2. Bundesliga

03.02.2017 - 11:30 Uhr


Sebastian Polter: "Es ist schön, wieder da zu sein"

Einstand nach Maß: Sebastian Polter traf direkt bei seiner Rückkehr

Köln - Sebastian Polter muss sich am letzten Wochenende vorgekommen sein, wie der verlorene Sohn. Bei seinem ersten Pflichtspiel nach seiner Rückkehr nach Köpenick gelang dem Stürmer gleich ein Tor beim 2:1-Sieg des 1. FC Union Berlin gegen den VfL Bochum (>>> Alle Infos zum Spiel im Matchcenter). Die Fans feierten ihn. Im Interview mit bundesliga.de ist der 25-Jährige noch überwältigt von dem Empfang.

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bundesliga.de: Sebastian Polter, Sie feierten am vergangenen Freitag mit einem wichtigen Tor einen Einstand nach Maß bei Union. Wie haben Sie diesen ganzen Tag, das Spiel, Ihr Tor und den Sieg verarbeitet? Wie sehr schmerzt die Schulter noch von den vielen Schulterklopfern?

Sebastian Polter: Ja, die Schmerzen in der Schulter lassen langsam nach (lacht). Die Vorfreude auf das erste Pflichtspiel an der Alten Försterei war extrem. Wir sind anfangs nicht gleich ins Spiel gekommen, haben dann aber das Ding in der zweiten Hälfte gedreht. Das hat gezeigt, was für einen starken Charakter wir haben. Es war noch nicht alles perfekt, aber das kann es im ersten Spiel nach eineinhalb Jahren auch nicht sein. Ich freue mich auf jeden Fall, dass wir gewonnen haben und ich mit meinem Treffer der Mannschaft helfen konnte.

"Der Empfang war überwältigend"

bundesliga.de: Wie sehr haben Sie die Atmosphäre an der Alten Försterei in den vergangenen eineinhalb Jahren vermisst? Wie haben die Fans Sie wieder aufgenommen?

Polter: Die Stimmung hier im Stadion ist etwas Besonderes. Die Fans stehen in Köpenick wirklich bedingungslos hinter uns, da macht es natürlich umso mehr Spaß. Der Empfang war schon ein bisschen überwältigend. Bereits auf dem Weg ins Trainingslager nach Spanien waren einige Unioner mit dabei und der Empfang der Fans am Flughafen in Alicante und am Mannschaftshotel war unbeschreiblich. Es ist einfach schön, wieder da zu sein und fühlt sich sehr richtig an.

Video: 5 Dinge, die man über Berlin wissen muss

bundesliga.de: Wie lange mussten Sie überlegen, ob Sie nach Ihrer Zeit in England die Rückkehr nach Köpenick wagen sollten? Was hat Sie bewogen, wieder für Union zu stürmen?

Polter: Ich habe auch während meiner Zeit bei den Queens Park Rangers immer gesagt, dass eine Rückkehr zu Union immer eine Option sein wird. Ich fühle mich in Köpenick einfach sehr wohl und habe hier das richtige Umfeld, um meine besten Leistungen abzurufen. Als es konkret wurde, musste ich ehrlich gesagt nicht allzu lang überlegen. Die Möglichkeit, mit Union in die Bundesliga aufzusteigen, hat mich eben sehr gereizt.

"Habe die Entwicklung intensiv verfolgt"

bundesliga.de: Was nehmen Sie aus Ihrer Zeit in England mit? War der Wechsel zu den Queens Park Rangers sportlich ein Fehler?

Polter: Nein, auf keinen Fall. Ich habe mir meinen Traum von der Insel erfüllen können und habe bei QPR sehr viel gelernt, sowohl im sportlichen, als auch im persönlichen Bereich. Außerdem habe ich einige Freundschaften geknüpft, die auch nach meinem Wechsel bestehen bleiben. Das körperbetonte Spiel in der Championship hat mir sehr gut gefallen, auch wenn man da als Stürmer schon hart rangenommen wird. Auf jeden Fall werde ich mich nicht mehr beschweren, wenn wir in Deutschland jetzt mal eine Englische Woche haben, weil die Saison in der Championship eigentlich nur aus englischen Wochen besteht.

bundesliga.de: Zurück in Berlin finden Sie eine ambitionierte Truppe vor, die sich jetzt auf Platz 4 vorgeschoben hat und in den nächsten zwei Jahren den Aufstieg in die Bundesliga anpeilt. Ist die Zielvorgabe realistisch? Wie stark schätzen Sie die Mannschaft ein?

Polter: Ich habe die Entwicklung natürlich auch in England intensiv verfolgt. Ich denke nicht nur die Mannschaft, auch der Verein hat in den letzten Jahren eine tolle Entwicklung genommen. Wir haben eine gute Truppe zusammen und wollen uns jeden Tag verbessern. Wann es für den ganz großen Wurf reicht, werden wir sehen.

"Wir schielen schon auf den Aufstieg"

bundesliga.de: Ist der Aufstieg schon in dieser Saison möglich?

Polter: Wir liegen im Moment vier Punkte hinter dem Relegationsplatz, die Ausgangssituation ist gut. Also zu sagen, dass wir nicht auf den Aufstieg schielen, wäre falsch. Wir schauen aber weiter von Spiel zu Spiel, wollen jetzt einfach in jedem Spiel das Maximum herausholen und werden am Ende schauen was dabei rauskommt. Wenn es am Ende ein Platz in den Top drei ist, nehmen wir das natürlich sehr gerne.

bundesliga.de: Sie selbst haben mit Ihren 14 Toren und sechs Assists in der Saison 2014/15 für Union die Messlatte sehr hoch gelegt. Wie leicht ist Ihnen die Eingewöhnung gefallen? Was haben Sie sich persönlich für die Rückrunde vorgenommen?

Polter: Schon als ich das erste Mal zu Union gekommen bin, wurde ich super im Verein aufgenommen und habe mich direkt sehr wohl gefühlt. Ich glaube, das hat man auch auf dem Platz gesehen. Von der jetzigen Mannschaft kenne ich ja noch einige Spieler von früher, die die seitdem neu dazugekommen sind, versuche ich so schnell wie möglich kennenzulernen. Für mich persönlich zählt in der Rückrunde, dass ich verletzungsfrei bleibe und so viele Spiele wie möglich mache. Natürlich würde ich am liebsten auch das ein oder andere Tor schießen, wenn wir gemeinsam als Team erfolgreich sind spielt die Zahl der Treffer keine Rolle.

"Dynamo spielt eine super Saison"

bundesliga.de: Am Sonntag kommt es in Dresden zum Verfolgerduell des Fünften Dynamo Dresden gegen den Vierten Union Berlin. Bei einem Sieg würde Dresden an Union vorbeiziehen. Wie brisant ist das Ostduell sportlich? Wie schwer wird die Aufgabe?

Polter: Dynamo spielt als Aufsteiger bisher eine super Saison und steht in der Tabelle aktuell nur einen Punkt hinter uns. Wir wissen, dass uns in Dresden eine gute Mannschaft erwartet, die von einem lautstarken Publikum angefeuert wird. Nichtsdestotrotz fahren wir dort hin, um drei Punkte mit zurück nach Berlin zu nehmen.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski

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