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02.05.2013 - 12:51 Uhr


"Unser Weg ist noch nicht zuende"

Jupp Heynckes war auch im Rückspiel gegen den FC Barcelona an der Seitenlinie aktiv und gab seinen Spielern immer wieder taktische Anweisungen

Am Ende springt für den 67-Jährigen die dritte Final-Teilnahme in der Champions League heraus

Wie sich Heynckes' Zukunft übers Saisonende hinaus gestalten wird, darüber sagte der Trainer noch nichts Konkretes

Barcelona - Der FC Bayern München hat Barcelona auch im Rückspiel entzaubert und steht durch die beiden deutlichen Erfolge (4:0 und 3:0) als verdienter Sieger im Finale der Champions League.
In Wembley trifft der Deutsche Meister in Wembley auf den großen Rivalen aus der Bundesliga, Borussia Dortmund. Im Interview spricht Jupp Heynckes nicht nur über das erste Finale in der "Königsklasse" mit zwei deutschen Clubs.

Der Trainer des FC Bayern analysiert nochmals die Leistung seiner Mannschaft, blickt auf das Spiel beim BVB am Samstag voraus und sinniert über ein mögliches Karriereende.

Frage: Herr Heynckes, war es noch eine lange Nacht?

Jupp Heynckes: Die Augen sind nicht klein, ich habe wenig geschlafen, aber das kenne ich ja bei Champions-League-Reisen, dass man spät ins Bett kommt.

Frage: 7:0 im Halbfinale gegen Barcelona - hätten Sie das erwartet?

Heynckes: Nach der Auslosung hätte man sich natürlich nicht vorstellen können, dass wir das erste Spiel 4:0 gewinnen und das zweite im Camp Nou 3:0. Auch nach den zwei Spielen ist Barca nicht nur ein außergewöhnlicher Club, sondern hat auch eine fantastische Mannschaft.

Frage: Was war der Schlüssel zum Einzug ins Endspiel im Londoner Wembley-Stadion?

Heynckes: Natürlich hatte Barcelona personelle Probleme. Wenn ein Messi nicht spielen kann, ist das sicherlich etwas anderes, als wenn er dabei ist. Er ist ein fundamentaler Spieler für Barca. Nichtsdestotrotz haben wir ein Spiel auf ganz hohem Niveau gezeigt. Die Mannschaft spielt insgesamt fantastischen Fußball, wir haben eine wunderbare Harmonie, die sich auf dem Platz wiederspiegelt. Alles andere erarbeiten wir uns hart im Training. Wir haben das Umkehrspiel perfektioniert, ich hatte nie das Gefühl, dass Barcelona einen Treffer erzielen könnte. Wir bewegen uns auf Weltniveau.

Frage: Im Finale wartet nun Borussia Dortmund...

Heynckes: Das ist für den deutschen Fußball eine grandiose Sache, dass nach 2001 wieder einmal eine deutsche Mannschaft den Champions-League-Titel gewinnt. Das ist ein Traumfinale für den deutschen Fußball. Da treffen zwei Teams auf ganz hohem Niveau aufeinander. Aber für Prognosen ist es zu früh.

Frage: Sie haben seit drei Spielen nicht mehr verloren gegen den BVB. Ist der FC Bayern der Favorit?

Heynckes: Nein. Im Champions-League-Finale gibt es keinen Favoriten. Aber wenn wir in der gleichen Art und Weise spielen wie jetzt, haben wir große Chancen. Wir blicken da aber nicht zurück, das kann man nicht vergleichen. Natürlich haben wir im Pokal und im Supercup gewonnen und in der Liga unentschieden gespielt, aber ein Champions-League-Endspiel hat ganz andere Voraussetzungen.

Frage: Schon am Samstag folgt das erste Kräftemessen mit dem BVB in der Bundesliga. Welche Bedeutung messen Sie dieser Partie zu?

Heynckes: Ich denke, beide Trainer werden ihre Schäflein erst einmal zusammenholen und sehen, wer hat noch Gasolina, wer hat noch Kraft. Deshalb hat das Spiel am Samstag überhaupt keine Aussagekraft. Beide Teams werden das locker angehen.

Frage: Sind Sie da sicher?

Heynckes: Vielleicht gibt es von der Dortmunder Seite mehr Ressentiments, weil der Transfer von Mario Götze eine Rolle spielt. Wir gehen da hin, um ein Fußballspiel zu bestreiten, da stört uns diese Atmosphäre nicht. Wir können noch mehr Punkte sammeln, aber wir sind ja schon deutscher Meister. Noch nie hat eine Mannschaft so attraktiv und erfolgreich Fußball gespielt wie wir. Und unser Weg ist noch nicht zuende.

Frage: Sie können in dieser Saison Ihre Karriere mit dem Triple krönen - wie konkret sind Ihre Planungen für die Zeit danach?

Heynckes: Ich werde am 8. Mai 68 Jahre alt. Ich bin dann 50 Jahre im Fußball - als Spieler und als Trainer. Eines Tages denkt man, es ist genug. Aber auch Sie müssen sich weiter gedulden, dazu werde ich mich äußern, wenn ich denke, dass der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Bis dahin konzentriere ich mich voll auf den FC Bayern.
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