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01.10.2012 - 22:26 Uhr


Bayern vor Reise ins Ungewisse: "Nicht einlullen lassen"

Matthias Sammer sorgt dafür, dass beim Rekordmeister alle jederzeit auf der Hut sind und nicht zu bequem werden

Trainer Jupp Heynckes bestreitet aktuell seine dritte Amtszeit an der Säbener Straße

FCB-Kapitän Philipp Lahm (2.v.r.) weiß Sammers Kritik einzuordnen

Minsk - Als Bayern München mit Flug LH 2570 ohne Superstar Arjen Robben seine Reise ins Ungewisse antrat, wirkte die scharfe Kritik von Matthias Sammer noch immer nach.
Karl-Heinz Rummenigge gefiel die Motzki-Attacke seines Vorstandskollegen vor dem zweiten Gruppenspiel in der Champions League am Dienstag (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) bei BATE Borisov "sehr gut. Ich glaube, wir dürfen nicht den großen Fehler machen, dass wir uns einlullen lassen", sagte der Vorstandschef vor dem Abflug des deutschen Rekordmeisters am Montag nach Weißrussland.

Sammer erkennt die Gefahr



Trotz des Traumstarts hatte Sammer den Stars in bester Uli-Hoeneß-Manier nach dem 2:0 in Bremen vorgeworfen, "nicht hellwach, nicht gallig", sondern "lätschern" aufgetreten zu sein. "Matthias erkennt diese Gefahr. Es ist richtig, dass er dann den Finger in die Wunde gelegt hat - gerade nach einem Sieg ist es besser zu lösen. Das permanente Lob und die Euphorie gefallen auch mir nicht. Wir müssen aufpassen, dass es nicht zu viel wird", fügte Rummenigge an.

Trainer Jupp Heynckes mahnte mit Blick auf die mögliche Bestmarke von zehn Siegen zum Start: "Man sollte erst die 90 Minuten spielen, bevor man an irgendwelche Rekorde denkt." Und die klare Ansage von Sammer ("Das war mit dem Trainer abgesprochen") ist auch bei der Mannschaft angekommen. "Wir wissen, dass wir noch nichts erreicht haben und besser spielen können. Dass Matthias Sammer uns warnt, ist normal. Das macht er nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch intern", unterstrich Kapitän Philipp Lahm.

Nach der Ankunft, wo die Bayern vor dem Crown Plaza Hotel von Dutzenden, auch weißrussischen Fans gefeiert wurden, betonte Torwart Manuel Neuer: "Wir freuen uns alle über die Siege, aber wir müssen aufpassen, dass wir dranbleiben und keinen Schritt zurückgehen. Wir dürfen uns in keinem Wettbewerb einen Fehler erlauben."

Muskuläre Probleme stoppen Robben



Neuer, Lahm und Co. wollen Sammer, der am Montagvormittag wortlos in den Flieger stieg, nicht noch einmal Grund zur Kritik geben. "Wir wollen auch in der Champions League einen perfekten Start hinlegen", sagte Lahm nach dem 2:1 zum Auftakt gegen Valencia.

Zwar fehlt Robben im Dinamo-Stadion von Minsk, wohin Borisov in der Königsklasse ausweicht, erneut wegen muskulärer Probleme, "aber wir haben gesehen, dass jeder seine Leistung abruft, wenn er reinkommt" (Lahm). Rummenigge forderte einen Sieg, "dann wären wir Tabellenführer - das ist auch unser Ziel am Ende der Gruppenphase".

Hleb in der Liga geschont



Neben der sportlichen Herausforderung sind die Münchner gespannt, was sie in Weißrussland erwartet. "Auch ich bin neugierig, ich war noch nie in Weißrussland. Wir werden uns dort eine seriöse Meinung bilden", sagte Rummenigge angesichts der diktatorischen Verhältnisse in der ehemaligen Sowjetrepublik. Man wisse über die politische Lage "Bescheid", ergänzte Lahm, "trotzdem empfinde ich Vorfreude darauf, ein neues Land und eine andere Kultur kennenzulernen".

Das "Sightseeing" dürfte in Minsk im Hintergrund stehen, zumal Sammer die sportliche Entwicklung mit Argusaugen verfolgt. "Wir müssen aufpassen, dass wir nicht das Gefühl entwickeln, sanftmütig zu werden. Dass wir nicht denken: Es wird schon irgendwie gehen. Dem müssen wir entgegenwirken. Irgendwann reichen 95 Prozent vielleicht nicht mehr", warnte der 45-Jährige.

Immerhin hat Borisov sein erstes Gruppenspiel der Königsklasse in Lille 3:1 gewonnen. Die Generalprobe am Wochenende gegen Grodno bestand der weißrussische Meister souverän und blieb beim 5:1 zum 16. Mal in Folge ungeschlagen - ohne Alexander Hleb. Der ehemalige Bundesligaprofi wurde geschont, soll gegen die Bayern aber wieder dabei sein.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Borisov: Gorbunov - Poljakov, Radkov, Simic, Bordatschev - Liktarowitsch, Oleknowitsch, Pavlov, Volodko - Hleb (Bressan) - Rodionov

Bayern: Neuer - Lahm, Boateng, Dante, Badstuber - Martinez, Schweinsteiger - Müller, Kroos, Ribery - Mandzukic
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