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14.02.2013 - 08:57 Uhr


"Unentschieden ist fast zu wenig"

Mats Hummels (l.) erzielt in Donetsk kurz vor Schluss den umjubelten Ausgleich für Borussia Dortmund

Beim zweiten Treffer der Gastgeber agierte Hummels unglücklich: "Da muss ich den Ball eigentlich haben, auch wenn es rückwärts schwierig ist, dorthin zu kommen. Das war natürlich mein Fehler."

Das 2:2 sieht der Verteidiger letztlich als gute Ausgangsbasis, die Chancen auf den Einzug ins Viertelfinale beziffert er mit 55:45 Prozent zu Gunsten seines BVB

Donetsk - Mats Hummels war in Donetsk der Mann des Abends. Erst verursachte der Dortmunder Abwehrchef durch einen Stellungsfehler den Treffer zum 1:2. Kurz vor Schluss machte er seinen Bock aber wieder gut und köpfte nach einer Ecke zum 2:2-Endstand (Spielbericht) ein.
Für Hummels war sein erstes K.o.-Runden-Spiel in der Champions League also hoch aufregend. Nach dem Abpfiff zeigte er sich von den Eindrücken immer noch überwältigt. "Ich habe gemerkt, dass bei mir zum Spiel hin mit jeder Minute die Lust immer größer wurde. Die Stimmung im Stadion wurde immer lauter. Das hat insgesamt so viel Spaß gemacht. Ich hoffe, dass wir das noch häufiger erleben werden", sagte Hummels auf Nachfrage von bundesliga.de.

Der 24-Jährige analysiert im Interview auch den Spielverlauf in der Donbass Arena, das unnötige Gegentor und die Chancen auf ein Weiterkommen.

Frage: Herr Hummels, ist Ihnen beim Treffer zum 2:2 ein Stein vom Herzen gefallen?

Hummels: Das gilt glaube ich nicht nur für mich, sondern für alle Spieler. Es war enorm wichtig, nicht mit einer Niederlage ins Rückspiel zu gehen. Zumal wir diese Niederlage auch nicht verdient gehabt hätten. Wenn man das ganze Spiel betrachtet, ist das Unentschieden eigentlich fast zu wenig. Weil wir aber zwei Mal in Rückstand geraten sind, ist es ein versöhnliches Ergebnis.

Frage: Beim 1:2 machen Sie aber keine gute Figur.

Hummels: Beim zweiten Gegentor muss ich den Ball eigentlich haben, auch wenn es rückwärts schwierig ist, dorthin zu kommen. Das war natürlich mein Fehler. Schmelle (Marcel Schmelzer, Anm. d. Red.) und ich denken jeweils, dass der andere den Ball bekommt. Das sah natürlich blöd aus. Insgesamt war unser Abwehrverhalten aber erheblich besser als im letzten Spiel gegen den HSV. Es gab zwar gegen Donetsk einige gefährliche Situationen, aber gegen so eine offensivstarke Mannschaft ist das nicht ganz abzustellen.

Frage: Shakhtar hat sich aber vor allem in der zweiten Halbzeit sehr defensiv gezeigt. War das auch für Sie überraschend?

Hummels: Das war eine schwierige Situation. Donetsk hat gepresst, stand aber vor heimischer Kulisse dennoch sehr tief. Wir hatten zwar viel Ballbesitz, sind aber in der Offensive dennoch nicht richtig zum Zug gekommen. Da wurde es dann auch schwierig, den Ball permanent zu halten.

Frage: Kurz vor Schluss dann die Erlösung. War das für Sie auch eine Genugtuung?

Hummels: Mein Tor war in erster Linie unfassbar wichtig für die Mannschaft und für mich natürlich eine schöne Sache. Da haben Schmelle und ich unseren Fehler wieder gut gemacht. Gut ist natürlich, dass uns im Rückspiel ein 0:0 reichen würde. (XL-Galerie: Bilder der Partie)

Frage: Also ist Borussia Dortmund nun der klare Favorit?

Hummels: Theoretisch benötigen wir ja kein Tor mehr, um weiterzukommen. Aber da es bei einem Gegentor schon wieder ganz anders aussieht, würde ich die Chancen auf 55:45 Prozent für uns angeben.

Frage: Worauf muss der BVB im Rückspiel besonders aufpassen?

Hummels: Shakhtar ist bei Ballverlusten absolut angreifbar. Aber andersherum müssen wir genauso aufpassen, wenn wir den Ball verlieren. Denn sie haben schon extrem schnelle Jungs. Das ist eine richtig starke Mannschaft in der Offensive. Es wird wichtig sein, dass wir wieder die richtige Balance aus Angriff und der nötigen Stabilität finden.

Frage: Für alle Spieler war es das erste K.o.-Runden-Spiel in der Champions League. Haben Sie eine besondere Anspannung gespürt?

Hummels: Es war gar nicht einmal die Anspannung. Ich habe gemerkt, dass bei mir zum Spiel hin mit jeder Minute die Lust immer größer wurde. Die Stimmung im Stadion wurde immer lauter. Das hat insgesamt so viel Spaß gemacht. Ich hoffe, dass wir das noch häufiger erleben werden.

Aus Donetsk berichtet Michael Reis
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