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Champions League

05.11.2012 - 21:03 Uhr


"Mou" schmeichelt Klopp

Jürgen Klopp und sein Team wollen Real erneut ein Schnippchen schlagen, das Hinspiel gewann der BVB 2:1

Selbstbewusstes Lächeln: "Es gibt Spiele, da kann man nur gewinnen", sagt Mats Hummels

Gegen den VfB Stuttgart kamen Marcel Schmelzer (l., gegen William Kvist) und Co. nicht über ein 0:0 hinaus

Madrid - Es kommt selten vor, dass bei einem Champions-League-Spiel die Pressekonferenzen beider Kontrahenten kurz hintereinander folgen. Einen Tag vor dem Duell zwischen Real Madrid und Borussia Dortmund (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) war das aber der Fall. Und das bedeutete beste Unterhaltung. Denn Lacher sind bei Medien-Auftritten von Reals Coach Jose Mourinho und Dortmunds Jürgen Klopp meist programmiert.
Für die rund 100 Medienvertreter war es so auch einfacher, Klopp im Anschluss an die Slapstick-Einlage Mourinhos mit dessen Worten zu konfrontieren. Denn die hatten es in sich. "Borussia Dortmund wird sich für das Achtelfinale qualifizieren. Sie haben eine gute Ausgangsposition. Ich glaube sogar, dass dieses Team die Champions League gewinnen kann", sagte Mourinho.

BVB fühlt sich wohl als Underdog



Da musste Klopp erst einmal schlucken. Stolz, von einem Kollegen wie Mourinho derart geadelt zu werden, stand ihm ins Gesicht geschrieben. Doch er fasste sich schnell und antwortete diplomatisch.

"Wir hatten vor dem Hinspiel in Dortmund den maximalen Respekt vor Real. Nach dem 2:1 wird aber sicherlich auch der Respekt der Madrilenen vor uns wesentlich größer sein, als noch vor zwei Wochen", meinte Klopp.

Insgesamt war er aber stark darauf bedacht, dass der Favoritenstatus den Hausherren anheften bleibt: "Mit der Rolle des Außenseiters sind wir zu Beginn unserer Entwicklung sehr gut zurecht gekommen. Und in Madrid haben wir diese Rolle auch inne. Aber darin fühlen wir uns nicht unwohl."

"Solche Duelle sind das Allergrößte"



Der BVB-Tross ist mit einer gehörigen Portion Respekt vor den "Königlichen" in die spanische Hauptstadt gereist. Dass das beim Anpfiff im "Estadio Bernabeu" in Angst oder Nervosität umschlagen könnte, glaubt Mats Hummels nicht.

"Ich kann es zwar nicht ausschließen, aber für jeden Spieler sind solche Duelle das Allergrößte. Es gibt Spiele, da kann man nur gewinnen. Und das ist so eines. Die Kulisse wird uns eher beflügeln als hemmen", sagte der Nationalspieler auf Nachfrage von bundesliga.de.

Klopp ist sich sicher, dass seine Kicker wie schon im Hinspiel für die Mammutaufgabe Real Madrid gewappnet sind. Dabei wäre es völlig unerheblich, ob ein Luka Modric oder ein Michael Essien für den verletzten Sami Khedira in der Startaufstellung stehen wird.

Kehls Einsatz fraglich



"Wir schauen nicht nach den Spielern von Real, sondern nach dem System. Und Real Madrid hat ein Spielsystem. In Dortmund haben wir es aber gut bewältigt", sagte Klopp.

Wen er selbst aufstellen wird, ließ Klopp offen. Mit Leo Bittencourt und Sven Bender sind zwei Spieler mit nach Madrid geflogen, die gegen Stuttgart nicht dabei waren. "Manni hat gestern das erste Mal normal trainiert", meinte der Trainer, "aber eben das erste Mal nach 14 Tagen Pause." Und bei Sebastian Kehl besteht Hoffnung auf einen Einsatz. "Mal sehen, wie er durch die Löcher sieht", meinte Klopp vor dem Abschlusstraining, das Kehle nach seinem gegen Stuttgart erlittenen Anbruch des Nasenbeins mit einer Spezialmaske bestritt.

Dass einer der Trainer den anderen mit einer Sensationstaktik überraschen könnte, glaubt er nicht. "Es gibt nicht viel zu taktieren. Denn wir bieten beide nicht viel an. Wir haben beide einen Plan. Und die Mannschaft, die diesen Plan am klarsten durchzieht, die wird gewinnen."

Aus Madrid berichtet Michael Reis
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