laufenden Wettbewerb. (XL-Galerie: Bilder des CL-Achtelfinals)

Mario Mandzukic, der mit dem 3:1 erstmals für den FC Bayern in der "Königsklasse" traf, pflichtete seinem Mannschaftskollegen bei und blickte positiv in die Zukunft. "Wir haben einfach einen guten Lauf. Es gibt auch keinen Grund, warum es nicht so weitergehen sollte. Wir verfolgen hohe Ziele, die wir unbedingt erreichen wollen", sagte der Kroate.

Neuers Serie ist gerissen



Die nächsten Stolpersteine auf dem Erfolgsweg könnten Werder Bremen am Samstag in der Bundesliga und danach Borussia Dortmund am Mittwoch im Viertelfinale des DFB-Pokals sein. Gerade auf das Duell gegen den BVB freuen sich die Bayern-Kicker.

"Der Spielplan hat gerade richtig schöne Duelle für uns parat. Davon darf man schon träumen. In den nächsten Wochen kann sich einiges im Hinblick auf die Bundesliga und den DFB-Pokal entscheiden", ließ Martinez wissen.

Einziger Wermutstropfen an diesem Abend in London war die gerissene Serie von Manuel Neuer. Nach 664 Pflichtspiel-Minuten musste er wieder hinter sich greifen. Beim zwischenzeitlichen 1:2 nach einer Ecke machte er keine glückliche Figur. Die Erklärung kam aber prompt: "Ich habe nicht 'Torwart' gerufen. Für mich war klar, dass da einer hingeht." Es ging aber keiner seiner Vorderleute zum Ball und Lukas Podolski sagte Dankeschön.

Erneute Endspielteilnahme nach 2010 und 2012?



Der guten Stimmung tat das aber keinen Abbruch. Die Bayern-Fans träumten nach Spielende mehr denn je vom fünften Erfolg im wichtigsten europäischen Vereinswettbewerb.

Schließlich schürt neben dem Bezug zum EM-Titel der deutschen Nationalmannschaft noch eine wichtige Statistik die Hoffnung, warum es nach den verpassten Endspielen 2010 und 2012 endlich wieder klappen könnte.

Denn den letzten Sieg bei einem englischen Verein gab es in der Saison 2000/01 im Viertelfinale bei Manchester United. Der FC Bayern erreichte das Halbfinale, warf dort Real Madrid raus und gewann danach in Mailand mit einem 5:4 im Elfmeterschießen den großen "Henkelohrenpokal" gegen den FC Valencia. Wenn das kein gutes Omen ist...

Aus London berichtet Michael Reis
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