2. Bundesliga

01.08.2016 - 12:00 Uhr


Vorschau: Hannover 96 im Check

Besonders treffsicher in der Vorbereitung: Artur Sobiech (l.)

Köln - Am 5. August rollt wieder der Ball in der 2. Bundesliga (>>> 1. Spieltag im Überblick). Bis dahin nimmt bundesliga.de alle Clubs genau unter die Lupe - heute ist Hannover 96 dran.

Saisonziel:

Am Saisonziel von Hannover 96 gibt es keinen Zweifel: die sofortige Rückkehr ins Oberhaus. "Unser Ziel heißt Wiederaufstieg – und das möglichst deutlich und überzeugend", gibt Martin Kind die Richtung vor. Dafür geht der Verein das gleiche Risiko wie die Berliner Hertha nach dem Abstieg 2012. Sportlich wie finanziell bewegt sich der Club auf erstklassigem Niveau. Ein Vabanquespiel, denn sollte das "Projekt Wiederaufstieg" scheitern, "wird man alles in Frage stellen müssen und das wird sich keiner wünschen. Im nächsten Jahr wäre ein deutliches Kostenmanagement gefordert. Das wäre kein schönes Szenario. Wir wollen, aber wir müssen auch aufsteigen, wenn wir nicht über Konsequenzen reden wollen", skizziert der 96-Präsident das Risiko.

Trainer/Taktik:

In den sechs Partien, in denen Daniel Stendel die 96-Profis zum Saisonabschluss betreute, sammelte das Team acht Punkte - 1,3 pro Spiel. Hochgerechnet auf die Saison hätten die Roten damit 45 Punkte geholt, der Abstieg wäre kein Thema gewesen. Durchgängig baute der 42-jährige Trainer auf ein 4-2-3-1-System. Ein System, auf das Stendel auch in der bisherigen Vorbereitung vorgab, so wie beim überzeugenden 5:2 gegen den NEC Nijmegen, dem bisher einzigen echten Härtetest. Da die Angreifer Martin Harnik und Niclas Füllkrug erst nach der Partie gegen den niederländischen Erstligisten zum Kader stießen, baute Stendel auf 4-4-2 um. Mit zwei Angreifern mussten die Roten beim 0:1 gegen den VfL Osnabrück im siebten Test die erste Niederlage hinnehmen.

Neuzugänge/Kader:

Auch wenn mit Profis wie Spielmacher Hiroshi Kiyotake, WM-Keeper Ron-Robert Zieler und Kapitän Christian Schulz wichtige Leistungsträger den Club verlassen haben, gelang es dem Absteiger, einen bundesligatauglichen Kader an der Leine zu halten, darunter auch den umworbenen Abwehrchef Salif Sané. Verstärkt haben sich die 96er mit Martin Harnik, Niclas Füllkrug und dem 21-jährigen Mittelstürmertalent Babacar Gueye aus der Ligue 1 vor allem in der Offensive. Bitter nötig, denn im Abstiegsjahr war der Sturm nicht mehr als ein laues Lüftchen. Nur 31 Treffer, kein Team traf seltener. Für das Projekt Wiederaufstieg zu wenig, denn "wir brauchen 65 bis 70 Punkte, wir müssen also zwei Drittel der Spiele gewinnen. Und dabei ist die Offensive mitentscheidend", weiß Kind. Aus dem Mittelfeld sollen die Neuzugänge Sebastian Maier und Marvin Bakalorz die Angreifer in Szene setzen.

Formcheck:

Die ersten sechs Testspiele (sechs Siege) verliefen erfolgreich, sind jedoch ein Muster ohne Wert. Gegner wie Germania Walsrode (10:0), TSV Barsinghausen (10:1), SV Ramlingen-Ehlershausen (10:0) oder TuS Norderney e.V. (16:0) waren kein echter Prüfstein, und die Hoffnungsträger Harnik und Füllkrug stießen erst danach zum Kader. Im ersten Spiel mit den beiden Neuen stellte Stendel von 4-2-3-1 auf 4-4-2 um, und es setzte beim 0:1 gegen den Drittligisten VfL Osnabrück die erste Niederlage. Bei den Testspielen gegen stärkere Teams war die Ausbeute insgesamt dann nicht mehr ganz so groß (3:3 gegen Halle, 3:3 gegen Aue, 3:2 gegen Nijmegen). Besonders torgefährlich präsentierte sich dabei Artur Sobiech.

Jürgen Blöhs

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