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23.10.2012 - 15:07 Uhr


Arsenal gegen Schalke: Stärken und Schwächen

Nächster Auswärtssieg? Nach dem Derby-Sieg planen die Schalker den nächsten Coup in der Fremde

Lars Unnerstall will auch in der Königsklasse endlich mal zu Null spielen

Mister Effektiv: Lukas Podolski (M.) hat mit zwei Torschüssen zwei Treffer in der Champions League erzielt

München - Den Derbysieg bei Borussia Dortmund im Rücken und den FC Arsenal in der Champions League vor der Brust (Mi., ab 20:30 Uhr im Live-Ticker / Liga-Radio). Nach dem BVB ist für den FC Schalke vor den "Gunners" und die werfen gleich zwei deutsche Nationalspieler ins Rennen - Lukas Podolski und Per Mertesacker.
Und die Engländer schießen scharf, zumindest in der Champions League, wie ein Blick auf die Daten nach den ersten zwei Spielen der Gruppenphase belegt. bundesliga.de vergleicht die Stärken und Schwächen der beiden Kontrahenten.

Die Ausgangslage

Die Vorzeichen könnten vor dem Duell zwischen Schalke und Arsenal unterschiedlicher nicht sein. Die "Knappen" fliegen nach dem 2:1 gegen den BVB mit viel Selbstvertrauen nach London, Arsenal verlor am vergangenen Wochenende überraschend beim Nachzügler Norwich mit 0:1.

In der Champions League überzeugte die Elf des Franzosen Arsene Wenger, der seit 16 Jahren das Zepter an der Themse schwingt, allerdings. Als eine von sieben Mannschaften gewann der FC Arsenal beide Gruppenspiele in der "Königsklasse" (2:1 in Montpellier, 3:1 gegen Olympiakos).

Schalke schwebt nach dem Erfolg im Derby auf einer Euphoriewelle und traut sich nun auch im Emirates-Stadium, der Heimstätte von Lukas Podolski und Per Mertesacker, einiges zu. Mit vier Punkten sind die "Königsblauen" äußerst solide in die Gruppenphase der Champions League gestartet. Dem Auftakterfolg in Griechenland folgte ein 2:2 auf Schalke gegen Montpellier, womit der Traditionsclub aus dem Ruhrgebiet in der Tabelle hinter Arsenal auf Rang 2 positioniert ist.

FC Arsenal: Vorne effizient, hinten anfällig

Wenger ist ein Verfechter des dominanten Offensivspiels - mit viel Ballbesitz. Dementsprechend erzielte die Mannschaft alle fünf Tore aus dem Spiel heraus, vier davon durch Mittelfeldspieler, wie Lukas Podolski oder dem Ivorer Gervinho. Beeindruckend ist dabei die Effizienz der Engländer vor dem Tor. Fast jeder dritte Schuss führte zu einem Arsenal-Treffer. Als bestes Beispiel dafür dient Podolski, der für seine zwei Champions-League-Treffer genau zwei Torschüsse benötigte. Aus seiner einzigen Flanke resultierte ebenfalls ein Tor für seinen neuen Arbeitgeber. "King Poldis" Bilanz gegen Schalke ist allerdings ausbaufähig. In elf Spielen gegen die "Knappen" ging er nur zwei Mal als Sieger vom Platz (drei Remis, sechs Niederlagen), erzielte dabei aber immerhin vier Treffer.

Schwächen hat die Mannschaft in der Defensive. In den letzten sieben Spielen (zwei Champions League und fünf in der Premier League) stand hinten nie die Null. Mit dem Italiener Vito Mannone muss Wenger im Tor momentan die Nummer 3 aufstellen, da die beiden Polen Lukasz Fabianski und Wojciech Szczesny verletzt sind. Es hakt aber am gesamten Abwehrverhalten der Briten. Sie ließen in den beiden Champions-League-Spielen 31 Torschüsse zu (Schalke nur 18). Für die Problembehebung ist mit Per Mertesacker ein weiterer deutscher Nationalspieler zuständig. In der Offensive müssen die Engländer noch an mehr Gefahr bei Standards arbeiten. So stark Arsenal aus dem Spiel heraus ist, so schwach ist die Elf nach ruhenden Bällen (null Treffer).

FC Schalke 04: Top im Zweikampf, fahrlässig nach Führung

Mit dem FC Schalke kommt hingegen eine Mannschaft in Englands Haupstadt, die bei Standards große Qualität nachgewiesen hat. Zwei der vier Tore in der Champions League fielen nach ruhendem Ball. Äußerst beeindruckend beherrscht die Schalker Mannschaft ihre direkten Gegenspieler in Mann-gegen-Mann-Duellen. In der Bundesliga ist keine Mannschaft zweikampfstärker (54 Prozent gewonnene Duelle), in der "Königsklasse" liegt die Erfolgsquote sogar bei 56 Prozent. Bei Luft-Duellen ist der Ruhrpott-Club international unübertroffen (66 Prozent gewonnene Zweikämpfe). Mut macht zudem die Auswärtsbilanz: Egal welcher Wettbewerb, Schalke hat in der Fremde noch kein Spiel in dieser Saison verloren.

Luft nach oben haben die Schalker bei der Chancenverwertung. Durchschnittlich benötigen Klaas-Jan Huntelaar und Co. neun Torschüsse für einen Treffer. Doch selbst in der Abwehrarbeit, auf die Coach Huub Stevens seit jeher gesteigerten Wert legt, gibt es einige Baustellen. So blieben die "Knappen" seit neun Champions-League-Spielen nicht mehr ohne Gegentreffer. Dabei begünstigte die königsblaue Elf zwei der drei Gegentore auf internationalen Parkett in dieser Spielzeit durch leichtfertige Ballverluste im Spielaufbau, alle drei Treffer fielen über das Zentrum. Besonders unerklärlich ist die fehlende Cleverness, wenn die Schalker in Führung liegen. Sowohl in Athen, als auch gegen Montpellier, gaben die Gelsenkirchener den Vorsprung wieder aus der Händen. Bitter: Die Franzosen schossen das 2:2 in der 90. Minute sogar mit einem Mann weniger auf dem Spielfeld.

Christoph Gailer
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