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29.04.2013 - 09:34 Uhr


Über Münchens Dächern zur VBL-Krone

VBL-Meister Kevin Assani (M.) mit Frank Buschmann (l.), Esther Sendlaczek und Meisterschale

Als Belohnung für das e-sportliche Können gab es neben der Schale auch ein Paar Fußballschuhe sowie das Ticket zum Weltfinale in Madrid

Im Finale waren Kevin und sein Gegner Eduard Fust hoch konzentriert- gewinnen konnte aber nur einer

Frank "Buschi" Buschmann kommentierte den Event in seiner gewohnt jovialen Art

Esther Sendlacezk, die normaleweise für "sky" gestandende Zweitliga-Profis interviewt, entlockte auch den EA-Zockern so manches Geheimnis

Während der Spiele mischte sich die Moderatorin unter das Publikum und fieberte mit den Kontrahenten mit

In der Gruppenphase liefen die Rechner heiß - fast in der gesamten Lodge wurde gezockt

Zwischen den 64 Final-Teilnehmern herrschte stets Fairplay

Die 64 Final-Teilnehmer als einheitliche Gruppe - hier noch vor dem Anstoß zum ersten Spiel

München - Die Worte fehlten ihm. Als er da inmitten der Kameras stand, mit der Schale in der Hand, wusste Kevin Assia nicht so recht, was er auf die Fragen von Sport-Kommentator Frank Buschmann und TV-Moderatorin Esther Sedlaczek antworten sollte. Erst wenige Augenblicke zuvor hatte der 18-Jährige das Endspiel um die erste Meisterschaft der Virtuellen Bundesliga (VBL) gewonnen.
In einem umkämpften Finale hatte er mit seinem Hamburger SV gegen Eduard Fust, der mit dem 1. FC Nürnberg spielte, knapp mit 2:1 die Oberhand behalten und sich selbst zum ersten Meister der VBL gekrönt.

Stolzer Sieger



"Unglaublich. Ich hätte niemals damit gerechnet", freute sich Kevin über seinen Erfolg einige Minuten nach der Siegerehrung. Da hatte er seinen mitgereisten Freunden die adidas-Fußballschuhe sowie die Glasschale mit der Prägung "Meister Virtuelle Bundesliga" in die Hände gedrückt und bereits einmal durchgeatmet. Mit ein wenig Abstand zu den Ereignissen machte sich denn auch die Freude in Kevins Gesicht breit: Der bekennende HSV-Fan aus Emsdetten bei Münster trug ein stolzes Lächeln im Gesicht.

Zu Beginn des Wettbewerbs, der in einer Lounge über den Dächern Münchens ausgetragen wurde, habe er sich noch keine Hoffnungen auf den Titel ausgemacht. "Erst im Halbfinale wusste ich, dass der Sieg heute möglich ist", erklärte Kevin.

"Breche mir fast die Finger"



"Kevin ist der verdiente Sieger. Er hat sich im gesamten Turnier sehr gut geschlagen", sagte Heiko Ellinger, Community & Content Manager Football bei EA Sports. Und auch Frank Buschmann zollte sowohl dem Sieger als auch den anderen Teilnehmern Respekt. "Seit ich selbst FIFA spiele, gegen meine Tochter, die mich übrigens immer schlägt, weiß ich, was die Jungs leisten. Ich selbst breche mir beim Spielen fast die Finger", zog der Fußball-Fachmann bildlich den Hut vor den 64 ausschließlich männlichen Jugendlichen, die beim VBL-Final-Turnier an den Start gehen durften.

Und auch Esther Sedlaczek war von der Veranstaltung begeistert. "Ich hätte nicht gedacht, dass ich bei einem Computerspiel so mitfiebern würde. Aber ich habe direkt von den ersten Gruppenspielen an mit den Jungs gezittert", gab sich die sky-Moderatorin überrascht.

Greuther Fürth wird Meister



Am Samstagabend wurde jedoch nicht nur der beste Einzelspieler, sondern auch die Meistermannschaft der Virtuellen Bundesliga gekürt. Im Saisonverlauf haben sich die Fans der SpVgg Greuther Fürth an die Tabellenspitze der VBL gespielt. Dafür wurde der Club nun ebenfalls mit einer Schale bedacht.

"Es ist ein wenig surreal, die Schale ausgerechnet heute zu bekommen", sagte Timo Schiller, Leiter Marketing & Kommunikation, am Tag des besiegelten Abstiegs der Franken aus der realen Bundesliga. Dennoch "freuen wir uns, dass die Fans virtuell unsere Farben vertreten haben und würdigen ihr Engagement und ihre Leistung".

Fortsetzung folgt - wahrscheinlich



Kevin Assia und Greuther Fürth - geht es nach dem Willen der DFL Deutsche Fußball Liga und EA Sports, werden sie nicht die letzten VBL-Meister sein. "Wir sind sehr zufrieden mit der ersten Saison. Wir hatten 700.000 Teilnehmer und auch das Turnier heute war sehr erfolgreich mit einem verdienten Sieger", so Heiko Ellinger. Für die kommende Saison sei angedacht, die Zahl der Qualifikationsturniere auszuweiten.

Begeistert zeigte sich auch Dominik Hahn, der die erste VBL-Saison als "großartig" empfand. Mit einigen Partnern sei man bereits in Gesprächen, um auch im kommenden Jahr wieder die Virtuelle Bundesliga auszutragen, sagte der Manager Sales, Sponsoring & Licensing der DFL, so dass "derzeit alles danach aussieht, dass es die VBL auch in der kommenden Saison wieder geben wird".

Zocken gegen Messi und Ronaldo?



An die Titelverteidigung verschwendete Kevin Assia noch keinen Gedanken, denn für ihn steht vom 6. bis 8. Mai erst einmal der FIFA Interactive World Cup 2013 in Madrid auf dem Programm. "Ich werde mich gut darauf vorbereiten und dann mal schauen, was geht. Es wird sehr, sehr schwer, weil da wirklich die besten Spieler der Welt sind", blickte der stolze Champion voraus.

"Die deutschen Spieler gehören auch international zur Spitze der FIFA-Spieler", sagte Heiko Ellinger und fügte an: "Wir hoffen, dass Kevin das in diesem Jahr auch beweisen kann." Anreize gibt es jedenfalls genug. Neben den 20.000 US-Dollars Preisgeld wird der Sieger der WM zur Ballon d'Or-Gala im Januar eingeladen, wo er mit Superstars wie Lionel Messi und Cristiano Ronaldo an der Konsole zocken und offiziell zum besten virtuellen Fußballer des Jahres gekürt werden wird.

Mit dem nötigen Quäntchen Glück könnte es Deutschlands Konsolenzauberer Kevin sein, der den beiden Weltfußballern dann mal zeigt, wie man in der virtuellen Welt richtig Fußball spielt.

Aus München berichtet Gregor Nentwig
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