offizielle Webseite

Liveticker

Champions League

06.12.2012 - 16:03 Uhr


Augsburg vor der Brust, Real im Hinterkopf

Der FC Bayern feiert gegen BATE Borisov einen Sieg im Schongang und zieht als Gruppenerster ins Achtelfinale ein

Einer der besten Münchner: Xherdan Shaqiri bereitete ein Tor vor und erzielte ein weiteres selbst

Jerome Boateng (r.) sah nach einer rüden Attacke an der Mittellinie die Rote Karte. Damit ist der Innenverteidiger auf jeden Fall für das Achtelfinal-Hinspiel gesperrt

München - Es droht Real Madrid oder der AC Mailand - doch Matthias Sammer dachte nur an den FC Augsburg. "Das Wichtigste ist, dass wir am Samstag gewinnen. Dann ist das nächstwichtigste, dass wir gegen Gladbach gewinnen und dann noch im Pokal. Das ist unser Anspruch. Dann können wir uns wieder um das Andere kümmern", sagte der Sportvorstand des FC Bayern München nach dem souveränen 4:1 (1:0) gegen BATE Borisov und dem Gruppensieg in der Champions League mit Nachdruck.
"Das Andere" ist die Auslosung des Achtelfinales am 20. Dezember im schweizerischen Nyon. Doch obwohl die Bayern auf das "königliche" Real, Angstgegner Milan oder den FC Arsenal treffen könnten, richteten sie erst einmal pflichtbewusst den Blick ins Schwäbische, wo am Samstag das Derby gegen den stark abstiegsbedrohten FCA steigt.

"Wir können jeden schlagen"



"Wir müssen die Champions League abhaken. Ab jetzt gilt: volle Konzentration auf Augsburg", betonte Sammer: "Das wird schwer genug. Die kämpfen ums Überleben." Auch Nationalspieler Thomas Müller war in Gedanken schon wieder auf Bundesliga eingestellt: "Wir wollen den Abstand weiter vergrößern und werden uns topseriös vorbereiten."

Der kommende Achtelfinal-Gegner war dagegen am späten Mittwochabend kein großes Thema bei den Bayern. "Wir können jeden schlagen, das ist mir völlig wurscht", antwortete Müller gelassen auf die Frage nach einem Wunschgegner. Auch wenn es in der im Februar und März stattfindenden K.o.-Runde durch die Rote Karte gegen Jerome Boateng (50.) in der Innenverteidigung eng werden könnte, zeigte sich auch Kapitän Philipp Lahm selbstbewusst: "Jeder kann kommen."

Lahm weiß um die Stärke der Bayern. Da wechselte Trainer Jupp Heynckes vier Tage nach dem 1:1 im Gipfeltreffen gegen Borussia Dortmund sieben Spieler aus, für den neunmaligen weißrussischen Meister reichte eine bessere B-Elf aber immer noch locker. "Wir haben einen kompletten Kader", sagte Lahm, der sich für den Weihnachts-Endspurt sogar 90 Minuten schonen durfte, über das Erfolgsrezept der Münchner.

Sammer lobt Heynckes



Für Sammer hat der FC Bayern in dieser Saison ohnehin "keinen A- oder B-Kader, wir haben eine Mannschaft", sagte der 45-Jährige und lobte in diesem Zusammenhang wieder einmal Heynckes, der seine vielen Stars trotz der Konkurrenzsituation seit Monaten bei Laune hält: "Er macht das ganz hervorragend."

So spielte sich gegen Borisov aus der "zweiten" Reihe vor allem der Schweizer Xherdan Shaqiri, der den erst spät eingewechselten Superstar Franck Ribery sehr gut vertrat, in den Vordergrund. Man habe gesehen, "dass jeder ersetzt werden kann", sagte der 21-Jährige anschließend forsch.

Auch Torjäger Mario Gomez machte im Dreikampf mit Mario Mandzukic und Claudio Pizarro nachdrücklich auf sich aufmerksam. Auch wenn ihm zu Beginn nach monatelanger Verletzungspause die fehlende Spielpraxis anzumerken war - in der 22. Minute leitete der 27-Jährige den Bayern-Sieg mit seinem 25. Treffer in der "Königsklasse" ein. Das 3:0 durch Shaqiri (65.) bereitete Gomez zudem vor. "Ich habe immer gesagt: Wenn der Trainer mich braucht, bin ich da", sagte er zufrieden.

Boateng zeigt Reue



Einziger dicker Wermutstropfen beim Sieg der Münchner - Müller (55.) und David Alaba (83.) erzielten die weiteren Treffer - war der Platzverweis gegen Boateng, der seinen überflüssigen Einsatz an der Mittellinie gegen Artem Konzewoi immerhin als "ungeschickt" einstufte und sich bei der Mannschaft entschuldigte: "Das tut mir leid."

Heynckes war dennoch sauer. "Das war völlig unnötig, wie er in den Zweikampf geht, das sieht wüst aus. Die Rote Karte kann man geben. Er muss daraus lernen", moserte der 67-Jährige, dem nun im Achtelfinale neben dem gerade am Kreuzband operierten Holger Badstuber in der Abwehrzentrale ein weiterer wichtiger Mann fehlt.

"Jetzt haben wir nicht mehr allzu viele Alternativen", sagte Lahm. Torwart Manuel Neuer blieb dennoch locker: "Neben Dante wird schon irgendwer spielen. Wir haben ja noch Daniel van Buyten oder auch Javi Martinez." Gegen Augsburg darf Boateng immerhin spielen...
Verwandte Artikel
Champions League
Wettbewerbe

© 2014 DFL Deutsche Fußball Liga GmbH