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Champions League

01.05.2013 - 19:03 Uhr


"Wir haben es absolut verdient, nach Wembley zu fahren"

Borussia Dotrmund feierte nach dem Abpfiff minutenlang euphorisch den Champions League-Finaleinzug

Real Madrids Superstar Cristiano Ronaldo (r.) kam gegen den BVB nicht zur Entfaltung

Kevin Großkreutz (M.) kam in der 14. Minute für den verletzten Mario Götze ins Spiel und lieferte eine starke Defensivleistung ab

Der BVB-Tross landete am Mittwoch bei sonnigen Temperaturen am Dortmunder Flughafen

Jürgen Klopp (r.) entstieg übernächtigt, aber gut gelaunt dem Flieger

Gefragtester Mann: Torwart Roman Weidenfeller (r.) brachte die Real-Spieler mit unglaublichen Reaktionen zur Verzweiflung

Madrid - Nach dem Schlusspfiff brachen bei den Spielern und Verantwortlichen von Borussia Dortmund alle Dämme. Auf dem Rasen des Bernabeu Stadions lagen sich alle in den Armen und schrien ihr Glück in den Madrider Nachthimmel hinauf. Oben auf den Rängen bildeten rund 8000 BVB-Fans das passende Gegenstück zum Treiben auf dem Feld. Der Jubel über das Erreichen des Endspiels der Champions League kannte keine Grenzen. Daran konnte auch das 0:2 gegen Real nichts ändern. Die 4:1-Hinspielgala hatte als Vorsprung gereicht.
Ausgestattet mit eigens angefertigten Final-Shirts präsentierten sich die neuen Helden dann glücklich, aber total erschöpft den wartenden Medienvertretern. "Wir sind alle unheimlich platt. Es war ein riesiger Kraftakt, gegen Real Madrid zu bestehen. Nach den zwei Meisterschaften und dem Pokalsieg in den vergangenen beiden Jahren kann man sich nichts Größeres vorstellen. Das ist einzigartig", freute sich Torhüter Roman Weidenfeller.

Weidenfeller weltklasse



Weidenfeller war es zu verdanken, dass der Deutsche Meister von 2011 und 2012 nicht schon frühzeitig unter Druck geraten ist. Gegen Gonzalo Higuain und Superstar Cristiano Ronaldo hielt er glänzend und war danach der ruhende Pol einer insgesamt souveränen Hintermannschaft.

Dass es am Ende aber noch ein echter Thriller werden würde, lag dann vor allem an der schwachen Chancenverwertung der Dortmunder bei den vielen Kontern. Ilkay Gündogan hätte in der 60. Minute den Sack eigentlich schon zu machen müssen, als er freistehend, fünf Meter vor dem Tor an Diego Lopez scheiterte.

"Ich muss mich bei allen Mitspielern und Fans entschuldigen. Den Ball muss ich einfach reinmachen. Dann hätten wir Ruhe gehabt", erklärte Gündogan. Aber auch Robert Lewandowski vergab nach seiner Vier-Tore-Gala in der Vorwoche dieses Mal eine 100-prozentige Chance.

Klopp mit gutem Gefühl fürs Finale



So warfen die Hausherren in den letzten Minuten noch einmal alles nach vorne, um das Unmögliche doch noch möglich zu machen. Zum Glück für Dortmund ohne Erfolg. Dennoch war Trainer Jürgen Klopp auf der Pressekonferenz nach dem Spiel die Intensität der gespielten 96 Minuten deutlich anzusehen.

"Wir haben es absolut verdient, nach Wembley zu fahren. Ich habe nicht geglaubt, dass das möglich ist. Ich bin so stolz auf meine Mannschaft. Ich habe zum Schluss nur gedacht:  Wenn Gott will, kommen wir ins Finale ", meinte Klopp.

Der mögliche Gegner am 25. Mai ist der FC Bayern München, der am Mittwoch in Barcelona mit einem komfortablen 4:0 ins Rückspiel geht. Wer auch immer den Dortmundern gegenüberstehen wird, Coach Klopp hat schon jetzt ein gutes Gefühl.

Generalprobe gegen Bayern am Wochenende



"Wir werden auf jeden Fall nicht der Favorit sein. Das ist die perfekte Rolle für uns. Wir werden den Auftritt genießen. Denn es wird einer der größten Momente unseres Lebens", sagte der Erfolgstrainer. Schon am Samstag kommt es in der Bundesliga zu einer möglichen Generalprobe, wenn sich im Signal Iduna Park die ewigen Rivalen aus Dortmund und München gegenüberstehen.

Während die Dortmunder Spieler nach der Nervenschlacht noch nicht soweit vorausblicken wollten, hatte Klopp die Lacher auf seiner Seite: "Das ist eine echt witzige Konstellation. Wir haben einen Tag mehr zur Regeneration. Denn werden wir nutzen, um richtig zu feiern. Dann ist die Ausgangslage mit den Bayern wieder pari."

Fehlen werden dabei auf jeden Fall Mario Götze und Sven Bender, die in Madrid verletzt ausgewechselt werden mussten. Das war aber auch der einzige Wermutstropfen an diesem Abend, an dem der kollektive Borussen-Jubel noch bis weit in die Nacht anhielt.

Aus Madrid berichtet Michael Reis
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