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24.05.2013 - 11:08 Uhr


"Ein echter Hammer"

"Wir spielen gegen einen Gegner, der uns aus den letzten Jahren in schlechter Erinnerung haben müsste", gibt sich Schauspieler Dietmar Bär vor dem Champions-League-Finale optimistisch

Bekannt ist Bär (l.) durch seine Rolle als "Tatort"-Kommissar, der gemeinsam mit Klaus J. Behrendt in Köln ermittelt.

Bär gefällt Jürgen Klopps Aussage: "Wenn wir gewinnen, sind wir nicht die beste Mannschaft der Welt, sondern haben die beste Mannschaft der Welt geschlagen."

Dortmund - Dietmar Bär ist Schauspieler mit Leib und Seele - und ein mindestens ebenso begeisterter wie bekennender Anhänger von Borussia Dortmund. Den Bayern zollt er vor dem Finale in der Champions League Respekt. Und erklärt im Interview, warum er trotzdem an den Titelgewinn für den BVB glaubt (ab 20:15 Uhr im Live-Ticker).
Am Donnerstag feiert "Tatort"-Kommissar Dietmar Bär im Schauspielhaus Bochum Premiere mit dem Hauptmann-Stück "Vor Sonnenaufgang". Dort wird er auch am Samstag auf der Bühne stehen, wenn das große Finale in Wembley angepfiffen wird. Vor der Partie spricht der Schauspieler mit dem schwarz-gelben Herzen bei bundesliga.de über Märchen und Träume, Sympathien und Psychologie, harte Arbeit und schlechte Erinnerungen.

bundesliga.de: Dietmar Bär, Sie haben gerade in Dorstfeld für den guten Zweck Märchen gelesen. Wird am Samstag in Wembley auch ein Märchen geschrieben - ein Fußballmärchen?

Dietmar Bär: Das ist am Samstag kein Märchen, das ist harte Arbeit. In Märchen spielt immer Zauberei eine Rolle, aber in Wembley sind elf oder mehr Männer gefragt, die sich mit den anderen messen müssen. Das ist kein Märchen - aber es ist ein großer Traum.

bundesliga.de: Und wenn dieser Traum wahr wird, ist es dann ein Wunder?

Bär: Von einem Wunder würde ich auch nicht sprechen, weil sich die Dortmunder in dieses Finale verdient hineingearbeitet haben. Ich finde die Aussage von Jürgen Klopp toll: 'Wenn wir gewinnen, sind wir nicht die beste Mannschaft der Welt, sondern haben die beste Mannschaft der Welt geschlagen.' Das ist die Relation, um die es geht. Im übrigen ist es ein echter Hammer, dass zwei deutsche Mannschaften im Finale stehen, wenn sich der große Kontinent Europa in der Champions League misst. Und das im Vorjahr der WM in Brasilien. Das sagt auch einiges über den deutschen Fußball aus.

bundesliga.de: Zählen Sie eher zu den Pessimisten oder den Optimisten, was den Ausgang des Spiels aus Dortmunder Sicht angeht?

Bär: Meinen Pessimismus habe ich eigentlich schon im Halbfinale aufgebraucht. Man wird sehen, was passiert. Wir spielen gegen einen Gegner, der uns aus den letzten Jahren in schlechter Erinnerung haben müsste und immer noch psychologisch ein Trauma abarbeitet. Das könnte ein Vorteil sein.

bundesliga.de: In den letzten Tagen haben sich der BVB und die Bayern gegenseitig vorgerechnet, wer gegen wen wie lange nicht gewonnen hat.

Bär: Das ist natürlich Psychologie, das ist auch das berühmte Pfeifen im Wald. So wie ich die Mannschaft aus Süddeutschland erlebt habe, muss man ja fast sagen, dass sie unbesiegbar ist. Aber eben nicht für uns.

bundesliga.de: Was kann denn aus Ihrer Sicht den Unterschied ausmachen zugunsten des BVB?

Bär: Wir haben zwar inzwischen auch eine Reihe teurer Spieler. Aber diese Spieler sind alle schon vor Jahren als sehr junge Talente zu einer Mannschaft zusammen gewachsen. Das war schon zuletzt ein unheimlicher Vorteil. Und beim Kräftemessen im Fußball gilt auch immer noch der alte Spruch, dass Geld keine Tore schießt. Trotzdem schießt das süddeutsche Geld gerade einen Haufen Tore, weil sie zugegebener Maßen auch in einer sehr guten Verfassung sind. Sie waren vielleicht noch nie so stark, um das Triple zu holen. Aber auf der anderen Seite steht der Mythos, der Underdog, das Ruhrgebiet. Und an einigen Dingen werden bestimmte Herrschaften immer zu knapsen haben: Die Sympathien sind bei uns.

bundesliga.de: Das sagen auch die Umfragen vor dem Finale.

Bär: Das ist einfach so. Das Bad-Boy-Image ist ja auch eine Marketingstrategie. Und wir sind Borussia Dortmund. Das ist einfach etwas anderes, wenn man weiß, was der Fußball hier für eine Tradition hat und was dahinter steht. Da kann man auf der anderen Seite 20 Riberys auflaufen lassen. Aber jeder Finalteilnehmer hat natürlich ein Anrecht auf seinen großen Traum. Und auf den Anspruch, ihn Realität werden zu lassen.

bundesliga.de: Werden Sie beim Finale live in Wembley dabei sein?

Bär: Leider nicht! Ich habe an dem Abend einen Theaterauftritt im Schauspielhaus Bochum. Aber zur zweiten Halbzeit werde ich es hoffentlich vor den Fernseher schaffen.

bundesliga.de: Spätestens zum Elfmeterschießen fiebern Sie also in jedem Fall live mit.

Bär: Oh nein, so viel Krimi brauche ich nicht. Mir reicht ein 2:1-Sieg nach 90 Minuten.

Das Gespräch führte Dietmar Nolte
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