Champions League

09.03.2016 - 09:38 Uhr


Wolfsburg Dank Offensivtrio im CL-Viertelfinale

Erzielt den Treffer des Abends und freut sich auf das Viertelfinale in der Champions League: Wolfsburgs Andre Schürrle

Erstmals in der Vereinsgeschichte stehen die Wölfe unter den besten Acht Europas

Wolfsburg - Der VfL Wolfsburg ist seiner Favoritenrolle gerecht geworden und ins Viertelfinale der Champions League eingezogen. Damit stehen die Wölfe unter den besten acht Mannschaften in Europa. In der nächsten Runde warten dann die richtig schweren Brocken auf das Team von Trainer Dieter Hecking.

Der KAA Gent war kein Maßstab für den VfL, der dank eines 1:0-Sieges gegen den belgischen Meister gestärkt in die kommenden Wochen geht. Besonders in der Offensive läuft es für den Bundesliga-Vizemeister immer besser. Die Hoffnungsträger des Vereins kommen immer besser in Schwung.

Am Dienstagabend ließen die Wolfsburger nur selten ihr vorhandenes Potenzial aufblitzen. So geschehen in der 74. Minute als sich Julian Draxler an der Torauslinie mit einem starken Antritt seines Gegenspielers entledigte und blitzsauber in die Mitte passte, wo Andre Schürrle goldrichtig stand und zum entscheidenden 1:0 vollendete. Ein Geniestreich der Wolfsburger reichte an diesem Abend in der Königsklasse.

Doch mehr als eine Durchschnittsleistung benötigten die Wölfe auch nicht gegen biedere Belgier. "Es war ein komisches Spiel. Wir haben keinen Mittelweg zwischen Risiko und Sicherheit gefunden. Die Mannschaft kann besser Vollgas-Fußball spielen", erklärt VfL-Sportchef Klaus Allofs. Für diesen beschriebenen Vollgas-Fußball ist beim VfL seit dieser Saison besonders ein Trio zuständig. Die drei Nationalspieler Andre Schürrle, Julian Draxler und Max Kruse.

Vorarbeit Draxler, Schürrle schiebt ein

"Wir haben einfach Lust, miteinander zu spielen. Wir verstehen uns extrem gut. Sicherlich kann es noch besser werden. Wir haben noch einige Spiele, in denen wir uns weiter finden können. Aber es klappt bereits gut. Man gibt uns auch ein bisschen Freiheiten, sodass jeder seine Position suchen kann", erklärte Torschütze Schürrle das Zusammenspiel der drei Wolfsburger Offensivkräfte. „Julian macht das überragend beim 1:0. Zum großen Teil gehört ihm der Treffer, weil er das top gemacht hat. Mir fällt der Ball dann vor die Füße. Das tut mir auch einmal ganz gut“, freute der Schütze des einzigen Tores.

Der 25-Jährige scheint sein Phlegma endgültig ad acta gelegt zu haben. In der Vorwoche traf er in der Bundesliga dreimal in Hannover und nun auch wieder in der Champions League. „Es freut mich besonders für ihn. Er stand bei uns zu recht in der Kritik, aber er hat immer an seine Stärke geglaubt“, freute sich VfL-Trainer Dieter Hecking. "Wir brauchen Andre unbedingt", fügte Julian Draxler hinzu, der Schürrle das Tor mustergültig auflegte. Auch der Ex-Schalker kommt immer besser in Schwung. In den letzten neun Pflichtspielen war der 22-Jährige an acht Toren beteiligt. Sechsmal traf er selbst und zweimal bereitete er einen Treffer der Wolfsburger vor.

"Müssen in der Bundesliga eine Serie starten"

Draxler ging mit Kniebeschwerden ins Spiel und biss auf die Zähne. Mitte der ersten Halbzeit warf er sich Schmerztabletten ein, um weiterspielen zu können. "Es war Champions League, da will man nicht raus", so Draxler, der dann nach seiner starken Vorarbeit auf Schürrle direkt ausgewechselt wurde. Die Partie war nach dem 1:0 gegen aufopferungsvoll kämpfende, aber chancenlose Belgier, endgültig entschieden.

Dritter im Bunde des neuen Wolfsburger Offensivtrios ist Max Kruse. Der spielstarke Stürmer spulte wieder einmal ein großes Laufpensum ab, war fast immer anspielbar und sorgte für Gefahr im gegnerischen Strafraum. Der Neuzugang traf zuletzt in der Bundesliga am vergangenen Samstag gegen seinen Ex-Verein Borussia Mönchengladbach und steht mittlerweile in 32 Pflichtspielen für den VfL bei neun Toren und zehn Assists. "Es läuft jetzt in der Mannschaft besser als noch vor Monaten. Wir haben in der Bundesliga noch Nachholbedarf und dürfen da jetzt nicht lockerlassen", so Kruse. Das sieht Trainer Hecking ähnlich. "In der Bundesliga müssen wir jetzt eine Serie starten. So weit sind wir noch nicht weg. Wir müssen jetzt schnell umswitchen und uns auf Hoffenheim vorbereiten. Man sollte uns noch nicht abschreiben."

Wunschgegner? "Chelsea wäre geil!"

Während es in der Bundesliga bereits am Wochenende wieder weiter geht, muss der VfL auf seinen Viertelfinalgegner noch etwas warten. Erst am übernächsten Freitag steht die Auslosung an. Einen Wunschgegner haben die Wolfsburger nicht. Außer gegen Bayern würden Spieler und Verantwortliche nicht gerne spielen: "Gegen Bayern spielen wir in der Bundesliga schon oft genug, es wäre schön auf einen anderen Gegner zu treffen," erklärte Kruse.

Andre Schürrle hätte nichts dagegen auf seinen Ex-Club zu treffen. "Chelsea wäre schon geil", so der Außenstürmer. Julian Draxler würde gerne einmal gegen den FC Barcelona spielen, jedoch vielleicht erst im Halbfinale schränkte er ein. "Das Viertelfinale muss noch nicht das Ende sein", so Coach Hecking, "jetzt werden wir der krasse Außenseiter sein, aber in zwei Spielen hat man immer eine Chance."

Aus Wolfsburg berichtet Alexander Barklage

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