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01.05.2013 - 09:11 Uhr


"Mir schlottern jetzt immer noch die Knie"

Er hielt Real den Sieg fest: Roman Weidenfeller (l., mit Mats Hummels, r., gegen Gonzalo Higuain)

Erleichterung pur: "Wir haben uns gezwickt", sagte Weidenfeller. Die Dortmunder konnten ihr Glück kaum fassen

Zu Beginn und in der Schlussphase war der Kapitän mehrmals gefordert. Und - wie so oft in großen Spielen - hielt er dem Druck stand

Madrid - Es war zwar einer geschlossenen Mannschaftsleistung zu verdanken, dass Borussia Dortmund trotz der 0:2-Niederlage bei Real Madrid das Endspiel der Champions League erreich hat. Dennoch hatte ein Spieler besonders großen Anteil am Erfolg der Schwarz-Gelben: Torwart Roman Weidenfeller.
Mit seinen Glanzparaden gegen Cristiano Ronaldo und Co. bewahrte er den BVB vor einem frühen Rückstand. Von einem Sonderlob wollte der Routinier aber nichts wissen. "Vielen Dank für die Auszeichnung. Aber wir standen mit elf Mann auf dem Platz. Es war wichtig, dass wir dem Druck gemeinsam standgehalten und nicht so viele Chancen zugelassen haben", erklärte er nach dem Schlusspfiff.

Weidenfeller sprach auch über die hochdramatische Schlussphase, die Entwicklung der Dortmunder in den vergangenen Jahren und das anstehende Finale am 25. Mai in London.

Frage: Herr Weidenfeller, der BVB steht im Finale der Champions League. Wieviel Kraft hat das gekostet?

Weidenfeller: Wir sind alle unheimlich platt. Es war ein riesiger Kraftakt, gegen Real Madrid zu bestehen. Nach den zwei Meisterschaften und dem Pokalsieg in den vergangenen beiden Jahren kann man sich nichts Größeres vorstellen. Das ist einzigartig.

Frage: Sie haben Ihr Team gerade in der Anfangsphase mit Glanzparaden im Spiel gehalten und sind so zum Erfolgsgaranten avanciert.

Weidenfeller: Vielen Dank für die Auszeichnung. Aber wir standen mit elf Mann auf dem Platz. Es war wichtig, dass wir dem Druck gemeinsam standgehalten und nicht so viele Chancen zugelassen haben. Klar, Real ist eine Ausnahmemannschaft. Das wissen wir alle. Aber wir haben den Madrilenen wieder die Stirn geboten. Wir haben zwar zum ersten Mal verloren, aber in zwei Spielen sind wir insgesamt verdient ins Finale eingezogen.

Frage: Hätten Sie geglaubt, dass es am Ende noch einmal so eng werden kann?

Weidenfeller: Wir haben ja im Rückspiel gegen Malaga alle miterlebt, dass im Fußball noch alles passieren kann. Wir hätten vorher einfach das Tor erzielen müssen, was wir leider nicht geschafft haben. So mussten wir am Ende mit aller Macht den dritten Treffer verhindern.

Frage: Und dann gab es auch noch fünf Minuten Nachspielzeit.

Weidenfeller: Ja, da weiß ich gar nicht, wo der Schiedsrichter die hergenommen hat. So viel Zeit konnte man auf dem Platz gar nicht schinden. Aber egal. Wichtig ist, dass wir das alles überstanden haben. Wir sind alle überglücklich, aber absolut K.o. - mir schlottern jetzt immer noch die Knie.

Frage: Wenn man die Entwicklung der vergangenen Jahre betrachtet, ist dieser Erfolg umso höher einzuschätzen?

Weidenfeller: Absolut. Ich habe nach dem Schlusspfiff mit Sebastian Kehl und Manager Michael Zorc in den Armen gelegen und wir haben uns an 2007 erinnert, als wir fast schon abgestiegen waren. Wir haben uns gezwickt, um zu schauen, ob das alles Realität ist. Das ist der pure Wahnsinn. Fußball lebt von Emotionen. Und das haben wir alle gemeinsam mal wieder gezeigt.

Frage: Mit welchen Erwartungen gehen Sie nun in das Finale?

Weidenfeller: Wir haben rein gar nichts zu verlieren. Ich denke da zwar etwas defensiv, aber das ist ja auch als Torwart meine Aufgabe. Ich muss das aber auch alles erst mal realisieren. Denn ich kann das alles immer noch nicht glauben. Wir stehen im Endspiel. Und das ist einfach nur geil.

Aus Madrid berichtet Michael Reis
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