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Champions League

01.10.2012 - 12:33 Uhr


"Sicher stehen - und auf unsere Chance lauern!"

Aliaksandr Hleb (r.) will dem FC Bayern mit BATE Borisov ein Bein stellen. Mit seinem Jugendverein sorgt er am 1. Spieltag schon für eine Überraschung in Lille, wo die Weißrussen mit 3:1 gewinnen

In der Bundesliga spielt der Weißrusse (l.) zuletzt für den VfL Wolfsburg. Bei den Niedersachsen wird er unter seinem einstigen Förderer Felix Magath nicht glücklich

Champions-League-Sieger: Im Jahr 2009 steht Hleb (r:) im Kader vom FC Barcelona und gewinnt mit den Katalanen die wichtigste Trophäe im Vereinsfußball

Bevor der mittlerweile 31-Jährige (r.) nach Barcelona wechselt, verzückt er die englischen Fans im Trikot des FC Arsenal

Beim VfB Stuttgart landet Hleb im Laufe seiner Karriere gleich zwei Mal. Zwischen 2000 und 2005 spielt er für die Schwaben, in der Saison 2009/2010 wird er vom VfB für ein Jahr vom FC Barcelona ausgeliehen

München - Am 2. Spieltag der Champions-League-Gruppenphase muss der FC Bayern in Minsk gegen den weißrussischen Meister BATE Borisov ran (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker). Bei den Gastgebern spielt ein Mann mit einer ruhmreichen Vergangenheit, auch in der Bundesliga: Aliaksandr Hleb. Der Mittelfeldspieler absolvierte 168 Bundesligaspiele für den VfB Stuttgart und den VfL Wolfsburg (14 Tore).
Der 31-Jährige stellt seinen aktuellen Club, für den er schon in der Jugend gespielt hat, im Interview mit bundesliga.de vor. Hleb gibt Auskunft darüber, wie seine Mannschaft dem FC Bayern genauso erfolgreich ein Bein stellen will wie Lille, und warum er sich eine Bundesliga-Rückkehr vorstellen kann.

bundesliga.de: Herr Hleb, Sie standen bei der gelungenen Champions-League-Generalprobe Ihres Clubs gegen Neman Grodno (5:1) nicht im Kader. Haben Sie sich ausgerechnet vor dem Spiel gegen den FC Bayern verletzt?

Aliaksandr Hleb: Nein, Gott sei Dank nicht. Viktor Goncharenko hat gegen Grodno einfach ein paar anderen Spielern die Chance gegeben sich zu präsentieren. Ich wurde vom Trainer einfach mal geschont.

bundesliga.de: Für das Spiel gegen den FC Bayern?

Hleb: Ja.

bundesliga.de: Sie haben beim FC Arsenal und beim FC Barcelona gespielt. Nun treffen Sie mit BATE Borisov in der Champions-League-Gruppenphase auf den FC Bayern. Was macht den aktuellen Erfolg Ihres Clubs aus?

Hleb: Wir haben eine sehr gute Atmosphäre in der Mannschaft, sind ein bisschen wie eine Familie. Der Umgang untereinander ist sehr ehrlich. Im Kader stehen viele junge Spieler und sehr wenige Legionäre. Unsere Jungen verfügen bereits über viel Erfahrung. Trotzdem können wir uns nicht mit dem FC Bayern vergleichen. Mit Angst werden wir allerdings nicht auflaufen. Es gibt aber keinen Zweifel daran, dass die Bayern der klare Favorit sind. Am Dienstag werden wir dann sehen, was passiert.

bundesliga.de: Mit dem FC Bayern kommt der Tabellenführer der Bundesliga am Dienstag nach Weißrussland. Macht Ihnen der makellose Saisonstart der Bayern etwas Angst?

Hleb: Nein, wir haben keinen Druck als Außenseiter, den hat der FC Bayern als Favorit. Es wird gegen diese Super-Mannschaft sehr schwer, trotzdem ist alles möglich.

bundesliga.de: BATE Borisov scheint sich in der Außenseiterrolle sehr wohl zu fühlen, hat am 1. Spieltag der Gruppenphase in Lille mit 3:1 gewonnen.

Hleb: Ja. Aber trotz des Erfolges denken wir nicht daran, was in dieser Gruppe für uns möglich sein könnte. Wir wissen, dass die anderen Mannschaften favorisiert sind, vor allem Bayern und der FC Valencia. Für Lille ist nach der Niederlage gegen uns auch immer noch alles möglich. Wir versuchen weiter, nur von Spiel zu Spiel zu denken und weiterhin zu punkten - und nach sechs Spielen wird abgerechnet.

bundesliga.de: Wie sieht die taktische Marschroute für das Spiel gegen die Bayern aus?

Hleb: Das erste Ziel ist es, dass wir als Mannschaft kompakt und sicher in der Defensive stehen und auf unsere Chance lauern. Der zweite Schritt wird es sein, den Ball zu kontrollieren. Das wird schwer genug, da bin ich Realist. Immerhin spielen wir gegen eine der besten Mannschaften der Welt. Nichtsdestotrotz werden wir alles versuchen, um uns so gut wie möglich zu präsentieren.

bundesliga.de: Mit Viktor Goncharenko hat Ihr Team einen sehr jungen Trainer (35 Jahre), der BATE seit 2007 zum dritten Mal in die Champions-League-Gruppenphase geführt hat. Was zeichnet ihn und seine Arbeit aus?

Hleb: Er ist ein sehr ehrlicher Typ und seine Arbeit ist einfach überragend. Es ist aber nicht nur die Arbeit von Goncharenko alleine, die den Erfolg von Borisov ausmacht. Der Trainerstab mit den Assistenten Aleksandr Yermakovich und Aleksey Baga macht einen tollen Job. Sie versuchen uns Spielern immer zu helfen, diskutieren im Trainerteam auch untereinander, um ihre Arbeit zu optimieren, um die besten Maßnahmen in der jeweiligen Situation zu ergreifen.

bundesliga.de: Bei internationalen Spielen muss BATE aufgrund der UEFA-Auflagen von Borisov nach Minsk ausweichen. Wie geht die Mannschaft mit dieser Maßnahme um?

Hleb: Wir sehen diesen Umzug nach Minsk weder als Vor- noch als Nachteil. Die internationalen Spiele von BATE Borisov finden schon seit Jahren im Dinamo-Stadion statt, die Mannschaft kennt die Gegebenheiten dort also bereits bestens. Die Arena ist also so etwas wie unsere zweite Heimat.

bundesliga.de: Wie geht es mit Ihnen persönlich weiter? Ihr Vertrag läuft zum Jahresende aus.

Hleb: Momentan denke ich noch nicht daran, was ich im nächsten Jahr machen werde. Eines ist aber klar: Ich möchte zu einem Club, der international spielt und wo es auch national ein gutes Niveau in der Liga gibt. Es ist zum jetzigen Zeitpunkt allerdings schwer zu sagen, wo das sein wird. Ich nutze BATE Borisov quasi als Sprungbrett, um mich wieder zu empfehlen, will aber gleichzeitig dem Club helfen, um seine Ziele zu erreichen und möglicherweise weißrussische Fußball-Geschichte zu schreiben.

bundesliga.de: Können sich die Bundesliga-Zuschauer also Hoffnung auf eine Hleb-Rückkehr machen?

Hleb: Ja. Ich liebe Deutschland. In der Bundesliga gibt es die besten Stadien und die tollste Atmosphäre. Es hat mir immer großen Spaß gemacht in Deutschland zu spielen.

Das Gespräch führte Christoph Gailer
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