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22.11.2012 - 11:03 Uhr


"Kyriakos hat mir wohl den Fuß geküsst"

Christian Fuchs (M.) erzielte beim 1:0-Sieg gegen Piräus den einzigen Treffer

Für den Österreicher war es das erste Tor inder laufenden Champions-League-Saison

Die Elf von Trainer Huub Stevens steht damit bereits im Achtelfinale

Gelsenkirchen - Mit seinem Distanzschuss aus knapp 30 Metern war Christian Fuchs beim 1:0-SIeg der Schalke gegen Olympiakos Piräus der entscheidende Mann in der Veltins-Arena. Nach dem knappen Erfolg, durch den die "Königsblauen" den vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale feierten, stand der österreichische Außenverteidiger Rede und Antwort.
Frage: Christian Fuchs, schildern Sie doch mal den Moment Ihres goldenen Tores.

Christian Fuchs: Es war ein wirklich schönes Gefühl, als der Ball im Netz zappelte. Es war mein erstes Tor überhaupt in der Champions League. Und dann noch so ein wichtiges, das uns den Einzug ins Achtelfinale gesichert hat. Ich hatte viel Zeit, habe ganz bewusst die lange Ecke anvisiert und den Ball optimal und voll erwischt. Er ist kurz vor dem Torwart noch einmal aufgetickt und war so ganz schwer zu halten. Oder besser gesagt, zu unserem Glück war er gar nicht zu halten.

Frage: Zuvor hatte Schalke schon einige Torschüsse, aber der Ball wollte irgendwie nicht hinein.

Fuchs: Wir haben dieses Thema schon in der Halbzeitpause in der Kabine angesprochen. Es war zwar in der ersten Hälfte schon häufig so, dass wir gute Schussmöglichkeiten hatten. Aber letztlich haben wir den Ball nie aufs Tor gebracht, sondern immer vorbei oder darüber gezielt. Das haben wir thematisiert. Umso schöner, dass es bei meinem Schuss dann endlich besser geklappt hat.

Frage: Kyriakos Papadopoulos hat diesen Treffer besonders ungewöhnlich bejubelt?

Fuchs: Für ihn war dieses Spiel natürlich etwas ganz Besonderes, weil er ja früher selbst für Olympiakos gespielt hat. Ich habe nach meinem Tor aber auch nur mitbekommen, dass er plötzlich neben mir auf dem Boden lag und dachte erst, er wäre irgendwie gestolpert. Aber anscheinend hat er mir wohl den Fuß geküsst. Jedenfalls hat er sich richtig gefreut. Und er hat mir noch beim Jubeln ein Geschenk versprochen. Ich bin sehr gespannt!

Frage: Warum hat sich Schalke trotzdem lange Zeit so schwer getan gegen Piräus?

Fuchs: Man darf nicht vergessen, dass wir hier von der Champions League sprechen. Da haben alle Mannschaften ihre Qualitäten. Zudem war der Boden schwer zu bespielen, weil er sehr seifig und sehr rutschig war. Aber ich finde, wir haben trotzdem eine solide Partie abgeliefert. Wir haben defensiv sehr gut gestanden und kaum Möglichkeiten der Griechen zugelassen. Dann kann man am Ende auch mal mit einem 1:0 gewinnen und alles ist in Ordnung.

Frage: War dieser Sieg auch die richtige Antwort auf die Niederlage in Leverkusen und die harsche Kritik danach?

Fuchs: Wir haben in Leverkusen wirklich kein gutes Spiel gemacht und sind zu Recht kritisiert worden. Aber das ist jetzt Vergangenheit. Man hat gegen Olympiakos gesehen, dass Moral in der Mannschaft steckt und dass wir an uns glauben. Es war kein leichtes Spiel, weil Piräus auch immer wieder versucht hat, seine Konter anzusetzen. Aber letztlich waren wir die bessere Mannschaft und haben verdient gewonnen.

Frage: Schalke ist in der Champions League noch ungeschlagen und hat sich jetzt schon einen Spieltag vor Ende der Gruppenphase für das Achtelfinale qualifiziert.

Fuchs: Das war das Nahziel, das wir uns vor diesem Spiel gesteckt hatten. Das ist schon mal eine schöne Sache, auf die wir auch stolz sein können. Es spiegelt auch die Qualität in der Mannschaft wider und wir können darauf wirklich stolz sein. Wer hätte vorher gedacht, dass wir gegen einen Gegner wie Arsenal vier Punkte holen? Aber jetzt geht es im letzten Spiel in Montpellier natürlich noch um den Gruppensieg. Wir haben es selbst in der Hand. Es wäre eine schöne Sache, wenn wir Erster bleiben. Und wir hätten es auch verdient.

Frage: Insgesamt stehen jetzt drei deutsche Mannschaften unter den 16 besten Teams Europas - das ist schön für die Bundesliga.

Fuchs: (lacht) Und am schönsten ist es, dass wir eine dieser Mannschaften sind! Ich denke, drei deutsche Mannschaften im Achtelfinale der Champions League sagen vieles aus über die Qualität des deutschen Fußballs und der Bundesliga. Wir müssen uns international nicht verstecken.

Frage: Am Wochenende kommt Eintracht Frankfurt zum Spitzenspiel der Bundesliga nach Schalke. Was erwarten Sie von dieser Partie?

Fuchs: Das wird auch ein heißes Spiel, in dem schon Kleinigkeiten über Sieg und Niederlage entscheiden können. Aber ich bin optimistisch, dass wir im eigenen Stadion als Sieger vom Platz gehen und unseren zweiten Platz in der Tabelle verteidigen.

Aufgezeichnet von Dietmar Nolte


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