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24.10.2012 - 09:11 Uhr


Arbeitssieg statt Gala: "Sowas zeichnet ein großes Team aus"

Nicht schön, aber erfolgreich: Die Bayern (hier David Alaba, Philipp Lahm, Manuel Neuer und Thomas Müller, v.l.) feiern in Lille ein knappes, aber wichtiges 1:0

Thomas Müller (2.v.l.) sorgt mit seinem Elfmetertor für die Entscheidung. Der Nationalspieler verlädt Lille-Keeper Mickael Landreau (M.)

Franck Ribery (l.) muss zur Halbzeit mit einer Muskelverhärtung in der Kabine bleiben, gibt aber bereits nach dem Spiel Entwarnung

Lille - Am Ende war der Tenor einhellig: Hauptsache gewonnen. Von einem Leckerbissen, wie zuletzt in der Bundesliga fast immer der Fall, war der Auftritt des FC Bayern beim OSC Lille zwar weit entfernt. Doch mit dem 1:0-Sieg haben die Münchner ihre Chancen auf den Einzug in das Achtelfinale der Champions League gewahrt. Dementsprechend entspannt war die Stimmung nach dem Schlusspfiff in den Katakomben des "Grand Stade Lille Metropole".
"Die beiden Heimspiele (gegen Lille und Borisov, Anm. d. Red.) sind jetzt natürlich ein Vorteil. Wir müssen alles daransetzen, in diesen Spielen die maximalen Punkte zu holen, damit wir die Qualifikation für die nächste Runde unter Dach und Fach bringen", sagte Mittelfeldstratege Javi Martinez im bundesliga.de-Interview.

Der Spanier war die einzige Neuerung in der Startelf des Rekordmeister im Vergleich zur 5:0-Gala Tage zuvor bei Fortuna Düsseldorf. Zusammen mit Bastian Schweinsteiger hatte Martinez dabei jede Menge zu tun, um den wacker kämpfenden Franzosen Paroli zu bieten.

"Es war ein hart geführte Partie der Hausherren. Wir haben kein Spektakel gezeigt, aber nur wenige Chancen zugelassen. Speziell die letzten 15 Minuten haben wir gut dagegengehalten", analysierte Schweinsteiger.

"Solche Spiele muss man erst einmal gewinnen"



Richtig Chancen hatten aber auch die Bayern nicht. Am Ende schaffte es kein Team, aus dem Spiel heraus auch nur einen Schuss auf Tor zu bringen. Die wenigen Versuche gingen alle teilweise weit vorbei.

Mario Mandzukic, der zum ersten Mal im Trikot der Bayern in einem Pflichtspiel ohne Torschuss blieb, fand das alles aber nicht so schlimm. "Solche Spiele muss man auch erst einmal gewinnen. Das zeichnet eine große Mannschaft aus", meinte der Kroate.

Mandzukic' Trainer pflichtete seinem Torjäger bei. "Das war ein Arbeitssieg. Wir haben nicht so gut gespielt, aber die Mannschaft hat gefightet und letztendlich über den Fight verdient gewonnen. Man hat gemerkt, dass wir heute nicht so spielfreudig, nicht so lauffreudig waren. Da muss man sich auch mal mit solch einer Leistung zufrieden geben. Wichtig ist, dass man solche Spiele gewinnt", stellte Jupp Heynckes auf der Pressekonferenz nach der Partie fest.

Thomas Müller beendet Elfmeter-Diskussionen



Dass es soweit kommen konnte, ist Thomas Müller zu verdanken, der das bei Fans und Medien häufig diskutierte Elfmeter-Trauma der Bayern eiskalt mit seiner Premiere beendete. Nach einem Foul von Lucas Digne an Philipp Lahm schnappte sich Müller sofort den Ball und verlud anschließend Landreau traumwandlerisch sicher.

"In den vergangenen Monaten haben ja einige bei uns versucht, den Elfmeter zu schießen, was leider nicht immer geglückt ist. Dadurch bin ich in der Rangfolge nach oben geklettert", erklärte Müller, in Anspielung auf die verschossenen Elfer von Mandzukic, Arjen Robben und Schweinsteiger in der Vergangenheit.

Deutet man die Worte seiner Mitspieler, wäre er eigentlich schon viel früher ein Kandidat für die Strafstöße gewesen. "Thomas ist ein sehr guter Schütze. Er übt das im Training immer wieder und trifft eigentlich immer. Da ist er schon sehr sicher", sagte Martinez.

Ribery gibt Entwarnung



Und Schweinsteiger fügte hinzu: "Thomas hat eine spezielle Art und Weise, wie er schießt. Er hat jetzt ein paar Jahre warten müssen, bis er endlich auch mal schießen durfte, aber er hat das ja auch oft genug geübt."

So schloss der Bayern-Tross dank Müller die Auswärtsfahrt in den Norden Frankreichs erfolgreich und mit einem Lachen ab. Doch für den weiteren Verlauf der "Königsklasse" sollten die Münchner an die zuletzt in der Bundesliga gezeigten Leistungen anschließen. Denn sonst wird der Kampf um den Einzug ins Achtelfinale ein Zitterspiel.

Entwarnung gibt es vom in Lille ausgewechselten Franck Ribery. An seiner alten Wirkungsstätte musste der Nationalspieler zur Pause wegen einer Muskelverhärtung vom Feld, obwohl die Auswechslung nicht zwingend notwendig gewesen wäre, wie Ribery bestätigte: "Ich hätte weiterspielen können." Auf Anraten von Bayern-Doc Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt setzte Trainer Jupp Heynckes seinen Star in der zweiten Halbzeit trotzdem nicht mehr ein. Ribery geht davon aus, am Wochenende gegen Bayer Leverkusen wieder spielen zu können.

Aus Lille berichtet Michael Reis
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