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07.07.2010 - 10:16 Uhr


Die neuen Stimmen von FIFA 11

Mit Manni Breuckmann (r.) und Frank Buschmann ist ein neues authentisches Spielerlebnis entstanden

Mit Manni Breuckmann (r.) und Frank Buschmann ist ein neues authentisches Spielerlebnis entstanden

FIFA 11, die neue Version der Fußballsimulation von EA SPORTS, wird im Herbst im Handel erscheinen. Mit einer ganz markanten Änderung: Manfred "Manni" Breuckmann und Frank Buschmann geben dem Spiel eine neue Stimme.
Radio-Legende Breuckmann und der Fernseh-Kommentator Buschmann haben im Tonstudio mehr als 30 Stunden Audiomaterial für etwa 12.000 einzelne Audiodateien besprochen. Insgesamt wurden fast 3.000 verschiedene Spielszenen mit mehreren Versionen von Kommentaren in FIFA 11 integriert und sorgen für deutlich mehr Variation im Spielerlebnis.

Im gemeinsamen Interview sprechen die beiden Kommentatoren über Unterschiede und Gemeinsamkeiten am Mikrofon eines realen und eines fiktiven Fußballspiels.

Frage: Wie ist EA SPORTS auf Sie als neue Kommentatoren gekommen?

Manfred Breuckmann: EA hat mich angeschrieben, weil Sie gemerkt haben, dass man einfach Qualität braucht für das Spiel (beide lachen). Und da habe ich nicht lange gezögert.

Frank Buschmann: Bei mir war es ähnlich. Meine Agentur hat mir früh signalisiert, dass etwas von EA SPORTS kommen könnte, dass sie in der neuen Version etwas anders machen wollen. Da wir beide eher von der emotionalen Schiene kommen, könnte ich mir vorstellen, dass das eine Rolle gespielt haben könnte.

Breuckmann: Das mit der emotionalen Schiene ist gar nicht schlecht. Denn wenn ich für das Radio spreche, bin ich noch mehr als die Fernseh-Kollegen für die Gefühle und die Stimmung zuständig. Weil wir alles mit unserer Stimme machen müssen und das passt ganz gut zu einer EA SPORTS-Kommentierung.

Frage: Hatte einer von Ihnen Erfahrung im Kommentieren von Sportspielen?

Buschmann: Ich habe das mal vor zig Jahren bei einem Basketball-Computerspiel gemacht, aber das ist gar nicht vergleichbar mit der heutigen Version. Ich schätze sehr an dieser Ausgabe, dass wir viele Freiheiten haben und nicht zehn Mal in Folge vorgestanzte Sätze runterleiern müssen. Sondern dass wir uns die Spielszene vorstellen und dann geht die wilde Fahrt los. Das ist tatsächlich relativ nah dran am realen Fußball und das macht es so reizvoll.

Breuckmann: Bei mir ist es Minimum zehn Jahre her. Damals gab es nicht die Freiheit eigener Worte, man musste alles wörtlich vorlesen aus schlechten englischen Computerübersetzungen. Das war ein fürchterlich komisches Deutsch, wirklich ätzend. Heute erleben wir die kreative Steigerung.

Frage: Sehen Sie eigentlich die Spielausschnitte, die Sie kommentieren?

Buschmann: Nein. Es ist ganz interessant, sich das mal an einem konkreten Beispiel anzuschauen. Die Situation ist folgende: Eine Analyse eines Spiels, das ein Außenseiter gewonnen hat, obwohl vorher alles gegen ihn sprach. Wir haben dann drei Varianten, um das zu analysieren. Dann sagt Manni zum Beispiel, dass der Sieg eine Überraschung war. Und ich ergänze, dass das aber aufgrund der kämpferischen Leistung verdient war. Aber noch mal: Wir sehen keine Szene, wirklich nichts. Denn wir müssen ja für zig verschiedene Varianten sprechen und das wäre ein unglaublicher Aufwand, alles einzeln bildlich darzustellen. Alles passiert vor dem geistigen Auge.

Breuckmann: Was die sprachliche Umsetzung angeht: Du bekommst es ja in einer Fußball-Reportage nie hin - das wäre für den Zuhörer auch unerträglich - immer originell zu sein. Die Sprache ist sehr schablonenhaft. Und da kommt man auch nicht raus - ich rede jetzt für das Radio - weil man immer schnell, schnell reden muss. Um einen gewissen Originalitätsfaktor bemühen wir uns auch, aber man sollte es nicht überstrapazieren.

Frage: Wäre es leichter für Sie, wenn Sie etwas sehen könnten?

Buschmann: Nein, denn es wäre deswegen nicht leichter, weil wir dann synchron sein müssten. Wir stellen uns die Situation vor. Das können wir, weil wir Phantasie haben und setzen es sprachlich um. Es wäre auch ein unfassbarer Aufwand, jede einzelne Szene aus einem Archiv raussuchen zu müssen.

Breuckmann: Ich finde es als technischer Vollidiot unglaublich, wie die Aufnahmen in die Software eingespielt werden und später exakt auf jede einzelne Spielszene passen. Für mich eine ganz erstaunliche menschliche und technische Leistung.

Frage: Wie viel Zeit nimmt das Besprechen in Anspruch?

Buschmann: Für mich waren es acht Tage mit jeweils vier bis sechs Stunden.

Breuckmann: Bei mir waren es ein paar Ordner mehr, ich komme auf ein paar mehr Stunden.

Frage: Wie kommt der Unterschied zustande?

Buschmann: Weil der Manni, wie es die Amerikaner nennen, der Play-by-Play-Kommentator ist, also derjenige, der das Spiel begleitet. Ich bin der Color-Kommentator, der die Analyse oben drauf setzt. So wie eine Doppelkommentierung eben üblicherweise läuft.

Breuckmann: Ich wollte das nicht so deutlich sagen: Ich bin eben der Chef, er ist der Lehrling (beide lachen).

Frage: Man merkt, dass Ihnen beiden der Job Spaß gemacht hat. Gab es auch monotone Aufnahmen?

Breuckmann: Das Nervigste ist, wenn du Spielernamen hast. Du hast an einem Tag 400 bis 500 Spielernamen. Die sagst du ein Mal leise und dann laut: als ob er gerade am Elfmeterpunkt steht und einnetzen will. Und wenn man knapp 100 Namen am Stück laut raushaut, das geht schon an die Stimmbänder.

Frage: Aus welchen Ligen werden denn die Spielernamen eingesprochen?

Buschmann: England, Frankreich, Italien, Spanien und Deutschland

Frage: Haben Sie eigentlich selbst schon mal FIFA gespielt?

Buschmann: Ich habe schon öfter gegen meine Neffen gespielt, aber immer haushoch verloren, weil ich nicht so oft spiele. Ich bin chancenlos gegen jeden, der das einigermaßen beherrscht.

Breuckmann: Ich komme ja aus einer Generation, die eher ein gutes Buch liest als ein Computerspiel spielt. Ich habe es noch nicht gespielt, aber ich werde es sicher mal probieren.
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