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10.04.2013 - 09:51 Uhr


"Das war total crazy"

Felipe Santana (M.) drückt den Ball ins Tor - und entfesselt die Emotionen im Stadion

Danach gibt es nicht nur beim Torschützen kein Halten mehr: Das ganze Stadion bebt vor Ekstase

Felipe Santana: "Es gibt gar keine Worte, um das zu beschreiben!"

Dortmund - Am Ende von vier magischen Minuten setzte er den Schlusspunkt: Felipe "Tele" Santana schoss den BVB mit seinem Siegtreffer in der Nachspielzeit ins Halbfinale der Champions League - und fand sein Tor nach der Partie selbst irgendwie "total crazy".
Nach 90 Minuten hatte der BVB gegen den FC Malaga noch mit 1:2 im Rückstand gelegen und musste in diesem Moment seinen Traum von der Champions Legaue begraben. Dann drehten Reus und Santana die Partie - am Ende stand ein 3:2-Sieg über die Spanier, dem sich noch auf dem Platz eine ekstatische Feier anschloss. Tele Santana war mittendrin und tanzte, was die plötzlich gar nicht mehr so müden Beine hergaben, bevor er sich wenig später mit breitem Lachen auch den Fragen der Journalisten stellte.

Frage: Felipe Santana, haben Sie in der 90. Minute dieses Spiels noch an ein Wunder geglaubt?

Felipe Santana: Du musst immer an dich glauben. Und du musst immer weitermachen. Wir mussten das einfach noch schaffen. In der zweiten Halbzeit haben wir wirklich sehr viel gekämpft. Der Trainer hat auch eine sehr gute Lösung gefunden, indem er Mats Hummels für die letzten Minuten gebracht hat. Er konnte von hinten die langen Bälle nach vorne schlagen und ich konnte zusammen mit Neven Subotic vorne spielen. Das ist zwar nicht meine Position - aber dann war ich genau im richtigen Moment am richtigen Platz. (XL-Galerie: Bilder der Partie)

Frage: Beschreiben Sie doch mal die Szene, als Ihr Tor fiel.

Sanatana: Ich kann das gar nicht erklären. Das war einfach total crazy! Ich war in dieser Sekunde einfach da und habe irgendwie den Ball über die Linie gebracht. Da war auch eine Menge Glück dabei. Und dann sind alle Jungs auf mich drauf gesprungen. Ich konnte gar nicht mehr atmen. Ich widme dieses Tor den Fans für die tolle Show, die sie vor dem Spiel gezeigt haben. Diese Choreografie auf der Südtribüne war klasse.

Frage: Was für Momente waren das auf dem Platz nach dem Abpfiff?

Sanatana: Das war einfach unglaublich. Es gibt gar keine Worte, um das zu beschreiben. Wir haben einfach nur noch gefeiert. Es war einmal mehr ein ganz besonderes Spiel auf einer ganz besonderen Bühne. Und das mit so einer Schlussphase - da gibt es nur noch Freude pur. Und ich bin einfach nur stolz, mit diesen Jungs in einer Mannschaft zu spielen.

Frage: Der BVB hat sich das Leben lange Zeit selbst schwer gemacht. Wie sehr ärgern Sie sich jetzt noch über die beiden Gegentore?

Sanatana: Natürlich ärgern mich die Gegentore. Vor allem aber, weil wir selbst eine ganze Reihe an Chancen hatten, die wir nicht genutzt haben. Aber man muss auch sagen, dass Malagas Torhüter wie schon im Hinspiel wieder eine sehr gute Leistung gezeigt hat. Unsere Gegentore waren zwar ärgerlich, aber ich denke trotzdem, dass ich eine ganz gute Leistung gezeigt habe und zufrieden sein kann - nicht nur wegen meines Siegtreffers am Ende.

Frage: Wie fällt Ihre Zwischenbilanz zur diesjährigen Champions-League-Saison aus?

Sanatana: Wir haben bis zum heutigen Tag eine sehr gute Leistung in der Champions League gezeigt. Es war eine neue Erfahrung für uns, Champions League auf diesem Niveau zu spielen. Aber wir haben die Herausforderung bestanden. Wir haben von Beginn an schon in der Gruppenphase sehr überzeugend gespielt, auch im Achtelfinale. Jetzt das Rückspiel gegen Malaga war vielleicht nicht unsere beste Leistung, aber wir haben Willen und Einsatz bis zur letzten Sekunde bewiesen. Niemand wollte mit einer Niederlage nach Hause gehen.

Frage: Was bedeutet das Erreichen des Halbfinales für den BVB?

Sanatana: Es heißt, dass wir zu den besten vier Mannschaften in Europa zählen. Auf einer Stufe mit Vereinen wie Real Madrid und wahrscheinlich Barcelona und Bayern. Das ist großartig. Das Halbfinale war unser Ziel und das haben wir jetzt geschafft. Jetzt sind wir auf diesem Weg weiter unterwegs. Und am liebsten wollen wir ihn bis zum Ende weitergehen - bis zum Finale in Wembley.

Frage: Und dann wollen Sie auch den Titel holen?

Sanatana: Natürlich wollen wir gerne den Titel holen, aber das ist jetzt noch nicht das Thema. Erst einmal müssen wir das Halbfinale überstehen. Aber wer weiß, vielleicht wird hier in den Stadiongängen neben dem Bild von Michael Zorc mit dem Champions-League-Pokal bald auch ein Bild von Mario Götze mit dem Pokal hängen.

Frage: Haben Sie selbst schon eine Reaktion auf Ihren Siegtreffer aus Ihrer Heimat Brasilien bekommen?

Sanatana: Meine Familie in Brasilien hat sich das Spiel auch im Fernsehen angeschaut. Ich habe auch schon etliche Anrufe auf meinem Handy. Aber ich werde erst einmal mein Adrenalin ein bisschen herunterfahren und dann ganz in Ruhe mit meiner Familie sprechen.

Aus Dortmund berichtet Dietmar Nolte
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